Theaterensemble Remagen servierte „Wonderful World“ in der Kulturwerkstatt
Großer Applaus bei der Premiere
Remagen. Mehr als zufrieden können die Mitglieder des Remagener Theaterensembles um ihren Vorsitzenden Sebastian Schmickler sein.
Bereits zum achten Mal hatten sie am Freitag und Samstag in der Kulturwerkstatt - und bei der Generalprobe vor Schülern schon am Donnerstag - zu einer Theateraufführung eingeladen. Bei allen Veranstaltungen konnte sich das Theaterensemble um Schmickler, der auch Regie führte, über ein volles Haus freuen.
Und im Publikum saßen viele Gäste, die immer wieder kommen und sich die Stücke der Remagener Laiendarsteller nicht entgehen lassen. Beachtlich vor allem, was der Theatergruppe in diesem Jahr gelungen war, obwohl eine ganze Reihe von Stammdarstellern für 2016 eine Auszeit genommen hat. Das war für das Theaterensemble eine große Herausforderung, die dank der enormen Spielfreude auch der neuen Darsteller mit Bravour gemeistert wurde.
Besonders deutlich wurde die Leistung der Darsteller daran, dass sich trotz des sehr langen Theaterstückes von rund drei Stunden die Gäste offensichtlich bestens und sehr kurzweilig unterhalten fühlten.
Immer wieder erfüllte herzhaftes Lachen der Gäste die Kulturwerkstatt. Das Publikum war hin und weg vom Theaterstück und zeigte sich rundum begeistert über die Leistung des Ensembles.
Ungleiche Brüder
Aufgeführt wurde das Theaterstück „Wonderful World“ von Richard Dresser. Im Stück geht es um eine dysfunktionale Familie mit zwei ungleichen Brüdern, ihren Partnerinnen sowie eine Mutter, die alle gegeneinander ausspielt.
Dresser hat in seinem Zweiakter das Porträt einer Familie entworfen, deren zynische Mitglieder sich konsequent belügen, betrügen und beleidigen. Schicht für Schicht schälte das Theaterensemble um Schmickler in rasiermesserscharfen Dialogen die verworrenen Unsicherheiten und Komplexe der Figuren gekonnt heraus.
Eine ganze Serie von Komplikationen entsteht, als Max (alias Sebastian Schmickler) seiner neurotischen Verlobten Jennifer (Elisa Arzdorf) gesteht, dass er in einem Moment großer Bindungsangst schon die Fantasie hatte, sie vor einen fahrenden Bus zu stoßen. Mitten in den sich daraus ergebenden Streit platzt Max‘ Bruder Barry, alias Kevin Kurth, herein, um die Botschaft seiner Ehefrau Patty (gespielt von Mareike Setzinger und Anke Odenkirchen) zu überbringen, dass sie glaubt, in Max‘ und Jennifers Einladung zum Essen absichtlich nicht eingeschlossen worden zu sein.
Und um all diese Missverständnisse und gegenseitige Missachtung noch zu toppen, setzt die Mutter von Max und Barry, Lydia, alias Nadine Engebrecht, überall ihre Duftmarken, die mehr stinken als riechen und vor allem eins machen: Zwietracht säen.
Letztlich bleibt einiges noch offen, bei Barry und Patty scheint die Partnerschaft zu funktionieren, ob das aber auch bei Max und Jennifer und bei Mutter Lydia so ist, steht in den Sternen. Dressers neue Komödie verbindet geschickt eine äußere Sitcom-Handlung mit einem dunklen, verstörenden Subtext.
Die Darsteller meisterten ihren jeweiligen Part, auch als Neulinge in der Theaterszene, jedenfalls glänzend. Schmickler kann als Vorsitzender und Regisseur rundum zufrieden sein. Die nächsten Aufführungen von „Wonderful World“ finden am 12. November auf der Kleinkunstbühne in Dedenbach, am 14. Januar 2017 in der Curanum Seniorenresidenz und am 11. Februar 2017 im tik Andernach statt.
Eine ganz besondere Aufführung von „Wonderful World“ gibt es am 28. Januar 2017 erneut in der Kulturwerkstatt. An diesem Abend arbeitet das Theaterensemble zusammen mit dem Restaurant „Alte Rebe“ Remagen. In festlichem Rahmen wird es dann vor der Aufführung des Theaterstücks „Wonderful World“ ein köstliches Zwei-Gang-Menü mit jeweils drei unterschiedlichen Gaumenfreuden geben. AB
