Der TuS Oberwinter feierte sein 100-jähriges Bestehen
Großes Fest für eine Institution des rheinländischen Fußballs
Oberwinter/Bandorf. Für den TuS Oberwinter gab es am Pfingstwochenende gleich doppelten Anlass zum Feiern: Mit zwei Jahren coronabedingter Verspätung wurde das 100-jährige Jubiläum der Vereinsgründung zelebriert und bei dieser Gelegenheit auch noch das neue Kleinspielfeld im Walter-Assenmacher-Stadion offiziell eingeweiht. Eingeläutet wurden die Feierlichkeiten am Pfingstsonntag mit einer Rückschau auf die bewegte Geschichte des Vereins. Ein beeindruckender Film von rund 20 Minuten Länge, den der Vereinsvorstand für die Jubiläumsfeier eigens in Auftrag gegeben hatte, ließ die vergangenen 100 Jahre Revue passieren: von der Gründung des TuS Oberwinter im Jahre 1920 und seiner Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg über das wohl größte Spiel der Vereinshistorie in der zweiten Runde des DFB-Pokals 1981 gegen den VfB Stuttgart bis hin zu den aktuellen Erfolgen der 1. Mannschaft in der Bezirksliga Mitte. Das Fazit des Films war eindeutig: „Alles ändert sich, doch das Herz schlägt grün-weiß“. Auch Antonio Lopez, Vorsitzender des TuS Oberwinter und während der glorreichen Zeiten in den 1970er und 1980er Jahren selbst Leistungsträger der Mannschaft, blickte auf die zahlreichen Erfolgsmomente zurück. Das erste Spiel der Vereinsgeschichte gegen Mehlem sei 1920 zwar verloren gegangen. „Dafür haben wir aber später viele tolle Spiele gewonnen. Alle großen Vereine des Fußballverbandes Rheinland mussten nach dem kleinen Bandorf kommen und hier um Punkte kämpfen“, sagte Lopez mit merklichem Stolz. Der Clubvorsitzende betonte, dass der Verein in den letzten 100 Jahren auch weit über den Fußball hinaus aktiv gewesen ist – etwa im Turnen oder neuerdings im Zumba. Bei allen sportlichen Aktivitäten des Vereins, so unterstrich Lopez, steht allerdings nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund: „Wir wollen Breitensport machen, weil wir uns dieser sozialen Aufgabe verpflichtet fühlen.“
Ehrung des Vereins
Große Anerkennung für das soziale Engagement der Vereinsmitglieder brachte Fritz Langenhorst vom Sportbund Rheinland zum Ausdruck. Der Verein kümmere sich um Kinder und Jugendliche, und das nicht nur im Bereich Fußball, sondern etwa auch durch das Mutter-Kind-Turnen. „Ich kann Ihnen nur herzlich danken für Ihre ehrenamtliche Arbeit. Was Sie in den vergangenen Jahrzehnten geleistet haben, ist vorbildlich“, so Langenhorst, der dem TuS Oberwinter „in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste um den Sport“ eine Ehrenurkunde des Sportbundes Rheinland überbrachte. Obendrein bekamen die langjährigen Vereinsmitglieder Jürgen Thomas, Julia Uhrmacher, Gitti Jandke und Dorothee Reeh die bronzene bzw. silberne Ehrennadel des Sportbundes Rheinland verliehen. Unter anderem mit einem Spendenscheck in Höhe von 500 Euro würdigte auch Michaela Breuer-Hück vom Fußballverband Rheinland (Kreis Rhein/Ahr) den Verein und seine Mitglieder.
Zusätzliches Lob erhielt der TuS Oberwinter vonseiten des Kreisbeigeordneten Friedhelm Münch sowie von Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl. „Dieser Verein schafft Identifikation. Er prägt in Oberwinter seit über einem Jahrhundert die Geschicke des Dorfes mit“, sagte Friedhelm Münch, der „allen Frauen und Männern, die den Verein in seiner über hundertjährigen Geschichte geleitet und begleitet haben“, auch den ausdrücklichen Dank von Landrätin Cornelia Weigand aussprach. Bürgermeister Ingendahl sagte, der TuS Oberwinter sei „aus dem sportlichen Leben unserer Stadt einfach nicht mehr wegzudenken“. Der Club habe Freude und Frust, Aufstieg und Fall erlebt, aber das Auf und Ab habe die Mitglieder und Freunde des Vereins zusammenstehen lassen. Beeindruckt zeigte sich der Stadtchef zudem von der Begeisterung, die der Club bei den Menschen in der Region entfacht: „Wenn der TuS ein Heimspiel hat, ist es vorbei mit der Ruhe hier im beschaulichen Bandorf.“ Das spreche für die Verwurzelung des Vereins in der Bevölkerung „nicht nur von Oberwinter, sondern von Remagen insgesamt“, urteilte Ingendahl.
„Meilenstein in der Clubgeschichte“
Zum Ende der Feierstunde stand noch die symbolische Eröffnung des neuen Kleinspielfeldes an, die von der Oberwinterer Ortsvorsteherin Angela Linden-Berresheim und Bürgermeister Björn Ingendahl vorgenommen wurde. Letzterer bezeichnete das Spielfeld als „Meilenstein in der Clubgeschichte“. Die Idee zum Bau des Kleinspielfeldes war, wie der Vereinsvorsitzende Antonio Lopez rekapitulierte, bereits im Jahr 2019 entstanden. Die Corona-Pandemie verzögerte das Projekt, das durch die finanzielle Förderung seitens des Sportbundes und der Stadt Remagen, aber auch durch „eine Menge Eigenleistung“ des Vereins verwirklicht werden konnte. Als die Verantwortlichen den Bau des Spielfeldes dann endlich in Angriff nehmen konnten, habe „innerhalb von weniger als zwei Monaten“ der „wunderschöne Platz“ dagestanden. „Wir haben viel gearbeitet, sind auch noch nicht ganz fertig. Aber das Entscheidende ist jetzt, dass der Platz benutzt werden kann von den vielen Kindern“, freute sich Antonio Lopez. Für ein weiteres Highlight am Pfingstsonntag sorgte der Freestyle-Fußballer Julian „Julinho“ Hollands, der das Publikum mit seinen akrobatischen Tricks begeisterte. Am Nachmittag spielte dann die 2. Mannschaft des TuS Oberwinter gegen den SC Rhein-Ahr Sinzig und lieferte dank eines 3:1-Sieges und der somit gewonnenen Kreisligameisterschaft noch einen Grund mehr zum Feiern.
Jede Menge Geld und Mühe flossen in das neue Kleinspielfeld des Vereins.
Begeisterte das Publikum mit seinen Tricks: der Freestyle-Fußballer Julian „Julinho“ Hollands.
