Allgemeine Berichte | 16.03.2023

Großes Interesse für die Glasverarbeitung im Rheinland in römischer Zeit

Das Thema Glas trifft gerade in der Glasstadt Rheinbach auf besonderes Interesse. So war der Vortragssaal im Glasmuseum im Himmeroder Hof mit ca. 50 Gästen gut gefüllt. Foto: privat

Rheinbach. Das Thema Glas trifft gerade in der Glasstadt Rheinbach auf besonderes Interesse. So war der Vortragssaal im Glasmuseum im Himmeroder Hof mit ca. 50 Gästen gut gefüllt.

Als Referentin des Abendvortrages am 2. März, organisiert vom Freundeskreis Römerkanal e. V. in Kooperation mit dem Glasmuseum Rheinbach, konnte Frau Dr. Marion Brüggler gewonnen werden. Frau Dr. Brüggler ist Archäologin im Landschaftsverband Rheinland und leitet die Außenstelle Xanten des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der römischen Zeit. Zum Thema Glas ist sie ausgewiesene Spezialistin: In zahlreichen Publikationen hat sie sich mit Glaserzeugnissen aus archäologischen Kontexten und insbesondere der Verarbeitung von Glas im Rheinland in römischer Zeit beschäftigt. Diesem Thema war auch der Vortrag von Frau Dr. Brüggler gewidmet. Schon in vorrömischer Zeit treten Glaserzeugnisse in archäologischen Befunden im Rheinland auf, hierbei handelt es sich aber stets um Perlen oder Glasarmringe; die Hohlglasherstellung beginnt erst mit der römischen Zeit. Ein wichtiges Ergebnis der neueren Forschung ist, dass Rohglas, anders als im Mittelalter, nicht im Rheinland hergestellt wurde, sondern Rohglasblöcke offenbar aus dem ostmediterranen Bereich importiert wurden. In puncto Glasverarbeitung war aber gerade das Rheinland von großer Bedeutung, dessen Produkte weit verhandelt wurden. In der Hohen Kaiserzeit bis in das 3. Jahrhundert hinein waren die Kölner Werkstätten besonders bedeutend. Bekannt sind etwa Gläser mit für Köln typischer Schlangenfadenauflage. In der Spätantike scheint die Provinzhauptstadt ihre dominante Stellung in der Glasindustrie eingebüßt zu haben. Nun treten weitere Werkstätten im ländlichen Raum, im Gebiet des Hambacher Forstes und in Goch an der Niers, auf den Plan.

Sehr eindrücklich waren die von Frau Dr. Brüggler vorgestellten Glasofenbefunde, insbesondere die von ihr 2006 untersuchten Glasöfen in Goch-Asperden. Glasverarbeitung lässt sich hier an kleinsten Produktionsabfällen nachweisen, die Rückschlüsse auf die Erzeugnisse, Produktionsabläufe und verwendeten Handwerksgeräte erlauben. Da die römischen Glasofenbefunde nie vollständig erhalten sind, ist für deren Interpretation der Praxisvergleich äußerst wichtig. Dies zeigte Frau Dr. Brüggler anhand von Fotos verschiedener Arbeitsschritte an nachgebauten römischen Glasöfen.

Hergestellt wurden im Rheinland in römischer Zeit sowohl Massenware als auch exklusive Stücke. Zu Letzteren zählen zum Beispiel farblose Gläser mit reichem Ritzdekor oder mehrfarbige Gläser, etwa ein Trinkhorn mit Nuppen und Fadendekor aus einem Grab im Hambacher Forst. Abschließend stellte Frau Dr. Brüggler den derzeitigen Forschungsstand zu Diatretgläsern vor, deren Herstellung außerordentliches Geschick erfordert. Es besteht weitgehend Konsens darüber, dass Diatrete mittels Schlifftechnik hergestellt wurden. Sie präsentierte einen Neufund aus Frankreich und zeigte eine aktuelle Verbreitungskarte mit Fundpunkten, die bis in das heutige Afghanistan streuen.

Der Applaus und viele anschließende Fragen und Beiträge aus dem Publikum zeigten, dass der Vortrag sehr gut beim Publikum angekommen war und zu weiterem Austausch anregte.

Das Thema Glas trifft gerade in der Glasstadt Rheinbach auf besonderes Interesse. So war der Vortragssaal im Glasmuseum im Himmeroder Hof mit ca. 50 Gästen gut gefüllt. Foto: privat

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