Allgemeine Berichte | 21.11.2016

Zukunftswerkstatt und Gemeinderat beschließen den Bau einer großen Einrichtung für betreutes Wohnen

Großmaischeid baut seinen Senioren ein Zuhause

Grundstückserwerb abgeschlossen

Großmaischeid baut seinen Senioren ein Zuhause

Großmaischeid. In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Altersstruktur der Bevölkerung verändern. Die Zahl der jüngeren Menschen wird abnehmen, die der älteren Menschen stetig ansteigen. In Großmaischeid gab es am Wochenende zu diesem Thema einen Workshop unter dem Titel „Zukunftswerkstatt“.

Das Ergebnis war eindeutig: Eine Mehrheit in der Bevölkerung und der politisch Verantwortlichen ist entschlossen, im Ort eine Einrichtung für betreutes Wohnen von Senioren zu errichten.

Noch ist offen, wer sich hier wie ideell, finanziell und organisatorisch beteiligt. Fest steht aber schon: Die Gemeinde hat ein dafür passenden Grundstück erworben und kann eine ausreichend große Fläche auf dem Platz vor der katholischen Kirche und dem Friedhof, wo bisher die Kirmes ausgerichtet wird, zur Verfügung stellen.

Ortsbürgermeister Uwe Engel erläuterte im Gespräch mit „BLICK aktuell“ die Hintergründe der Zukunftswerkstatt und des Projekts „Seniorenwohneinrichtung“: „Es fing damit an, dass wir uns Gedanken darüber gemacht haben, wie wir in Großmaischeid am besten mit dem bevorstehenden demografischen Wandel umgehen. Da wurden Kontakte zum zuständigen Ministerium in Mainz geknüpft. Dort haben wir uns um ein begleitetes Projekt beworben, bekamen allerdings nicht den Zuschlag. Ich habe daraufhin Kontakte zur Landeszentrale für Gesundheitsförderung aufgenommen. Von dort erhielten wir die Zusage zur Unterstützung eines Workshops in Großmaischeid. Dieser Workshop hat heute stattgefunden. Geleitet wurde unser Treffen vom Beratungsbüro Kobra in Landau.“ Gut 30 interessierte Bürger aus Großmaischeid beteiligten sich an dem Workshop. Es wurden Defizite und Wünsche gesammelt. Schnell zeichnete sich ab: Betreutes Wohnen und Treffpunkte im Ort in Form eines Bürgercafés stehen an oberster Stelle der Wunschliste der Einwohner.

Bürger sollen motiviert werden die Zukunft mitzugestalten

Auch die Ortsgemeinde Großmaischeid, das heißt die kommunale Verwaltung ebenso wie zum Beispiel Vereine, Unternehmen, soziale Einrichtungen und nicht zuletzt die Bewohnerinnen und Bewohner selbst stehen schon bald vor neuen Herausforderungen. Das war allen Beteiligten klar und eine Prämisse der Zukunftswerkstatt. Die Chancen dieser Entwicklung liegen vor allem darin, die Gesellschaft zu aktivieren und die Bürgerinnen und Bürger zu motivieren, die Zukunft des eigenen Alters zu gestalten.

Wie Ortsbürgermeister Uwe Engel deutlich macht, wird der demografische Wandel ausnahmslos jeden treffen. Es bestehe also Handlungsbedarf, und je früher man sich dessen bewusst werde, umso größer seien die Chancen auf eine aktive Gestaltung.

Um die Bürgerinnen und Bürger für die Folgen des Wandels zu sensibilisieren und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie die Infrastruktur und Daseinsvorsorge ausgerichtet werden müssen, organisierte die Gemeindeverwaltung Großmaischeid unter Federführung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) den Workshop mit dem Titel „Gut leben im Alter – den demografischen Wandel gemeinsam gestalten“. Dazu waren alle interessierten Bürger eingeladen.

Grundstückserwerb ist abgeschlossen

Zu den Fakten der Zukunftsgestaltung gehört, dass die Gemeinde bereits im Mai Grunderwerb getätigt hat. Mit dem dazu gekauften Grundstück von 2.800 Quadratmeter steht jetzt ein Gesamtareal von 5.200 Quadratmeter zur Verfügung. Darauf soll, wie Uwe Engel sagt, „eine Wohnform für ältere Mitbürger“ errichtet werden. Über die genaue Ausgestaltung, einen Investor oder einen Betreiber liegen noch keine Informationen vor. Fest steht aber bereits, dass es auch Interessenten im Ort gibt, die in das Projekt Geld investieren würden.

Uwe Engel bringt den Gedanken eines Genossenschaftsmodells ins Spiel. Einen großen Vorteil sieht der Ortsbürgermeister in der schon vorhandenen guten Infrastruktur in Großmaischeid, für deren Erhalt man aber auch etwas tun müsse: Apotheke, Physiotherapeuten, Ärzte, Einzelhandel - all dies sei bereits vorhanden und müsse erhalten bleiben. Engel sagt: „Der Gemeinderat ist da über alle Parteigrenzen hinweg einer Meinung, dass wir diesen Weg gehen wollen.“

Im ersten Treffen der Zukunftswerkstatt haben sich zwei Gruppen gebildet, die sich um die geplante betreute Wohnform kümmern und um die gewünschte Begegnungsstätte. Wer möchte, kann sich diesen beiden Arbeitskreisen anschließen. Näheres ist bei Ortsbürgermeister Uwe Engel zu erfahren.

Der will sich auch in Mainz bei der Landesregierung weiter um Unterstützung für die geplanten Projekte kümmern. Grundsätzlich ist die Bevölkerungssituation in Großmaischeid sehr gut. Uwe Engel sagt: „Wir sind eine Zuzugsgemeinde, die Einwohnerzahl liegt aktuell bei 2.420, Tendenz steigend. Das ist auch der höchste Stand seit elf Jahren. Hochpreisige Häuser in Großmaischeid finden auf dem Immobilienmarkt innerhalb von einer Woche einen Käufer. Kindergarten, Ganztagsschule und schnelles Internet sind nach Einschätzung von Ortsbürgermeister Engel Gründe für diese enorme Nachfrage: „Das sind optimale Voraussetzungen für junge Familien.

Ebenso die schnelle Anbindung an die Autobahn mit den Zielrichtungen Köln und Frankfurt oder dem Mittelzentrum Koblenz.“ Und wer schon mal da ist, der wolle auch in Großmaischeid bleiben. Dafür müsse man sich Gedanken machen, um die künftige Betreuung der immer größer werdenden Zahl älterer Menschen. Wann es mit dem Projekt losgehen könnte, darauf will Uwe Engel sich noch nicht festlegen. Erst einmal müssten die Gespräche geführt werden mit den potenziellen Investoren.

Großmaischeid baut seinen Senioren ein Zuhause

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