Schule im Zehnthaus
Grundschüler erkunden Baudenkmal
Swisttal-Odendorf. Eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag bot der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig den dritten Klassen der Odendorfer Grundschule mit der Einladung, das historische Zehnthaus zu besuchen. Klaus Scholz, Kulturwart des Zehnthausvereins, begrüßte die Klassen 3a und 3b mit ihren Lehrerinnen Nicole Kaiser und Carola Preller vor dem Gebäude und stimmte sie anhand der in die Wand eingelassenen eisernen Zahlen auf das Baujahr 1726 ein. Nach einem Abstecher zu den Matronensteinen mit Erläuterung ihrer Bedeutung ging es in den oberen Saal des Hauses, wo Scholz die Geschichte des Baudenkmals erläuterte. Wie es schon der Name Zehnthaus zum Ausdruck bringt, waren hier über viele Jahre die Güter und Waren gelagert worden, die insbesondere die Bauern als „der Zehnte“ an das Karthäuserkloster abzuliefern hatten. Zu Scholz’s Hinweis, dass das Zehnthaus jetzt für die Bürger da sei und unter anderem auch für Feiern angemietet werden könne, schossen mehrere Finger von Schülern hoch. „Ich war schon mal hier bei einer Hochzeitsfeier“ so die Eine „und ich war schon mal im Zehnthaus bei einer Geburtstagsfeier dabei“ erinnerte sich ein Anderer. Anknüpfend an die zurzeit laufende Fußball-EM holte Scholz eine Deutschlandfahne hervor und ließ sie von Schülern neben der Odendorfer Flagge und dem Swisttalwappen entrollen. Auf dem Boden verschafften sich die Kinder einen Eindruck von der alten teils wurmstichigen Bausubstanz und den erneuerten Balken. Fledermäuse waren aber trotz aller Bemühungen nicht zu sichten.
Letzte Station des Hausrundgangs war das Kellergewölbe, das entgegen ersten Vermutungen nicht als Kerker genutzt wurde, sondern als Lager für besonders kühl aufzubewahrende Waren. Obwohl Scholz den Kindern Kerzen und Taschenlampen mitgegeben hatte, war es doch ganz schön gruselig da unten. Nach einem schnellen Aufstieg aus dem Keller waren alle froh, wieder in die Schule zurückgehen zu können.
