28. Symposium „Diabetologie in Klinik und Praxis“ fand in Bad Neuenahr statt
Gut besucht und sehr informativ
Nächstes Symposium für den 6. Juni 2020 vorgesehen
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mitte Juni fand im Steigenberger Kurhotel zum 28. Mal das Symposium „Diabetologie in Klinik und Praxis“ statt, das mit circa 100 Teilnehmern aus der Region und dem Köln - Bonner - Aachener Raum wieder gut angenommen wurde.
Stadtbürgermeister Guido Orthen begrüßte die Teilnehmer. Er bedankte sich bei den Ausrichtern und ihren Teams. Gerade auch im Hinblick auf die LAGA 2022 seien solche Veranstaltungen für den Gesundheitsstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler wichtig, insbesondere, wenn die Tagung sich mit dem Thema Diabetes beschäftige. Er wünschte dem Symposium viel Erfolg.
Der Gründer und Hauptinitiator des Symposiums, Dr. Heinz J. Krönke, Chefarzt der Klinik Steigenberger in Bad Neuenahr, stellte nach einführenden Worten die Lebensstiländerung durch den Patienten selbst und die heute zahlreichen Möglichkeiten zur individuellen und erfolgreichen Therapie des Diabetikers in den Mittelpunkt seines Vortrags.
Der Oberarzt und Leiter der Diabetologie im Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr, Dr. Paul-W. Frisch, informierte eingehend über die modernen Insulin-Präparate, mit denen die gefährlichen Unterzuckerungen vermieden werden. Zugleich betonte auch er die Bedeutung der Lebensstiländerung mit Gewichtsnormalisierung und stellte eine individuelle Therapiestrategie des Diabetikers vor.
Diabetiker für Herzkrankheiten besonders gefährdet
Der Chefarzt der Kardiologie/ Stroke Unit am Krankenhaus Maria Hilf, Theodoros Ballidis, zeigte die komplexen Zusammenhänge zwischen der Hochrisikokrankheit Diabetes Typ2 und Herzerkrankungen auf - Diabetiker sind besonders gefährdet für Herzinfarkt, Schlaganfall , Rhythmusstörungen und Herzschwäche. Dr. Ballidis legte die Besonderheiten der Behandlung und der Vorbeugung bei Diabetikern eindrucksvoll dar.
Dr. Joe Bausch - Arzt, Autor, Schauspieler, „Kölner Tatort“-Buchautor, Wohltäter in vielen sozialen Projekten, seit 1986 Anstaltsarzt JVA Werl, kürzlich pensioniert - gab den Teilnehmern aus 30-jähriger Erfahrung einen temperamentvollen, hochinteressanten Einblick in die weitgehend unbekannte Welt der Gefängnismedizin mit all ihren Besonderheiten. Unter anderem ging er auch auf das Kongress-Thema ein: „Diabetes im Knast“ . Die Zuhörer waren sehr beeindruckt - und nachdenklich.
Im Schlussreferat stellte Dr. Gerhard Kreuter mehrere groß angelegte, internationale wissenschaftliche Studien vor, aus denen eindeutig hervorgeht, dass moderate Weintrinker/-innen (0,2 bis 0,3 Liter) seltener als Abstinenzler an Diabetes Typ 2 erkranken und die gefürchteten Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Beinamputation und Nierenversagen weniger beobachtet werden. Zugleich widerlegte er die sogenannte „London-Studie“, wonach selbst moderater Weingenuss schädlich ist.
Im Schlusswort bedankte sich Dr. Gerhard Kreuter, ehemaliger internistischer Chefarzt in Maria Hilf, auch im Namen der beiden Mitveranstalter Dr. Heinz J. Krönke und Dr. Paul-W. Frisch, bei den Referenten für ihre ausgezeichneten Vorträge, bei Bürgermeister Guido Orthen für sein positives Grußwort und für die vielfältige Unterstützung der Stadt Bad-Neuenahr-Ahrweiler, insbesondere durch die neue Dachorganisation Ahrtal und Bad Neuenahr Ahrweiler Marketing GmbH, er dankte dem Praxisteam Dr. Krönke und den Mitarbeitern vom Steigenberger-Kurhotel sowie den ausstellenden Organisationen und Praxen. „Unsererseits soll dieses jährliche Symposium ein Zeichen setzen, und auch im Hinblick auf die Landesgartenschau 2022 auf den bedeutenden Gesundheitsstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler hinweisen, unter anderem als bekanntes und anerkanntes Diabetes- und Stoffwechselbad und -Zentrum.“
Das nächste Diabetes-Symposium ist für den 6. Juni 2020 vorgesehen.
Dr. med. Gerhard Kreuter
für die Veranstalter
Dr. Gerhard Kreuter, Dr. Joe Bausch, Dr. Heinz Krönke, Dr. Theodoros Ballidis. Foto: privat