Weitere Baumpflegemaßnahmen auf der Insel durchgeführt
Gut für die Natur - gut für Niederwerth
Vallendar. Auf Initiative der örtlichen Bürgeraktionsgruppe hatten sich in Niederwerth zehn Teilnehmer/innen zu einem Baumschnittkurs eingefunden. Dank dem Koordinator der integrierten Umweltberatung von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Herrn Dr. Kape, war es wieder gelungen, Christopher Kiesslich von der Fachfirma für Baumpflege und Gutachten, Garten & Landschaftsgestaltung aus Koblenz zu engagieren. Nach der offiziellen Begrüßung durch Ortsbürgermeister Horst Klöckner und einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer vermittelte Christopher Kiesslich anhand von Schaubildern theoretische Grundlagen zum Sommerschnitt von Obstbäumen. Lehrreich und äußerst ausführlich vermittelte der Fachmann hier die Begriffe Wuchsform, Lichteinfall, Wachstum, Ertrag usw., die bei der Baumpflege zu beachteten sind.
Bei den am Parkplatz am Ortseingang (Cossy’s Eck) stehenden Bäumen handelt es sich um alte vom Aussterben bedrohte ortstypische Süßkirschensorten (wie Keglers, Zenglers und Lorenze), die im Jahre 2001 mit viel Aufwand des Bauern- und Gartenbauvereins Niederwerth sowie der damaligen Landesversuchsanstalt Ahrweiler unter Federführung von Herrn Adolph Weber aufgepfropft/veredelt wurden. Keinerlei Pflegeschnittmaßnahmen seit 2001, verdichteter Untergrund und starker Bewuchs durch Bodendecker hatten seitdem ihre Spuren hinterlassen. Ziel war es, durch geeignete Pflegeschnitte die Vitalität der Bäume zu erhalten. Nach ca. 1 ½ Jahren wird sich zeigen, ob die Bäume erhalten werden können oder ob Ersatzpflanzungen durch die Ortsgemeinde vorgenommen werden müssen, wobei ein Baum wohl nicht mehr zu retten ist und durch eine widerstandsfähige Sorte wie z.B. Amberbaum ersetzt werden sollte.
Erwähnenswert hier noch die Teilnahme von Michael Weber, Sohn des verstorbenen Adolph Weber, der einen Schnittkurs in Niederwerth vor ca. 25 Jahren leitete und auch für die Veredelungsaktion von Seiten der Landesversuchsanstalt Ahrweiler verantwortlich war. Michael Weber hatte es sich nicht nehmen lassen, bei seinem Kurzbesuch in Koblenz in Niederwerth vorbeizuschauen, um am Kurs teilzunehmen. Als Fachmann für professionelle Obstbaumplantagen am Bodensee beteiligte er sich natürlich rege an den durch C. Kiesslich gestellten Fragen an die Teilnehmer und stellte die aus seiner Sicht im Ertragsanbau zu beachtenden Maßnahmen dar. Hier der Obstbaumplantagenbesitzer, der neben der Erntemaximierung auch auf Kostenersparnisse und auf die maschinelle Bearbeitung bzw. Ernte blicken muss, auf der anderen Seite Christopher Kiesslich, der mit der Pflege von Streuobstwiesen natürlich einen anderen Ansatz hat und für Jahrzehnte einen wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen bzw. erhalten will und die Ertragsfähigkeit nicht an die erste Stelle rückt. Tolle Beiträge von den beiden, die den Vormittag für die restlichen Teilnehmer äußerst kurzweilig gestalteten.
Nach einer ca. einstündigen Mittagspause mit kleinem Imbiss wurde dann im Außenbereich der Insel am unteren Querweg Richtung Westen (in Höhe der ehemaligen Kläranlage) noch Baumschnitte an weiteren Bäumen vorgenommen. Nach Vergabe weiterer Baumpatenschaften endete die gelungene Veranstaltung um 16 Uhr. Christopher Kiesslich hatte wieder einen tollen Job gemacht.
