Tag der Offenen Tür bei der Feuerwehrkameradschaft Sayn
Gut gewappnet gegen Unwetter
Die Feuerwehr ist gut aufgestellt für die Bekämpfung neuer Katastrophenlagen
Bendorf-Sayn. Alljährlich veranstaltet die Feuerwehrkameradschaft Sayn ihren traditionellen Tag der offenen Tür. In diesem Jahr konnten die Besucherinnen und Besucher sich über die technischen Innovationen informieren, mit denen sich die Feuerwehr für die neuen Katastrophenlagen rüstet. Die Vorhersagen lokaler Starkregenereignisse stellen die Meteorologen vor erhebliche Schwierigkeiten. „Wenn Sie einen Topf mit Wasser erhitzen, wissen Sie sicher, dass sich Blasen bilden werden; aber versuchen Sie einmal die Vorhersage, an welcher Stelle des Topfes sich die erste und die dann folgenden Blasen entwickeln“, so ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes.
Ereignisse wie im Hunsrückdorf Stromberg können sich nach Aussagen der Meteorologen prinzipiell an jedem Ort im nördlichen Rheinland-Pfalz wiederholen. Ein Einwohner berichtet: „Der Keller ist vollgelaufen, die Wohnstube, die Küche, die Schlafstube. Das Wasser ist zurückgegangen, aber jetzt haben wir 15 Zentimeter Matsch. Das ist ein altes Haus, der Boden ist aufgeweicht. Ich glaube nicht, dass wir das wieder hinbekommen. Ich bin obdachlos. Ich wohne jetzt mit meiner Frau bei meiner Tochter.“
Für die Wehren im Land stellen diese Wetterphänomene eine neue organisatorische und auch technische Herausforderung dar. Dem stellt sich die Feuerwehrkameradschaft mit einem speziellen Pumpensystem, das in der Lage ist, selbst stark verschlammte und mit Geröll verschmutzte Räume abzusaugen. Bernhard Wiemer, Erster Beigeordneter der Stadt Bendorf und Thomas Beckgerd, Fraktionsvorsitzender der Grünen Stadtratsfraktion zeigten sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des neuen Pumpensystems. „Feuerwehren retten nicht nur Leben – mit dieser Technik bekommen Bewohnerinnen und Bewohner auch nach der Überflutung von Keller und Wohnräumen die notwendige Hilfe, ihre Häuser wieder in einen bewohnbaren Zustand zu bringen“, kommentiert Bernhard Wiemer. „Globale Klimaveränderung bedroht die Existenz von Menschen nicht nur in entfernten Kontinenten, sondern zunehmend auch hier bei uns. Die Umsetzung der Vereinbarungen des Pariser Klimagipfels ersetzen keineswegs auch öffentlich finanzierte lokale Maßnahmen der Katastrophenprävention und Schadensbeseitigung“, ergänzt Thomas Beckgerd.