Seminarabend des Vereins der Lehmer Razejunge e.V. und der Ortsgemeinde Lehmen
Gutbesuchtes Blühwiesenseminar
Lehmen.Der Verein der Lehmer Razejunge e.V. und die Ortsgemeinde Lehmen veranstalteten einen gemeinsamen Seminarabend zum Thema „Nutzen von Blühwiesen und Blühstreifen für die Artenvielfalt“. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Über 40 Teilnehmer von Koblenz bis Senheim nahmen teil. Erfreulicherweise waren verschiedene Interessengruppen vertreten, Winzer, Imker, Naturerlebnisbegleiter, Gäste- und Stadtführer sowie Vertreter von Kommunen, die sich mit der Anlage und Pflege von Grünflächen beschäftigen. Natürlich waren auch zahlreiche Gartenfreunde und Naturliebhaber vertreten, die sich für die Anlage insektenfreundlicher Gärten interessieren.
Referent Manfred Kraft, Obmann für Bienenweide des Landesverbandes Badischer Imker, stellte die aktuelle Situation der Insekten (deutlicher Rückgang) im Allgemeinen und die verschiedenen Maßnahmen zur Förderung und Pflege ihrer Lebensräume vor. Besonders hob er ihre Bedeutung als Bestäuber unserer Kulturpflanzen hervor. Von den 109 wichtigsten Kulturpflanzen sind nicht weniger als 87 Arten, also 80 Prozent, auf die fleißigen Bestäuber angewiesen. Zu den Kulturpflanzen gehören unter anderem Äpfel, Tomaten, Erdbeeren, Mandeln und Melonen. Die Wildbienen, von denen es in Deutschland ca. 580 Arten gibt und zu denen auch die Hummeln gehören, sind neben den Schwebfliegen die fleißigsten Bestäuber. Die Honigbienen übernehmen nur etwa 30 Prozent der Bestäubungsleistung. Die oft solitär lebenden Hummeln bestäuben über 1000 Blüten pro Tag, sind bis zu 18 Stunden am Tag unterwegs, bauen ihre Nester oft in der Erde, in Totholz oder auch in Markstängeln von Pflanzen wie der Königskerze. Die Blütenvielfalt hat einen großen Einfluss auf die Artenvielfalt der Wildbienen. Etwa die Hälfte der Wildbienenarten sammelt ihren Pollen (Nahrungsbestandteil) ausschließlich an einer einzigen Pflanzenart.
Es wurde deutlich, wie wichtig die Anlage und Pflege von artenreichen Blühflächen ist. Manfred Kraft ging auf die Vorbereitung der Ansaatflächen ein, gab Tipps zu empfehlenswertem Saatgut und beantwortete individuelle Fragen der Seminarteilnehmer. Fazit - mit einfachen Mitteln können wichtige Lebensräume und damit ein ausreichendes Nahrungsangebot für die wertvollen Bestäuber unserer Kulturpflanzen geschaffen werden. BA
