Allgemeine Berichte | 07.03.2018, 12:15 Uhr

Rechtstipps aus der Praxis

Gute Erfolgsquoten bei den Sozialgerichten im Jahr 2017

Negative Behördenentscheide im Zweifel überprüfen lassen

Region. Im Jahresbericht des Landessozialgerichts NRW zeigt sich für das Jahr 2017 wiederum eine hohe Erfolgsquote für die Kläger in der ersten Instanz für Klagen, an denen Versicherte und Leistungsberechtigte beteiligt waren. 21,54 Prozent der Klagen hatten vollen und 19,54 Prozent teilweisen Erfolg. Dies bedeutet, dass über 40 Prozent der Klagen zumindest teilweise erfolgreich waren. Andererseits zeigt dies, dass ein erschreckend hoher Anteil von Behördenentscheidungen trotz der Fachkompetenz dieser Stellen rechtswidrig war.

Allerdings ist diese Erfolgsquote in den einzelnen Fachgebieten wie auch in den Vorjahren sehr unterschiedlich. So sind zum Beispiel Klagen auf dem Gebiet des Schwerbehindertenrechts mit mehr als 51 Prozent zumindest teilweise erfolgreich. Also mehr als jede zweite Entscheidung der Versorgungsämter erweist sich damit als unrichtig. Auffallend niedrig sind allerdings die Erfolgsquoten im Unfallversicherungsrecht. Weniger als 21 Prozent hatten mit ihrer Klage zumindest teilweise Erfolg. Dies liegt allerdings auch an den hohen gesetzlichen Hürden, die diese Verfahren mit sich bringen.

Die meisten Verfahren betreffen nach wie vor die Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV). Die Anzahl dieser Verfahren ist schon seit Jahren sehr hoch und ein Ende ist nicht absehbar. Die Erfolgsquote liegt mit mehr als 46 Prozent über dem Durchschnittsniveau und hat sich gegenüber dem Vergleichsjahr 2016 wiederum leicht erhöht. Am zweithäufigsten sind die Verfahren im Schwerbehindertenrecht, gefolgt von Krankenversicherungs- und Rentenversicherungsrecht.

Interessant ist außerdem, dass in über 42 Prozent der Rechtsstreitigkeiten Anträge auf Gewährung von Prozesskostenhilfe gestellt worden sind.

Die vorgenannte Statistik macht sehr deutlich, dass es sich für viele Kläger gelohnt hat, Behördenentscheidungen nicht einfach zu akzeptieren, sondern diese durch Widerspruch und später Klage anzugreifen. Wenn man dazu noch berücksichtigt, dass in nicht wenigen Fällen dem Betroffenen bereits im Widerspruchsverfahren recht gegeben wird und diese dann gar nicht mehr zu klagen brauchen, so dürfte die Erfolgsquote gegen Bescheide unter Einbeziehung des Widerspruchsverfahrens insgesamt deutlich mehr als 50 Prozent betragen. Daher sollten Betroffene negative Entscheidungen der Sozialleistungsträger im Zweifel überprüfen lassen. Rechtsanwalt und

Fachanwalt für Arbeitsrecht und Sozialrecht PeterWenzel,

Meckenheim

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Image Anzeige
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 / Kampagne Rheinschiene, KW 30-51
Titel 24H Notdienst
Heimat aktiv AW
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Gülser Forum
13

Mehr als 200 Menschen kamen zum Güls Forum in die Schulsporthalle. Im Mittelpunkt stand eine Frage, die Güls seit Jahren beschäftigt und in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen hat: Wie soll sich die Nahversorgung im Ort künftig entwickeln – und was bedeuten die Planungen am Moselbogen für den heutigen Ortskern?

Weiterlesen

Blick auf das Freigelände der neuen Kita bei der Einweihungsfeier.
19

„Als Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft machen wir ganz Vieles: Straße, Brücken, Parkanlagen … aber am liebsten machen wir Kitas. Das sagte Geschäftsführer Herbert Wiemer bei der Einweihung der neuen Kita Blandine Merten in Bad Neuenahr.

Weiterlesen

Ein Provisorium ersetzt seit der Flut den früheren Christinensteg als Brücke für den Fußgänger- und Radverkehr
21

Die Flut 2021 hat in Sinzig ihre tiefen Spuren hinterlassen. Der Christinensteg, der insbesondere auch als Schulweg genutzt wird und Teil des Ahrradweges ist, ist eine der Wiederaufbaumaßnahmen. Die seinerzeit durch ein Provisorium ersetzte Brücke soll nun neu gebaut werden. Kosten: knapp vier Millionen Euro. Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2028. So hieß es im jüngsten Stadtrat von Sinzig. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
1312

An mehreren Stellen steht diese und nächste Woche ein Blitzer

In Bad Neuenahr-Ahrweiler wird geblitzt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant zur Erhöhung der Verkehrssicherheit Geschwindigkeitskontrollen an verschiedenen Standorten. In der Kalenderwoche 44 sind Messungen in der Schützenstraße im Stadtteil Ahrweiler sowie in der Sinziger Straße im Stadtteil Lohrsdorf vorgesehen.

Weiterlesen

In Bekond wurden die Siegerweine und -brände gekürt. Hier gratuliert Kammerpräsident Ökonomierat Michael Horper den erfolgreichen Brennerinnen und Brennern.
1732

Bei der Landeswein- und Sektprämierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz wurden in Bekond die erfolgreichsten Winzerinnen und Winzer sowie Brennerinnen und Brenner ausgezeichnet. Kammerpräsident Ökonomierat Michael Horper, Mittelrhein-Weinprinzessin Jill Rüttgen und Weinmajestät „Burgundia“ Jona Marie Esser aus Ahrweiler überreichten die Urkunden für die Siegerweine und Siegerbrände. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Symbolbild
505

Straßensperrung wegen Drückjagd

08.11.: Sperrung der Landesstraße 265 in Puderbach

Kreis Neuwied. Am 8. November 2026 wird die Landesstraße 265 in der Verbandsgemeinde Puderbach zwischen Puderbach und Steimel aufgrund einer Drückjagd in der Zeit von 7:30 Uhr bis 14:00 Uhr vollständig gesperrt. Der Verkehr wird in beide Richtungen umgeleitet, wobei die entsprechenden Umleitungen vor Ort ausgeschildert sind.

Weiterlesen