Allgemeine Berichte | 05.10.2021

Historische Schützen und die Bundeswehr

Hand in Hand für Heimat und Bürger

Schutz und Hilfe

Von links nach rechts: Zeljko Kondic, Manfred Löhr, Sigi Belz und Ferdi Heuwagen. Foto: privat

Kreis Ahrweiler. Die heutigen Schützenvereine und Bruderschaften können ihre Entstehung bis weit ins Spätmittelalter zurückführen. Der Bedeutung des Wortes „Schütze“ folgend, hatten die Schützen einst eine „beschützende“ Rolle und waren im Laufe ihrer Geschichte sogar für die Verteidigung der mittelalterlichen Städte und die öffentliche Sicherheit zuständig.

Seit dem Auftreten der Pest in Europa 1347 hatten die Schützen auch religiöse und karitative Aufgaben. Sie waren es, die die Pesttoten begruben und Ordnung in den entvölkerten Städten und Dörfern schaffen mussten.

Seit 1300 finden wir erste Schützenvereinigungen in den Städten Flanderns, Frankreichs und Belgiens belegt. Im 14. Jahrhundert bildeten sich in Hannover und 1381 in Hildesheim erste deutsche Schützen-Gesellschaften.

Die Bundeswehr ist seit 1956 wieder der waffengängige Arm der Bundesrepublik Deutschland und ist per Definition eine reine Verteidigungsarmee, die vor allem dem Schutz und der Verteidigung des Landes und seiner Menschen verpflichtet ist.

Bernhard Adams, Regionalpräsident der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) Region 1 ergriff in Anbetracht der katastrophalen Flut im Ahrtal die Initiative und brachte mit dem Chef der Miele Deutschland GmbH, einen effektiven Stein zur Soforthilfe ins Rollen, um den Menschen vor Ort, durch die kostenlose Bereitstellung von professionellen Waschmaschinen und Trocknern der Elektro-Edelschmiede Miele, erste Schritte zu einer Versorgung der grundlegendsten Notwendigkeiten zu bieten.

Ein Dutzend industrieller Miele Profi-Waschmaschinen und Trockner im Werte von weit über 80.000 Euro wurden kostenlos in die Katastrophengebiete angeliefert und aufgebaut und werden später, nach Beendigung der Nutzung, ebenso kostenlos, wieder abgeholt.

Und so fand diese Hilfe, durch die enge, bundesweite Vernetzung der Schützenbrüder, ihren Weg in das stark betroffene Ahrtal. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Diözesanverband Paderborn e. V. wandte sich an den Bezirksverband Rhein Ahr 1931 e.V.

Der Bezirksbundesmeister Sigi Belz vom Rhein Ahr Bezirk 1931 e.V war leider in dieser schlimmen Nacht selber stark betroffen und übergab diese Aufgabe sofort an seinen Stellvertreter Zeljko Kondic, dem stellvertretenden Bezirksbundesmeister aus dem flutverschonten Stadtteil Ramersbach, die Organisation und Durchführung aller Hilfsarbeiten für die betroffenen Ortschaften durchführen, bei dem ihm Sigi Belz mit Rat zur Seite stand.

Angefangen mit der Bedarfsabfrage in den Gemeinden und der Suche nach freiwilligen, fähigen Helfern für die Logistik, bis hin zum fertigen Anschluss der Maschinen, gruppierte der historische Schütze Zeljko Kondic (stv. Bezirksbundesmeister vom Rhein Ahr Bezirk e.V.), eine kleine, feine und schlagkräftige Orgatruppe für die Hilfe um sich.

Der erste Glücksgriff gelang ihm mit Oberstabsfeldwebel und Flugsicherheitsmeister im Taktischen Luftwaffengeschwader 33 aus Büchel, Ralf Schäfer aus Heimersheim, der sich vom Dienst freistellen ließ, um die Soforthilfe für die Ahr Region mit voller Kraft voranzutreiben.

Historische Schützen und Bundeswehr vereint in ihrer Kernaufgabe zum Schutz und zur Hilfe für die Bürger. Ebenfalls konnten gewonnen werden: Heinz-Josef Schmitz und sein Kollege Manfred Löhr von der Miele Deutschland GmbH, die ihre Erfahrung voll in die Logistik und Beratung einbrachten.

In Ahrweiler erklärte sich der Meisterfriseur Ferdi Heuwagen bereit, dieses Projekt zu unterstützen und mit zu organisieren, analog dazu konnte Zeljko Kondic für den Stadtteil Bad Neuenahr den Ortsvorsteher Richard Lindner rekrutieren und abgerundet wurde die Soforthilfetruppe. Für die Umsetzung vor Ort in Heimersheim, mit den Spezialisten für Sanitär und Heizungsarbeiten, der Steffes & Robrecht GmbH und dem, ebenfalls in Heimersheim ansässigen, Elektro-Meisterbetrieb Florian Welter, die alle kostenlos ihr Können und ihre Arbeitskraft in den Dienst der guten Sache stellten.

Bei den Maschinen handelt sich um hochmoderne Industriemaschinen, die innerhalb von 45 Minuten den Waschvorgang erledigen und somit diesen Engpass in den Flutgebieten, souverän entschärfen konnten.

Von links nach rechts: Zeljko Kondic, Manfred Löhr, Sigi Belz und Ferdi Heuwagen. Foto: privat

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