„Heimat?Land!“ #007: Die bunte Kuh aus dem Westerwald
Wer durch das Örtchen Busenhausen, das nördlich von Altenkirchen liegt, fährt, dem springt sie sofort ins Auge: die legendäre Bunte Kuh. Ein Kunstwerk aus Kunststoff, das sich tapfer dem Wäller Wind und Wetter entgegenstellt. Zwar hat der Lack im Laufe der Jahre an einigen Stellen kapituliert, doch genau das verleiht dem Rindvieh seinen ganz besonderen Charme. Perfektion wäre schließlich langweilig.
Bemalt wurde die Kuh einst von Kindern einer Kindertagesstätte. Entsprechend kreativ präsentiert sich das Muster: eine wilde Mischung aus Farben, Formen und Linien, die irgendwo zwischen moderner Kunst, Straßenkarte und dem Ausbildungsheft eines angehenden Metzgers angesiedelt ist. Wer genauer hinschaut, könnte meinen, die Bemalung erkläre Schritt für Schritt, welches Stück später einmal Roulade, Gulasch oder Sonntagsbraten werden soll.
Doch gerade diese liebenswerte Unperfektheit macht die Kuh zu einer echten Sehenswürdigkeit. Sie ist kein steriles Kunstobjekt aus einer Großstadtgalerie, sondern ein ehrliches Westerwälder Gesamtkunstwerk: bunt, etwas schräg, ein wenig verwittert und trotzdem unverwechselbar.
Ein Foto mit der Bunten Kuh gehört daher fast schon zum Pflichtprogramm eines Besuchs in Busenhausen. Und wer lange genug davorsteht, entdeckt garantiert immer neue Muster – oder zumindest neue Theorien darüber, was die kleinen Künstler damals eigentlich darstellen wollten.
Wo geht‘s hin: Zur Bunten Kuh von Busenhausen
Wo muss ich hin: Ab Altenkirchen über die L267 Richtung Norden
Was nehme ich mit: Ein Smartphone – für Selfies mit dem Rind
Über „Heimat?Land!“
In der Kolumne „Heimat?Land!“ schreibt Daniel Robbel, BLICK aktuell-Journalist und prämierter Reisebuchautor, über die schönsten Ecken der Region, einschließlich Mittelrhein, Ahrtal, Westerwald und Siegtal.
Autor Daniel Robbel. Foto: ROB
Weitere Themen
Die Bunte Kuh in Busenhausen. Foto: KH
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