Heimatcheck: Leere Busse zwischen Nickenich und Andernach?
Andernach/Nickenich. Im Rahmen des BLICK aktuell-Heimatchecks hat sich ein Leser mit einer Beobachtung an die Redaktion gewandt, die viele Menschen aus dem Alltag kennen könnten: Er nutzt regelmäßig den Bus zwischen Nickenich und Andernach und fährt nach eigenen Angaben gerne mit dem ÖPNV. Dabei falle ihm jedoch auf, dass die Busse auf dieser Strecke häufig nur schwach ausgelastet seien. Manchmal sei er allein unterwegs, gelegentlich säßen höchstens fünf Fahrgäste im Bus – das auch in so genannten „Doppeldeckerbussen“.
Kreisverwaltung bezieht Stellung
Auf Nachfrage nimmt die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz zu dieser Wahrnehmung Stellung. Eine grundsätzlich geringe Auslastung der Buslinien könne man so nicht bestätigen. Zwar komme es durchaus vor, dass einzelne Fahrten nur wenige Fahrgäste hätten, allerdings seien die Busse in sogenannte Umläufe eingebunden und auf unterschiedlichen Linien unterwegs. Das bedeute: Eine schwach frequentierte Fahrt könne unmittelbar von einer stark genutzten Fahrt gefolgt werden.
Auch die Frage nach der eingesetzten Busgröße beantwortet die Kreisverwaltung mit Blick auf den Tagesverlauf. Die großen Fahrzeuge würden insbesondere morgens während der Hauptverkehrszeiten im Schülerverkehr benötigt, um die hohe Zahl an Schülerinnen und Schülern zuverlässig zu befördern. Nach diesen Spitzenzeiten seien die Busse weiterhin verfügbar und würden daher im regulären Taktverkehr eingesetzt. Kleinere Fahrzeuge gezielt für schwächer ausgelastete Fahrten einzusetzen, wäre aus Sicht der Verwaltung nicht wirtschaftlich, da dafür zusätzliche Busse angeschafft werden müssten. Die entstehenden Kosten stünden in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen.
Was eine einzelne, kaum ausgelastete Fahrt konkret kostet, lässt sich laut Kreisverwaltung nicht beziffern. Die Personalkosten blieben unabhängig von der Fahrgastzahl bestehen, da die Fahrerinnen und Fahrer weiterbeschäftigt werden müssten. Auch das Streichen einzelner Fahrten würde daher keine relevanten Einsparungen bringen. Zwar könnten theoretisch Kosten reduziert werden, diese würden jedoch durch notwendige Leerfahrten an anderer Stelle wieder anfallen.
Überlegungen, auf wenig genutzten Strecken flexiblere oder kleinere Fahrzeuge einzusetzen, gibt es derzeit nicht. Die Kreisverwaltung verweist dabei erneut auf die bestehenden strukturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
ROB
