Heimathelden: Hospiz-Verein Rhein-Ahr: Beistand in der letzten Lebensphase
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Thema Sterben ist in der Gesellschaft häufig mit Isolation verbunden. Schwerstkranke und sterbende Menschen werden nicht selten aus dem Alltag herausgelöst und verbringen ihre letzte Lebensphase abseits ihres gewohnten Umfelds.
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 77 Prozent der Menschen in Deutschland in Senioreneinrichtungen oder Krankenhäusern sterben. Demgegenüber äußerten 76 Prozent der Befragten den Wunsch, zu Hause zu sterben. Tatsächlich stirbt jedoch nur ein geringer Teil im häuslichen Umfeld, da viele Angehörige die zeitliche und organisatorische Betreuung nicht leisten können.
Um dieser Situation entgegenzuwirken, engagiert sich im Ahrkreis seit 1992 der Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V. Der Verein verfügt derzeit über 82 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter, die schwerstkranke Menschen und ihre Familien unterstützen.
Ehrenamtler leisten vielfältige Arbeit
Die Ehrenamtlichen leisten Besuchsdienste, gehen individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen ein und nehmen sich Zeit zum Zuhören. Ziel ist es, Sterbende und ihre Angehörigen zu entlasten und ihnen in dieser Phase Beistand zu leisten. Neben dem ambulanten Dienst betreibt der Verein seit zehn Jahren auch ein stationäres Hospiz in Bad Neuenahr. Der Verein betont, dass Sterben kein Krankheitszustand, sondern Teil des Lebens ist und dass die Begleiterinnen und Begleiter keine Sterbehilfe leisten.
Die Ehrenamtlichen werden in einem 140-stündigen Vorbereitungskurs auf ihre Aufgaben vorbereitet. Während ihrer Tätigkeit stehen sie in regelmäßigem Austausch mit den Koordinatorinnen des Vereins. Zur Qualitätssicherung werden Fortbildungen angeboten, die Inhalte des Vorbereitungskurses vertiefen oder neue Aspekte der Begleitung behandeln. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer professionellen Supervision durch externe Fachkräfte. Weitere Informationen sind unter www.hospiz-rhein-ahr.de abrufbar.
Heimathelden gesucht!
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ROB
