Allgemeine Berichte | 11.11.2025, 10:31 Uhr

HeimatHelden: Leon Retterath hat das Herz am rechten Fleck

Der 23-Jährige packt in seiner Heimat kräftig an.  Foto: privat
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Glees. Wenn man in Glees nach jemandem sucht, der immer da ist, wenn Hilfe gebraucht wird, fällt schnell der Name Leon Retterath. Der 23-Jährige studiert Lehramt für Mathematik und Chemie mit dem Ziel, später an einem Gymnasium zu unterrichten. Doch schon jetzt investiert er seine Zeit und seine Energie mit beeindruckender Selbstverständlichkeit zugunsten der Gemeinschaft.

Seine Leidenschaft gilt dem Tanzen. Seit seinem elften Lebensjahr steht Leon in der Garde der Karnevalsgesellschaft Glees auf der Bühne. Als eines der wenigen noch aktiven Gründungsmitglieder ist er heute nicht nur Tänzer, sondern auch engagiertes Vereinsmitglied. „Tanzen ist für mich nicht nur Sport, sondern auch Freundschaft und Gemeinschaft“, sagt er. Dieses Gemeinschaftsgefühl prägt ihn. So sehr, dass er mit einer Freundin regelmäßig ein zusätzliches Nachholtraining anbietet, damit niemand in der Gruppe den Anschluss verliert. Darüber hinaus engagiert sich Leon im Vorstand der Karnevalsgesellschaft und als Trainer des Männerballetts. Mit einem Schmunzeln erzählt er, dass es zwar nicht immer leicht sei, „so viele Chaoten auf die Bühne zu bringen“, aber genau das mache den Reiz aus. Zu Hochzeiten war er viermal pro Woche fürs Tanzen im Einsatz.

Doch nicht nur auf der Bühne zeigt Leon Einsatz. Seit seinem zwölften Lebensjahr ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Glees, erst in der Jugendfeuerwehr, heute in der aktiven Wehr. Dort kümmert er sich um das 2020 neu gebaute Feuerwehrhaus, ein Ort, der für ihn weit mehr ist als nur eine Einsatzbasis. „Das ist unser Zuhause, unser Treffpunkt“, sagt Leon. Oft organisiert er kleine Feiern für die Kameradinnen und Kameraden und sorgt anschließend selbst dafür, dass alles wieder blitzblank ist. Ob Karneval, Feuerwehrfest, Kirmes oder JGV-Fest: Leon ist immer zur Stelle, wenn es etwas aufzubauen, zu feiern oder aufzuräumen gibt. Sein Engagement ist für ihn keine Pflicht, sondern Freude am Miteinander.

Ein besonderes Kapitel

Ein besonderes Kapitel in Leons Geschichte ist seine Stammzellspende im vergangenen September. Für ihn war es selbstverständlich, einem fremden Menschen das Leben zu retten. Auch regelmäßige Blut- und Plasmaspenden gehören für ihn dazu. Geprägt wurde Leon schon früh durch familiäre Herausforderungen. Seine Mutter erlitt einen Schlaganfall, als er erst zwei Jahre alt war, und auch seine Großmutter war lange Zeit auf Hilfe angewiesen. Diese Erfahrungen haben ihn sensibilisiert und ihm früh gezeigt, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein. Als seine Großeltern älter wurden übernahm Leon Verantwortung und das mit Einsatz und Herz.

Neben Studium und Ehrenamt arbeitet Leon im kleinen Dorfladen des Nachbarorts – jenem Ort, an dem einst seine Oma lebte. Der Laden ist der letzte seiner Art im Dorf und dank eines 24/7-Konzepts eine wichtige Anlaufstelle für alle, die mobil eingeschränkt sind oder spät einkaufen möchten. Zusammen mit seinen Kolleginnen sorgt Leon dafür, dass diese Tradition erhalten bleibt. Was ihn antreibt, fasst Leon in einem einfachen, aber tiefsinnigen Satz zusammen: „Du musst nicht die ganze Welt verbessern. Bring einfach Freude und Sonnenschein in die kleine Welt, die du dir selbst aufgebaut hast.“ Mit seiner offenen Art, seinem sozialen Engagement und seinem unermüdlichen Einsatz für andere ist Leon Retterath genau das, was man in Glees einen echten Heimathelden nennt.

ROB

Der 23-Jährige packt in seiner Heimat kräftig an. Foto: privat

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