Allgemeine Berichte | 13.12.2017

Unesco-Welterbe in Niederbachem ausgestellt

Heimatverein zeigt einzigartige Stücke aus der Grube Messel

Dr. Thomas Lehmann von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung referierte zur Eröffnung

Dr. Thomas Lehmann (l.) und das Ehepaar Thelen standen für Fragen zur Verfügung.  CEW

Wachtberg-Niederbachem.Einen spannenden Vortrag gab es am zweiten Dezembersamstag um 17 Uhr in Niederbachem von Dr. Thomas Lehmann zur Sonderausstellung im Heimatmuseum Niederbachem zu hören. Der Forscher der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wies auf Parallelen zwischen der Grube Messel und die in der Eifel heutzutage noch im Vorgang befindlichen geologischen Geschehnisse hin. Auch die Grube Messel ist vor Jahrmillionen ein Maar gewesen, wie es sie bis heute in der Eifel gibt. Es hatten sich Seen gebildet, die keinen Zulauf mehr hatten und schließlich verlandet sind, sodass keinerlei Wasser mehr an der Oberfläche erkennbar war. Gerade solche ehemaligen Gewässer sind in dem Erhaltungsgrad, wie er in der Grube Messel vorgefunden wurde, für Forscher ein wahres Eldorado. Hier kann man tatsächlich Entwicklungen und evolutionäre Vorgänge, wie sie vor Jahrhunderten und Jahrtausenden stattgefunden haben, praktisch und nah am Objekt nachvollziehen. So hat man beispielsweise in der Grube Messel am versteinerten Tier eine Nahrungskette nachvollziehen können. Man hatte eine Schlange gefunden, in deren Bauch sich eine Echse befand, deren Magen wiederum einen Käfer enthielt. Anhand der Funde ist ebenfalls nachzuvollziehen, dass zur Entstehungszeit der Grube Messel das sogenannte Urpferd auch in unseren Regionen heimisch war.

Allerdings waren zur Zeit der Entstehung die Kontinentalschichten noch vollkommen anders verteilt, als dies heute der Fall ist, erklärte der Wissenschaftler. Die Kontinente hingen zusammen, sodass die Tiere quasi mit trockener Pfote von Europa zum heutigen Amerika und zurück laufen konnten. Erst nach der Trennung der Kontinentalplatten entwickelten sich viele Tiere bzw. Tierarten in unterschiedliche Richtungen, spezifisch auf die Lebensverhältnisse des jeweiligen Kontinents angepasst.

Fundstücke bieten tiefe Einblicke in die Vergangenheit

Die Grube Messel gehöre aus zwei Gründen zum Unesco-Welterbe, war von Dr. Thomas Lehmann zu hören. Hier findet man Tiere in einem unfassbar guten Erhaltungsgrad, sodass sie für die Forschung von unermesslichem Wert sind. Umso erschreckender ist es, dass diese Grube vor rund einem halben Jahrhundert eine Mülldeponie hätte werden sollen. Eine weitere große Gefahr für die Grube Messel war in der weniger friedlichen Vergangenheit unseres Landes auch das Bestreben Deutschlands, selbst Treibstoff aus erhitzten fossilen Schichten herzustellen. Der zweite Grund, aus dem diese Sammlung zum Unesco-Welterbe gehört, ist neben dem Erhaltungsgrad der Fundtiere die besondere Menge und die besondere Diversität der gefundenen Stücke. Nicht nur Säugetiere kann man hier nachweisen, sondern auch Weichtiere, Kleintiere, Blatt- und Wurzelwerk. Anhand dieser Fundstücke sind viele Vorgänge der Vergangenheit eindeutig abzulesen. Für die heutige Zeit ist vor allem wichtig, dass man Parallelen aus den damaligen evolutionären Vorgängen bzw. aus den damaligen Entwicklungen auf heutige in der Natur zu beobachtende Phänomene ziehen kann.

Persönliches Engagement machte die Ausstellung möglich

Die Möglichkeit, im kleinen Niederbachem diese außerordentliche Sammlung im Heimatmuseum zu besichtigen, hat das Drachenfelser Ländchen dem Engagement des Ehepaars Thelen zu verdanken. Dieses hatte durch sein Interesse an der Grube Messel einen Hinweis gefunden, dass das dortige Institut in Abschnitten auch Ausstellungsstücke verleiht. Die beiden waren auf die Idee gekommen, diese wertvollen Stücke auch der Bevölkerung in Wachtberg und den benachbarten Orten zugänglich zu machen, und stellten den Kontakt zum Institut her. Dankenswerterweise ist es deshalb jetzt am 16. und 17. Dezember jeweils von 11 bis 18 Uhr möglich, diese bedeutende Ausstellung zu besichtigen. Weitere Öffnungszeiten werden im Januar bekannt gegeben.

Auch das hier abgebildete Fundtier hatte völlig andere Proportionen, als wir sie von den heutzutage vorherrschenden Lebewesen kennen.

Auch das hier abgebildete Fundtier hatte völlig andere Proportionen, als wir sie von den heutzutage vorherrschenden Lebewesen kennen. Foto: Chris Weber

Dr. Thomas Lehmann (l.) und das Ehepaar Thelen standen für Fragen zur Verfügung. Fotos: CEW Foto: Chris Weber

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