Allgemeine Berichte | 22.03.2016

Sing- und Theatergruppe Feinherb präsentierte flotten Dreiakter

„Heiter bis wolkig“

Trierer Hinnerhof-Platt traf auf Mosel-Krampen-Slang

Augenweide Jaqueline, alias Silvia Fett (li.), entpuppt sich bei Schweizers schnell als stadtbekannte Schlingpflanze die nur auf ihren Vorteil aus ist. TE

Ellenz-Poltersdorf. „Heiter bis wolkig“ ging es auf der Bühne der Ellenzer „Sing- und Theatergruppe Feinherb“ diesmal zur Sache, wo sich das exzellent aufspielende Ensemble einmal mehr auf Anhieb in die verliebten Herzen und leidensfähigen Zwerchfelle seines verwöhnten Publikums spielte. Unter der Regie von Dieter Schulz präsentierte sie heuer ein Lustspiel unter gleichem Namen, dass in den 1950er-Jahren entstand und für die Mosel-Bühne der „feinherben“ Gastgeber einen neuen und äußerst attraktiven Feinschliff erhielt. Dieser offenbarte sich den Theatergästen nicht nur per trefflichem Bühnenbild und toller Requisite, sondern auch durch die gelungene Präsentation in moselfränkischer Mundart, bei dem im aktuellen Dreiakter der berühmte „Mosel-Krampen-Slang“ auf das derbe Trierer „Hinnerhof-Platt“ traf. Dies inklusive hervorragend aufgelegter Darsteller, die nicht nur ihre jeweilige Rolle beherrschten, sondern völlig in dieser aufgingen. Mit Bernhard Konzen konnte die gestandene Theatergruppe in diesem Jahr überdies einen gern gesehenen Neuzugang begrüßen, der seinen flotten Bühnenpart auf Anhieb meisterte. Witz und Lokalkolorit sind bei den Aufführungen der Moselaner nicht nur stets das Salz in der Suppe, sondern auch der willkommene Rote Faden der ihre Theaterstücke stets liebevoll oder heftig-deftig umgarnt. So auch in diesem Jahr, wo die Schauspieler sich als Plattform ihrer Spiels den Gastraum einer heimischen Kneipe ausgesucht hatten, in welcher Wirtin Leni Schweizer (Andrea Serwazi) und ihr Göttergatte Anton Schweizer (Anja Schneiders) als Pächter das Sagen haben. Anja Schneiders brillierte dabei wieder einmal in einer männlichen Rolle, die sie schon seit vielen Jahren beim Ellenzer Ensemble übernimmt und stets darin zu glänzen weiß. Geschehnisse der unliebsamen aber amüsanten Art drängten sich in der Folge auf der Bühne in den Vordergrund, als der in Trier wohnhafte und eigentliche Besitzer des Gasthauses, August Bömer (Christian Zenzen), auf der Bildfläche erschien und in seinem Schlepptau die Augenweide Jaqueline (Silvia Fett) mit sich führte. Mit dieser war er zuvor bei einem von ihm verursachten Unfall zusammengestoßen und bot sodann der Geschädigten, als kleine Wiedergutmachung, einen kostenlosen Wellness-Aufenthalt in Schweizers Gasthaus an. Alsbald stellte sich jedoch heraus, dass die schöne Jaqueline ein waschechtes Luder ist und als stadtbekannte Klette einen unschönen Ruf genießt.

Dummerweise tauchte jetzt auch noch Bömers Ehefrau Lisbeth (Sonja Fuhrmann-Weber) in der Gaststätte auf und offenbarte sich als vorsitzendes Kontrollorgan des Vereins zur Überwachung unsolider Männer. Julius Wipperling alias Erhard Kranz musste für den feigen Bömer jetzt als Ausrede herhalten, denn Letztgenannter gab diesen gegenüber seiner Angetrauten als Ehemann von Jaqueline aus. Jener war im Stück allerdings mit der „Quasselstrippe“ Thekla (Maria Oster) standesamtlich liiert, die ihrem Mundwerk ungebremst freien Lauf ließ. Dagegen gab Julius den Volldepp, der vor allem mit seiner Tollpatschigkeit zu erfreuen wusste. Debütant Bernhard Konzen spielte Schweizers Bruder Albert, der sich in Bömers Schwester Alwine (Elke Zenz) verguckte und keinen Hehl aus seiner innigen Zuneigung machte. Das Stück nahm Fahrt auf, als der Schmuck von Lisbeth Bömer unauffindbar und gleichzeitig mit ihm auch Jaqueline von der Bildfläche verschwunden war. Turbulent und amüsant trieben es die Akteure mit ihrem Spiel bis zum finalen Happy End auf die Spitze und hinterließen auch in diesem Jahr ein restlos begeistertes Publikum.

Skilanglauf an der Mosel.., wo sind wir denn hier gelandet? Dussel Julius

Skilanglauf an der Mosel.., wo sind wir denn hier gelandet? Dussel Julius

Eine gute Ausrede, serviert mit einem gewinnenden Lächeln, hilft oftmals Unbliebsames zu vertuschen. Bömer (Christian Zenzen) versucht es.

Eine gute Ausrede, serviert mit einem gewinnenden Lächeln, hilft oftmals Unbliebsames zu vertuschen. Bömer (Christian Zenzen) versucht es.

Augenweide Jaqueline, alias Silvia Fett (li.), entpuppt sich bei Schweizers schnell als stadtbekannte Schlingpflanze die nur auf ihren Vorteil aus ist. Fotos: TE

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