Landesbühne Rheinland-Pfalz: Aufführungen im Schlosstheater Neuwied
Heitere Erinnerungen mit der Feuerzangenbowle
Heinrich Spoerls Klassiker wird bis zum 23. Oktober gezeigt
Neuwied. „Trauriges Leben“, „Armes Schwein“, „Dann sind Sie ja gar kein Mensch - sozusagen“. Zu fortgeschrittener Stunde ist sich der Feuerzangen-Zirkel einig. Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer hat das Beste in seiner Jugend verpasst. Sein Abi hat der erfolgreiche Schriftsteller bei einem Hauslehrer gemacht. Aber nur der Besuch eines Pennals verglänzt die Schülerzeit und verklärt die Jugend. Die Erinnerungen an die Streiche oder die Lehrer, insbesondere die Originale, bleiben ewig erhalten und bereichern das Leben. Also beschließt die fröhliche Männerrunde, bestehend aus Justizrat Fleisch (Peter Nüesch), Apotheker Fröbel (Manfred Molitorisz) und Bankier Etzel (Helmut Büchel), den Gefährten zur Schule zu schicken. Zu verlockend die Idee, als dass Dr. Johannes Pfeiffer (Tino Leo) lange überlegen muss und bereitwillig mitmacht. Natürlich versuchen die Schulkameraden sich den neuen Oberprimaner Hans Pfeiffer zurechtzubiegen. Das geht mächtig schief und ganz im Gegenteil schnellt der Neue in der Beliebtheitsskala ganz nach oben. Hans Pfeiffer ist eine echte Hilfe und macht geniale Streiche. Zudem lässt sich in seinem Apartment, mit der allgegenwärtigen Vermieterin Frau Windscheid (Carole Schmitt), prima feiern. Was die Lehrer anbelangt, werden die Erwartungen von Johannes Pfeiffer nicht enttäuscht. Mit Professor Crey, genannt Schauz (Manfred Molitorisz), Prof. Bömmel (Helmut Büchel) und dem Schuldirektor Knauer hat er es mit echten Typen zu tun. Das Trio mit den unterschiedlichen Mundarten ist eine Klasse für sich und begeisterte die Premierengäste in der vergangenen Woche. So mancher schien sich an seine eigene Schulzeit zu erinnern. Nicht gerechnet hat der eigentlich verlobte Dr. Johannes Pfeiffer allerdings mit Eva (Michelle Wisemes), die ihm ordentlich den Kopf verdreht. Ein geistesgegenwärtiger Schnellimbiss zeigt, dass Liebe durch den Magen geht. Gemeint ist ein Liebesbrief. Die angehende Lehrerin ist nämlich ausgerechnet die Tochter von Direktor Knauer. Der hat eigentlich ganz andere Pläne mit Eva. Mit einer List und einen ordentlichen Einkommenssteuerbescheid lässt sich der Vater aber eines Besseren belehren. Als Hans Pfeiffer in die Rolle von Professor Crey schlüpft, steuert das Stück auf seinen Höhepunkt zu. Eigentlich wollte die Oberschulrätin (Carole Schmitt) die Eignung des Professors für das Direktorat einer eigenen Schule prüfen. Und dann wächst auch noch der kleine Luck (Justin Benedict Dörpinghaus) über sich hinaus, als es ihm gelingt, den Schulbetrieb für einen Tag lahmzulegen. Die Landesbühne Rheinland-Pfalz im Schlosstheater zeigt die Feuerzangenbowle, inszeniert von Jan Bodinus. Er hält sich dabei an den Bestseller von Heinrich Spoerl aus dem Jahr 1933. Mehrmals wurde die Geschichte mit abgewandeltem Drehbuch verfilmt. Am berühmtesten ist sicherlich der Film von 1944 mit Heinz Rühmann, der sich eng an die literarische Vorlage hält. Weitere Vorstellungen sind vom 11. bis 14. Oktober und vom 17. bis 23. Oktober jeweils um 20 Uhr. Die Aufführung am Sonntag, 21. Oktober wird ausnahmsweise schon um 16 Uhr gezeigt. Telefonisch ist die Landesbühne Rheinland-Pfalz unter Tel. (0 26 31) 2 22 88 erreichbar, e-mail: info@schlosstheater-neuwied.de
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Als Hans Pfeiffer in die Rolle von Prof. Crey schlüpft und die Oberschulrätin vorbeischaut, erreicht das Stück seinen Höhepunkt. Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P
Zum Finale läuft der kleine Luck zur Höchstform auf und legt die Schule einen Tag lang lahm. Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P
Für die Direktorentochter Eva schwärmen alle Jungs aber nur Hans Pfeiffer kann bei ihr landen Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P
