Bundesverdienstkreuz für Stefan Raetz
Herausragendes ehrenamtliches Engagement
Rheinbach. Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Rheinbachs scheidender Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) kurz vor dem Ende seiner Amtszeit, die am 31. Oktober ausläuft, ausgezeichnet. Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD) und Landrat Sebastian Schuster (CDU) überreichten dem 61-Jährigen die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehene Auszeichnung in einem Festakt im Himmeroder Hof. Damit werde insbesondere sein herausragendes ehrenamtliches Engagement gewürdigt, stellte die Regierungspräsidentin klar.
Über lange Jahre habe Raetz die Kommunalpolitik in Rheinbach und darüber hinaus geprägt, unter anderem als Sprecher der Bürgermeister im Rhein-Sieg Kreis sowie als Präsidiumsmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Hinzu komme ein nachhaltiges soziales Engagement in seiner Heimatstadt Rheinbach, deren Bürgermeister er seit 1999 ist. Die Früchte seines ehrenamtlichen Einsatzes strahlten sogar bis nach Togo in Afrika aus, so Walsken. Aufgrund seiner umfangreichen Verdienste für das afrikanische Land und die dortige Begabtenförderung habe ihn der regionale König sogar zum Ehrenhäuptling des Dorfes Kusuntu ernannt. „Das damit verbundene Angebot zweier Jungfrauen hat Raetz allerdings dankend abgelehnt“, schmunzelte die Regierungspräsidentin. Stattdessen habe Raetz eine Straße benennen dürfen, die nun „Rue Rheinbach“ heiße. Nicht nur damit habe er seine Wahlheimat über die Region hinaus bekannt gemacht.
Doch nun werde der gebürtige Flensburger, der zusammen mit seiner Frau Brigitta seit vielen Jahren in Rheinbach verwurzelt sei, mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein langjähriges und intensives Engagement, vor allem im kommunalpolitischen Bereich, geehrt. Als gebürtiger Flensburger habe er es immer verstanden, mit Diplomatie und großer Sachkenntnis die Schiffe der Politik zu steuern und auf Kurs zu halten.
Landrat Schuster hob die Verdienste des frischgebackenen Bundesverdienstkreuz-Trägers hervor: „Durch sein vielfältiges Engagement weit über die Stadtgrenzen und unmittelbaren Aufgabenbereiche hinaus hat er der Stadt Rheinbach, aber auch dem Rhein-Sieg-Kreis insgesamt, zu einem höheren Ansehen verholfen.“ Immer habe er die Interessen aller Seiten im Blick, was einer Einigung schon häufig den Weg bereitet habe. Raetz sei in seiner Eigenschaft als Sprecher der Bürgermeister des Kreises auch für ihn als Landrat ein wichtiger Ansprechpartner, „unabhängig davon eint er die Kollegen, egal ob es um Auseinandersetzungen mit dem Kreis oder anderen Ebenen geht.“
Norbert Portz, Beigeordneter des deutschen Städte- und Gemeindetages, charakterisierte Raetz als „innovativen Gestalter und Macher für das Allgemeinwohl“. Dies machte er hauptsächlich an dessen überzeugenden Eintreten für eine dem Allgemeinwohl verpflichtete Bauland- und Wohnungspolitik in wichtigen Gremien auf Bundes- wie auf Landesebene fest. Besonders hervorgehoben werden müsse auch sein Engagement in der kommunalen Partnerschaft des Friedens zwischen Rheinbach und den ehemaligen französischen Schlachtfeldgemeinden Douaumont-Vaux. Dafür habe Raetz im vergangenen Jahr in Verdun die Friedensmedaille der Stadt für sein Engagement in der deutsch-französischen Freundschaft erhalten und habe als erster Deutscher nach Bundeskanzlerin Angela Merkel die „Flamme des Gedenkens“ entzünden dürfen.
„Unsere Gesellschaft ist auf das Ehrenamt angewiesen“, gab Raetz in seiner Dankesrede einen Ausblick auf sein weiteres Wirken. Er freue sich über die Auszeichnung und sehe sie als Verpflichtung und Motivation, sich auch weiterhin ehrenamtlich einzubringen. Rückblickend müsse er sich allerdings selbst fragen, wie er all seine Ehrenämter neben seinem Hauptberuf als Bürgermeister habe schaffen können. Seine augenzwinkernde Lösung: „Der Tag hat 24 Stunden, aber dann kommt auch noch die Nacht dazu.“ Doch wer Freude an der Arbeit habe und überzeugt sei von dem, was er tue, habe keine Zeitprobleme. Raetz war überzeugt, dazu beigetragen zu haben, dass Rheinbach weithin einen guten Ruf genieße und warnte zugleich davor, diesen guten Ruf durch interne Querelen kaputt zu machen. Auch künftig wolle er sich in den heimischen Vereinen engagieren, „denn das tut man nicht für sich, sondern für andere – man bekommt aber etwas zurück.“
JOST
