Allgemeine Berichte | 20.10.2021, 15:39 Uhr

Rechtzeitig handeln

Herbst-Winter-Blues muss nicht sein

Rhein-Sieg-Kreis. Die Tage werden nasser, kühler und dunkler und somit sehr ungemütlich. Dadurch verändert sich bei einigen Menschen die Stimmung. Sie ziehen sich mehr zurück, werden sogar melancholisch: der sogenannte Herbst-Winter-Blues hat sich eingestellt. Schuld daran ist das fehlende Tageslicht. Denn bei Dunkelheit kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Melatonin; es steuert unseren Schlaf.

Aus dem Herbst-Winter-Blues kann sich eine depressive Störung entwickeln. Daher sollte man sich unbedingt davor schützen. „Der beste Schutz ist der regelmäßige, tägliche Aufenthalt im Freien,“ rät Dr. Kirsten Hasper, Leiterin des Gesundheitsamtes beim Rhein-Sieg-Kreis. Die beste Zeit dafür ist am Vormittag oder über Mittag, denn zu der Tageszeit kann man am meisten „Licht tanken“. Auch wenn man die Sonne nicht sieht - sie ist da!

Trotz aller Vorbeugungsmaßnahmen kann sich der Blues manchmal zu einer Saisonal Abhängigen Depression (SAD) entwickeln. Normalerweise verläuft sie milder als andere Depressionen. Neben den geläufigen Symptomen wie Niedergeschlagenheit, fehlendem Schwung und Elan, Interessen- und Freudlosigkeit und Konzentrationsstörungen kommt es bei einer SAD zu anhaltender Müdigkeit und gesteigerten Schlafbedürfnis, Heißhunger auf Süßigkeiten und Gewichtszunahme.

Um die gesundheitliche Situation im Falle einer Erkrankung zu verbessern, hilft beispielsweise eine Lichttherapie. Entsprechende Lampen gibt es im Fachhandel zu kaufen. Die Lichtquelle sollte dazu möglichst 10.000 Lux stark sein und darf nicht weniger als 2.500 Lux haben. Zum Vergleich: normale Zimmerbeleuchtung beträgt ca. 300 bis 500 Lux, ein heller Sonnentag kann aber bis zu 100.000 Lux strahlen.

Bei anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollte eine ärztliche Praxis aufgesucht werden, um die Ursachen abklären zu lassen. Niemand braucht Angst vor dem Gespräch zu haben. Es gibt therapeutische Angebote für Betroffene (Medikamente und/oder Psychotherapie). Diese sollten unbedingt wahrgenommen werden. Denn eine Depression kann jeden treffen! Sie hat viele Gesichter und ist erfolgreich behandelbar!

Weitere Informationen sind unter anderem auf der Seite des Deutschen Bündnisses gegen Depression, dessen Regionalbündnis Bonn/Rhein-Sieg auch das Kreisgesundheitsamt angehört (www.buendnis-depression.de), zu finden. Hilfsangebote im Rhein-Sieg-Kreis bestehen bei den vier regional zuständigen Sozialpsychiatrischen Zentren und auch bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Rhein-Sieg-Kreises in Troisdorf.

Pressemitteilung Rhein-Sieg-Kreis

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