Tag der offenen Tür des THW Montabaur
„Heros Montabaur 22/51“ trotzt allen Schwierigkeiten
Zahlreiche Vorführungen und Mitmachangebote rundeten die gelungene Veranstaltung ab
Montabaur. In Montabaur hatte das Technische Hilfswerk zu einem „Tag der offenen Tür“ ins Gewerbegebiet Horresser Berg eingeladen. Die Mitglieder des Ortsvereins stellten dabei wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis, warum das THW weltweit einen ausgezeichneten Ruf genießt.
Bereits am Eingang zogen die ausgestellten Einsatzfahrzeuge die Aufmerksamkeit auf sich. Besonders der Gerätekraftwagen I, der bei Bedarf unter dem Funkrufnamen „Heros Montabaur 22/51“ fährt, strotzt vor Technik: Er birgt neben einer Seilwinde, Hebe- und Beleuchtungssätze, einen Stromerzeuger sowie Atemschutzgeräte und eine Brennschneidausstattung. Heros Montabaur lässt die unwägbaren Schwierigkeiten erahnen, wenn der schwere LKW zum Einsatz kommt.
Etwas weiter füllen Tino, Tim und Paul (alle sieben Jahre) begeistert Sandsäcke. Für sie ist es einen Riesenspaß, die Säcke von der Sandstation zu der, nur wenige Meter entfernten, Mauer zu schleppen, um sie dort zu stapeln. Doch die Wahrheit sieht im Ernstfall ganz anders aus, die zahlreichen Unwetterkatastrophen in Deutschland zeigten, welche körperliche Schwerstarbeiten die Mitglieder des THW leisten: Es ist Knochenarbeit, unermüdlich Sandsäcke zu füllen und sie per Hand an Ort und Stelle zu bringen, um Wassereinbrüche zu verhindern oder umzuleiten.
Beim Rundgang durch das Gelände fiel als nächstes der Hochgerüstturm ins Auge, auf den sich nur wenig Besucher wagten. Am Horresser Berg war er selbstverständlich nur zu Demonstrationszwecken aufgebaut, im Einsatz wird der etwa 10 bis 15 Meter hohe Turm unter anderem dringend benötigt, um an, ansonsten unerreichbare Stellen bei einsturzgefährdeten Bauwerken, zu gelangen.
Interessiert verfolgten die zahlreichen Besucher die technischen Vorführungen: Zentimeterdicke Stahlbetonplatten zu spalten stellt das THW ebenso wenig ein Hindernis dar, wie das Schneiden solcher eigentlich undurchdringbaren Mauern: Leistungsstarke Bohrhämmer, mit denen ein erschütterungsfreies Arbeiten möglich ist, oder wassergekühlte Kettensägen sind im Notfall Hilfen von unschätzbarem Wert.
Die über 100 Mitglieder zählende Ortgruppe um den Vorsitzenden Gerd Schlosser hatte zum „Tag der offenen Tür“ ganze Arbeit geleistet: Tagelang werkelten sie an den Aufbauten, leisteten zu den „normalen“ Arbeits- und Übungsstunden zahllose weitere, um ihren Besuchern einen Einblick in ihr ehrenamtliches Engagement zu geben. Doch der Einsatz hat sich gelohnt, der stellvertretende Ortsvorsitzende Marc Winzen ist zufrieden: „Heute hat alles gepasst“ und bringt es mit einem Satz auf den Punkt: Angebot, Wetter, Besucher haben den „Tag der offenen Tür“ zu einem gelungenen Fest gemacht.
