Allgemeine Berichte | 10.03.2025

20-jährige Münstermaifelderin erlebt Freiwilligendienst in Ruanda

Herzlichkeit auf Kinyarwanda

Katharina Gründel  Foto: privat

Münstermaifeld/Muhanga. „Ich habe schon immer gerne mit Kindern gearbeitet“, sagt Katharina Gründel. Seit August sind es auf einen Schlag rund 250 Grundschülerinnen und Grundschüler, die sie beim Lernen unterstützen darf. „Und ich lerne gerne andere Kulturen kennen“, betont die 20-jährige Münstermaifelderin, die momentan einen internationalen Freiwilligendienst mitten in Ruanda leistet. Organisiert wird diese Begegnungsmöglichkeit durch den vom Bistum Trier getragenen Verein Soziale Friedensdienste im Ausland (SoFiA). Ein aufregendes Abenteuer für die Abiturientin des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums, die bis dato noch nie außerhalb Europas war.

Seit gut sieben Monaten lebt Katharina in einem Konvent mit Schwestern des Ordens Notre Dame de Guadeloupe in Muhanga, etwa eineinhalb Busstunden von der Hauptstadt Kigali entfernt. Ihr Tag ist strukturiert durch die Gebetszeiten der Schwestern und durch die Unterrichtsstunden der benachbarten Grundschule, die die Kinder hier bis zur 6. Klasse besuchen. Sie unterstützt beim Englischlernen, aber auch beim Musik- und Kunstunterricht. Eine neue Erfahrung für sie. „Eigentlich liegen mir eher Mathe und Naturwissenschaften.“ Trotzdem finde sie sich gut zurecht. „Ich finde es beeindruckend, dass man sich so nahe sein kann, obwohl es auch Sprachprobleme gibt. Ich habe die Schwestern und die Kinder sehr ins Herz geschlossen.“

Was bei Heimweh hilft

Heimweh habe sie ab und an, aber sie telefoniere regelmäßig mit ihren Eltern und halte über WhatsApp Kontakt zu Freunden. „Da ist es natürlich sehr praktisch, dass die Zeitverschiebung momentan nur eine Stunde beträgt, und wenn in Deutschland die Uhren wieder umgestellt werden, haben wir in Ruanda sogar die gleiche Zeit wie daheim.“ Zudem habe sie viel Kontakt mit anderen SoFiA-Freiwilligen in anderen Einsatzländern, die sie im Vorbereitungsseminar in Deutschland kennengelernt hat. „Wir tauschen uns regelmäßig aus“, das sei sehr wertvoll, weil die anderen jungen Menschen gerade alle ähnliche Erfahrungen machten. Zudem fährt sie am Wochenende öfter in die Hauptstadt und besucht dort andere Freiwillige. Doch die größte Hilfe gegen Heimweh seien ganz klar die Kinder und die 21 Ordensschwestern, bei denen sie lebt. „Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen und ich fühle mich super wohl“, betont Katharina, die ihr eigenes Zimmer hat, aber alle Mahlzeiten gemeinsam mit den Frauen einnimmt. „Ich helfe auch gerne beim Kochen oder auch mal im Garten.“ Das Essen schmecke ihr gut, „aber die Auswahl an Käse, die es Zuhause gibt, vermisse ich“, sagt sie mit einem Lachen „...und selbst Auto zu fahren.“ In Ruanda nutzen die Menschen für längere Strecken den Bus und für kürzere Distanzen nimmt man ein Motorrad-Taxi. „Das macht allerdings auch Spaß“, gibt die junge Frau zu und gleichzeitig kann sie ihre Sprachkenntnisse in Kinyarwanda anwenden, um den Fahrpreis zu verhandeln.

Wie es nach dem Jahr im Ausland für sie weitergehen wird, das überlegt die Münstermaifelderin noch. Erst einmal kommen ihre Eltern und ihre jüngere Schwester sie demnächst besuchen. „Ich freue mich schon darauf, ihnen alles zu zeigen.“ Wobei sie jetzt schon etwas wehmütig auf den anstehenden Abschied von Ruanda im Sommer blickt. „Ich habe die Handynummern von einigen Schwestern, da werden wir sicherlich den Kontakt halten.“

Auslandsaufenthalt mit SoFiA

Die Sozialen Lerndienste im Bistum Trier/SoFiA e.V. (Soziale Friedensdienste im Ausland) ermöglichen jungen Menschen einen Freiwilligendienst an verschiedenen Einsatzstellen. Bewerbungen für einen Freiwilligendienst mit SoFiA sind derzeit möglich. Einsatzorte sind Bolivien, Brasilien, Peru, Indien, Jordanien, Rumänien, Litauen, Frankreich, Burkina Faso, Malawi, Ruanda, Uganda und Nigeria.

Kontakt unter Tel. 06 51-9 93 79 63 01, per E-Mail: sofia@soziale-lerndienste.de oder unter www.sofia-trier.de

Pressemitteilung Bistum Trier

Katharina Gründel Foto: privat

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