Lebensrettende Hilfe trotz Gefahr: Meckenheimer Rettungswagen für Kyjiw
Hilfstransport in Kriegsgebiet
Meckenheim. Im Juni 2025 brachte der Verein Meckenheim hilft e.V. erneut dringend benötigte Hilfe in die Ukraine. Im Zentrum des Hilfstransports stand die Übergabe eines Rettungswagens an den ukrainischen Zivilschutz in Kyjiw. Neben dem Fahrzeug wurden auch medizinisches Equipment, Medizintechnik und weitere Ausrüstung für den Katastrophenschutz geliefert.
Ursprünglich war vorgesehen, im Rahmen dieser Aktion insgesamt sechs Fahrzeuge zu überführen. Aufgrund der sich massiv verschärfenden Sicherheitslage – mit mehreren hundert Drohnenangriffen pro Nacht – musste dieser Plan jedoch kurzfristig angepasst werden. „Die Lage vor Ort ist derzeit hochgefährlich. Dennoch war die Notwendigkeit der Übergabe des Rettungswagens so dringlich, dass wir entschieden haben, mit einem kleinen, erfahrenen Team dennoch loszufahren“, erklärte Stefan Pohl, Vorsitzender des Vereins.
Das Team brachte das Fahrzeug erfolgreich nach Kyjiw, wo es offiziell an den Zivilschutz übergeben wurde. An der Zeremonie nahm auch Iryna Shum teil, die frühere Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf. Die Reise verlief unter erschwerten Bedingungen, begleitet von mehreren Luftalarmen – ein bedrückender Hinweis auf die anhaltende Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg.
Das Team kehrte trotz der Gefahren wohlbehalten nach Deutschland zurück. „Einmal mehr haben sich unsere eigens entwickelten Sicherheitsprotokolle bewährt“, sagte Pohl und bedankte sich ausdrücklich bei seinen Mitreisenden: „Ohne Menschen, die bereit sind, auch persönliches Risiko auf sich zu nehmen, wäre diese Art der Hilfe nicht möglich. Diese Männer und Frauen sind das Rückgrat unseres Vereins.“
Der Bedarf an Unterstützung bleibt enorm. Durch die anhaltenden Drohnenangriffe werden regelmäßig Infrastruktur, Einsatzfahrzeuge und lebensrettende Technik des ukrainischen Zivilschutzes zerstört. „Gerade jetzt dürfen wir nicht nachlassen. Jede Ausrüstung, jedes Fahrzeug kann über Leben und Tod entscheiden“, betonte Pohl.
Der Verein ist deshalb kontinuierlich auf der Suche nach ausgemusterter, aber funktionsfähiger Feuerwehrtechnik, Rettungsfahrzeugen, Medikamenten und Medizintechnik. Besonders in kleineren Städten und ländlichen Regionen der Ukraine besteht ein großer Bedarf, da dort oft keine eigene Feuerwehr existiert. Technik, die in Deutschland als veraltet gilt, kann vor Ort Leben retten. Wer über entsprechende Ressourcen verfügt oder Kontakte zu möglichen Spendern hat – etwa aus dem kommunalen Bereich, dem Gesundheitswesen oder dem technischen Handel –, wird gebeten, sich mit dem Verein in Verbindung zu setzen.
BA
