Allgemeine Berichte | 27.10.2017

Weihnachtsausstellung im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum Sayn

Historische Papierkrippen entdecken

Schau startet am 11. November- Exponate sind bis 17. Dezember zu sehen

Überwiegend im 19. Jahrhundert entstanden Weihnachtskrippen aus Papier. Stadt Bendorf

Bendorf. Am Samstag, 11. November, 16 Uhr, wird im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum die Weihnachtsausstellung „…und sie folgten einem Stern! Historische Papierkrippen – vom Bilderbogen zum Luxuspapier“ eröffnet.

Weihnachtskrippen sind vielen Menschen von Kindheit an vertraut. Die christliche Botschaft von der Menschwerdung Gottes wird durch sie auf ebenso einfache wie eindrucksvolle Weise dargestellt. Seit Generationen faszinieren sie ihre Betrachter mit fantasievollen Landschaftsbildern, ihrem Figurenreichtum und der Vielfalt der verwendeten Materialen.

Die in der Ausstellung von Sammlerin Rita Breuer zusammengetragenen Krippen aus drei Jahrhunderten haben eine große Gemeinsamkeit: Sie alle entstanden aus Papier. Heute ist vielfach in Vergessenheit geraten, welche Schlüsselrolle dieses Material in der Geschichte der Weihnachtskrippe spielte.

Als nämlich im 19. Jahrhundert die Krippe in der Weihnachtsstube zur Volkstradition wurde, entstand ein Massenbedarf, den die aufblühende Industrie entdeckte – und ausfüllte: Man druckte Krippen-Bilderbogen auf Papier, aus denen die Figuren ausgeschnitten und nach eigenen Vorstellungen aufgestellt werden konnten.

Zwar hatte es solche Bogen schon im 18. Jahrhundert in Form von Holz- oder Kupferstichen gegeben, doch nun revolutionierte ein neues Druckverfahren den Markt. Der Steindruck, die sogenannte Lithografie, ließ erstmals eine Massenproduktion in tagtäglicher Erweiterung der Auswahl zu. Ein neuer Industriezweig entstand: die Luxuspapierfabrikation. Mit ihr entstanden neue Varianten der Papierkrippe: aufklappbare Kulissenkrippen oder Aufstellbilderbücher.

Doch Papier ist bekanntlich nicht für die Ewigkeit gemacht. Besonders in den Kriegsjahren gingen viele dieser „Zeitzeugen der Volksfrömmigkeit“ verloren. Auch später wurde der Erhaltung der nicht mehr dem Zeitgeist entsprechenden Exponate wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Erst in den letzten Jahren setzte sich die Erkenntnis durch, dass gerade diese Krippen aus Papier einen entscheidenden Anteil hatten an der Verbreitung der Weihnachtskrippe in ganz Europa.

Die in der Ausstellung gezeigten Exponate stellen einen repräsentativen Querschnitt aus der Blütezeit der Papierkrippen dar. Erinnerungen von Zeitzeugen, alte Werbeanzeigen, ein originaler Druckstein und Informationen zu den Herstellungsverfahren geben einen spannenden Einblick in fast vergessene Traditionen.

Die Ausstellung läuft bis einschließlich Sonntag, 17. Dezember, und kann im November täglich und im Dezember immer mittwochs bis sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr besucht werden.

Weitere Informationen gibt es bei der Tourist-Information unter Tel. (0 26 22) 90 29 13, E-Mail touristinfo.sayn@bendorf.de oder unter www.bendorf.de.

Pressemitteilung

der Stadt Bendorf

Überwiegend im 19. Jahrhundert entstanden Weihnachtskrippen aus Papier. Foto: Stadt Bendorf

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