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Andernachs lange Geschichte blüht in der Innenstadt auf

„Historischer Garten“ wurde offiziell eingeweiht

14.10.2019 - 11:33

Andernach. Wo einst jahrzehntelang mehr als 50 Meter hohe Silotürme der Mälzerei Weissheimer das Stadtbild prägten, blüht nun eine weitere hochwertige Grünanlage im Herzen der Stadt auf. Nach etwa eineinhalb Jahren Bauzeit wurde der „Historische Garten“ jetzt offiziell eröffnet. Auf einem 3200 Quadratmeter großen Teilstück des ehemaligen Weissheimer-Geländes haben Archäologen bedeutende Funde aus der Römerzeit und dem frühen Mittelalter entdeckt, die sich in den Garten integrieren. „Das ist ein Kernstück der Altstadtsanierung“, betonte Oberbürgermeister Achim Hütten in seiner Ansprache. Basierend auf Empfehlungen der archäologischen Denkmalpflege konnten die mittelalterlichen Keller und die mittelalterliche Stadtmauer auf römischem Fundament ohne Schutzbau konserviert und dauerhaft erhalten werden. Für die sonstigen Ausgrabungen, soweit diese aus römischer Zeit datieren wie beispielsweise eine römische Therme und mittelalterliche Keller, war jedoch eine Freiluftkonservierung auch mit entsprechender Schutzüberdachung nicht sinnvoll, weil die römischen Baustoffe schnell zerfallen wären. Deshalb empfahlen die Experten, die archäologischen Befunde durch Natursteinelemente wie beispielsweise Mauern und Pflanzen zu visualisieren und durch Informationstafeln und Medien näher zu erläutern. Dagegen konnten die mittelalterlichen Funde mit interessanten Einzelheiten wie ein Brunnenschacht, eine Latrine, Säule, Laufschiene und einer mittelalterlichen Schiebetür langfristig mit einem moderaten Kostenaufwand konserviert und in das Gesamtkonzept des Historischen Gartens einbezogen werden. Das Wesentliche bei der Gestaltung ist die Darstellung der historischen Gartenbaukultur– verbunden mit den historischen Ausgrabungen. Zudem wurde ein Schwerpunkt auf die Verwendung historischer Nutzpflanzen gelegt, womit bei dem von der Landschaftsplanerin Susanne Diewald gestalteten Garten eine Überleitung zur „Essbaren Stadt“ gelungen ist.


Bezug auf das Römertum durch Pflanzen und Wasserstellen


Bei der Pflanzenauswahl wurde gezielt auf Arten und Sorten zurückgegriffen, die zur Zeit der Römer und im Mittelalter bereits zur Verfügung standen. „Es werden dort also keine Kartoffeln oder Tomaten angebaut, denn die kannten die Römer damals noch nicht“, erklärte Hütten. Ein Laufbrunnen stellt hingegen einen Bezug zur trinkbaren Stadt Andernach her. „An solchen offenen Wasserstellen haben sich zur Römerzeit die Bewohner der Städte mit Trinkwasser versorgt“, erläutert Hütten. Heute können sich Besucher des Römergartens an dem von den Stadtwerken gesponserten Brunnen mit frischem Wasser versorgen. „Damit verfügt Andernach neben den Brunnen am Historischen Rathaus und am Ochsentor nun über drei öffentliche Wasserstellen“, betont Hütten. Im römischen Garten finden sich viele Rasenflächen, die durch auf 1,20 Meter hoch geschnittenen Hainbuchenhecken formale Strukturen zeigen. Die Wegeführung in den Mauern der Therme wurde hingegen mit blauem Lavendel eingefasst. Im römischen Gartenbereich ist als zentraler Baum eine Esskastanie (Castanea sativa) gepflanzt worden, die die Römer in historischer Zeit aus Südeuropa nach Deutschland eingeführt haben. Ferner strukturieren säulenförmige Elemente wie Wacholder und Dachplatanen das Gelände. Der Gartenbereich ist in einen östlich, höher gelegenen Bereich mit römischen Funden und einen westlich, tiefer gelegenen Bereich mit Mauerresten aus dem Mittelalter gegliedert. Sichtbar wird diese Höhenentwicklung durch die Böschung, die hier zwei Ebenen schafft. Gestalterisch betont und unterstrichen werden die historischen Elemente durch Verwendung von modernen, gradlinigen, glatten, puristisch nicht historisierenden Ausstattungselementen, wie beispielsweise dem Wasserbecken und der Beleuchtung, die sich damit von den archäologischen Befunden abgrenzen. Die Lage der elf archäologisch vorgefundenen Säulen wird durch Wacholder von säulenförmigem Wuchs demonstriert, und die Mauer durch eine gezielte Wegeführung und Bepflanzung präsentiert. Thematische Inhalte visualisieren Pflanzen mit spezifischen Farben, sodass beispielsweise das Hypocaust– eine römische „Fußbodenheizung“ durch rote Farbtöne als Wärmeassoziation dargestellt ist. Im mittelalterlichen Garten symbolisiert der Lindenbaum den klassischen Versammlungsbaum. Die Abgrenzung zur Kirchstraße hin bildet eine Wildrosenhecke. Von der Kirchstraße aus, gibt es auch einen behindertengerechten Zugang. Hier wurde die Castellmauer auf das Niveau der Gartenhauptachse auf gemauert.

Rund 1,5 Millionen Euro kostet das Projekt, das mit etwa 1,14 Millionen Euro aus dem städtebaulichen Entwicklungsprogramm Historischer Stadtbereich „Westliche Altstadt“ gefördert wurde. „Es bedarf Mut, um mit städtischem Geld so ein Projekt umzusetzen“, lobte Hütten die Ratsmitglieder. „Eine Investition in dieser Größenordnung mache sich jedoch bezahlt, wenn sie den Menschen in der Stadt zugutekommen“, betont der Stadtchef, dass dies beim Historischen Garten zweifelsfrei der Fall sei. Seinen Beobachtungen zur Folge, seien die Reaktionen der Besucher bisher durchweg positiv.

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Kommentare
juergen mueller:
Frau Esken u.Erfahrung? Die SPD u.gute Umweltentwicklungen u.sozial verträglicher Klimaschutz schon "immer" eine Herzensangelegenheit? Seit wann das denn?Schon mal besser gelogen. Es ist nicht zu fassen,mit welcher Abgebrühtheit man sich hier noch als glaubhaft verkaufen u.aus dem roten Scherbenhaufen noch ein einigermaßen ansehnliches Puzzel machen will.Anstatt sich die Glaubensfrage selbst zu stellen,wird weiter lustig polarisiert u.an für die mit sozialen Unwahrheiten zu fütternde Bevölkerung gearbeitet.Sozial u.christlich sollte die SPD aus ihrem Wortschatz einfach streichen.
Uwe Klasen:
Schon zweimal startete der Sozialismus in Deutschland " ... in die neue Zeit" und endete Tragisch!
juergen mueller:
Bei all dieser Lobhudelei wird wohl vergessen,dass durch SchuWi Koblenz in eine Schuldenfalle geraten ist,von der sie sich bis dato u.bis in die Zukunft nicht erholen wird.Auch unvergessen sollte sein,dass er Widerstände aus der Bevölkerung als "Blödsinn" abgetan hat.Und ja,zu seiner Zeit als OB durchgeboxte Projekte haben Koblenz auch geschadet.Apropo Umweltamt - eine Phantombehörde,deren Berechtigung über Jahrzehnte man als überflüssig bezeichnen kann,da sie in Sachen Umwelt total versagt hat.Vermessen u.voreingenommen ist zu behaupten,in seiner Amtszeit habe eine wohltuende/offenherzige Identifikation der Koblenzer Bevölkerung mit ihrer Heimatstadt stattgefunden.Ich finde,dass hier ein Mensch seine Arbeit gemacht hat nach dem Motto:"Mein Wort ist Gesetz",nach seinen Vorstellungen,keine Widerstände duldend,schon garnicht aus der Bevölkerung.Unter "etwas besonderes u.unverzichtbar" stelle ich mir etwas anderes vor.Es fehlt nur noch,dass Hofman-Göttig ebenfalls Ehrenbürger wird.
Christian S.:
Ich lebe seit Jahren in den USA. Eigentlich wollte ich zurückkehren nach Deutschland. Aber mir wird himmelangst bei diesen Entwicklungen. Ich fühle mich nicht mehr sicher bei meinen Besuchen in Deutschland. Es wird immer meine Heimat bleiben, doch eine die ich nicht wiedererkenne.
Karl:
Ein Deutschland in den wir gut und gerne leben!!!! Es kotzt einen an. Es wird einfach alles hingenommen!
Donald Trump:
An solche Vorfälle müssen wir uns erinnern, wenn wir auf dem Weg zur Wahlurne sind.
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