Allgemeine Berichte | 14.10.2019

Andernachs lange Geschichte blüht in der Innenstadt auf

„Historischer Garten“ wurde offiziell eingeweiht

Der „Historische Garten“ wurde offiziell eröffnet. Mit der Stadtspitze um Oberbürgermeister Achim Hütten (4. v. l.) und Bürgermeister Klaus Peitz (3. v.r.), freuen sich auch die verantwortliche Landschaftsplanerin Susanne Diewald (4. v.r.) und Lutz Kossack vom Stadtplanungsamt (rechts).

Andernach. Wo einst jahrzehntelang mehr als 50 Meter hohe Silotürme der Mälzerei Weissheimer das Stadtbild prägten, blüht nun eine weitere hochwertige Grünanlage im Herzen der Stadt auf. Nach etwa eineinhalb Jahren Bauzeit wurde der „Historische Garten“ jetzt offiziell eröffnet. Auf einem 3200 Quadratmeter großen Teilstück des ehemaligen Weissheimer-Geländes haben Archäologen bedeutende Funde aus der Römerzeit und dem frühen Mittelalter entdeckt, die sich in den Garten integrieren. „Das ist ein Kernstück der Altstadtsanierung“, betonte Oberbürgermeister Achim Hütten in seiner Ansprache. Basierend auf Empfehlungen der archäologischen Denkmalpflege konnten die mittelalterlichen Keller und die mittelalterliche Stadtmauer auf römischem Fundament ohne Schutzbau konserviert und dauerhaft erhalten werden. Für die sonstigen Ausgrabungen, soweit diese aus römischer Zeit datieren wie beispielsweise eine römische Therme und mittelalterliche Keller, war jedoch eine Freiluftkonservierung auch mit entsprechender Schutzüberdachung nicht sinnvoll, weil die römischen Baustoffe schnell zerfallen wären. Deshalb empfahlen die Experten, die archäologischen Befunde durch Natursteinelemente wie beispielsweise Mauern und Pflanzen zu visualisieren und durch Informationstafeln und Medien näher zu erläutern. Dagegen konnten die mittelalterlichen Funde mit interessanten Einzelheiten wie ein Brunnenschacht, eine Latrine, Säule, Laufschiene und einer mittelalterlichen Schiebetür langfristig mit einem moderaten Kostenaufwand konserviert und in das Gesamtkonzept des Historischen Gartens einbezogen werden. Das Wesentliche bei der Gestaltung ist die Darstellung der historischen Gartenbaukultur– verbunden mit den historischen Ausgrabungen. Zudem wurde ein Schwerpunkt auf die Verwendung historischer Nutzpflanzen gelegt, womit bei dem von der Landschaftsplanerin Susanne Diewald gestalteten Garten eine Überleitung zur „Essbaren Stadt“ gelungen ist.

Bezug auf das Römertum durch Pflanzen und Wasserstellen

Bei der Pflanzenauswahl wurde gezielt auf Arten und Sorten zurückgegriffen, die zur Zeit der Römer und im Mittelalter bereits zur Verfügung standen. „Es werden dort also keine Kartoffeln oder Tomaten angebaut, denn die kannten die Römer damals noch nicht“, erklärte Hütten. Ein Laufbrunnen stellt hingegen einen Bezug zur trinkbaren Stadt Andernach her. „An solchen offenen Wasserstellen haben sich zur Römerzeit die Bewohner der Städte mit Trinkwasser versorgt“, erläutert Hütten. Heute können sich Besucher des Römergartens an dem von den Stadtwerken gesponserten Brunnen mit frischem Wasser versorgen. „Damit verfügt Andernach neben den Brunnen am Historischen Rathaus und am Ochsentor nun über drei öffentliche Wasserstellen“, betont Hütten. Im römischen Garten finden sich viele Rasenflächen, die durch auf 1,20 Meter hoch geschnittenen Hainbuchenhecken formale Strukturen zeigen. Die Wegeführung in den Mauern der Therme wurde hingegen mit blauem Lavendel eingefasst. Im römischen Gartenbereich ist als zentraler Baum eine Esskastanie (Castanea sativa) gepflanzt worden, die die Römer in historischer Zeit aus Südeuropa nach Deutschland eingeführt haben. Ferner strukturieren säulenförmige Elemente wie Wacholder und Dachplatanen das Gelände. Der Gartenbereich ist in einen östlich, höher gelegenen Bereich mit römischen Funden und einen westlich, tiefer gelegenen Bereich mit Mauerresten aus dem Mittelalter gegliedert. Sichtbar wird diese Höhenentwicklung durch die Böschung, die hier zwei Ebenen schafft. Gestalterisch betont und unterstrichen werden die historischen Elemente durch Verwendung von modernen, gradlinigen, glatten, puristisch nicht historisierenden Ausstattungselementen, wie beispielsweise dem Wasserbecken und der Beleuchtung, die sich damit von den archäologischen Befunden abgrenzen. Die Lage der elf archäologisch vorgefundenen Säulen wird durch Wacholder von säulenförmigem Wuchs demonstriert, und die Mauer durch eine gezielte Wegeführung und Bepflanzung präsentiert. Thematische Inhalte visualisieren Pflanzen mit spezifischen Farben, sodass beispielsweise das Hypocaust– eine römische „Fußbodenheizung“ durch rote Farbtöne als Wärmeassoziation dargestellt ist. Im mittelalterlichen Garten symbolisiert der Lindenbaum den klassischen Versammlungsbaum. Die Abgrenzung zur Kirchstraße hin bildet eine Wildrosenhecke. Von der Kirchstraße aus, gibt es auch einen behindertengerechten Zugang. Hier wurde die Castellmauer auf das Niveau der Gartenhauptachse auf gemauert.

Rund 1,5 Millionen Euro kostet das Projekt, das mit etwa 1,14 Millionen Euro aus dem städtebaulichen Entwicklungsprogramm Historischer Stadtbereich „Westliche Altstadt“ gefördert wurde. „Es bedarf Mut, um mit städtischem Geld so ein Projekt umzusetzen“, lobte Hütten die Ratsmitglieder. „Eine Investition in dieser Größenordnung mache sich jedoch bezahlt, wenn sie den Menschen in der Stadt zugutekommen“, betont der Stadtchef, dass dies beim Historischen Garten zweifelsfrei der Fall sei. Seinen Beobachtungen zur Folge, seien die Reaktionen der Besucher bisher durchweg positiv.

Im „Historischen Garten“ können sich Einheimische und Gäste nun auf den Spuren der Römer wandeln.Fotos: UBU

Im „Historischen Garten“ können sich Einheimische und Gäste nun auf den Spuren der Römer wandeln.Fotos: UBU

Auch die Pflanzenwahl ist stark an die Römerzeit angelehnt.

Auch die Pflanzenwahl ist stark an die Römerzeit angelehnt.

Sitzgelegenheiten gibt es zur Genüge.

Sitzgelegenheiten gibt es zur Genüge.

Der „Historische Garten“ wurde offiziell eröffnet. Mit der Stadtspitze um Oberbürgermeister Achim Hütten (4. v. l.) und Bürgermeister Klaus Peitz (3. v.r.), freuen sich auch die verantwortliche Landschaftsplanerin Susanne Diewald (4. v.r.) und Lutz Kossack vom Stadtplanungsamt (rechts).

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