Allgemeine Berichte | 11.05.2023

Zu Besuch im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank und dem Historischen Museum in Frankfurt

Historischer Verein Andernach war unterwegs

Römische Münze des Cäsarmörders Brutus, Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, Frankfurt. Foto: Claudia Gesell

Andernach. Auf den Spuren des Geldes unterwegs waren Mitglieder des Historischen Vereins Andernach in der jüngsten Exkursion in Frankfurt. Als echtes Highlight stellte sich dabei zunächst das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank heraus. Das einzige Geldmuseum in Deutschland, 1999 eröffnet, zeigt sich heute nach einer Modernisierung mit neuem Präsentationskonzept als äußerst interessante und abwechslungsreiche Plattform zur Vermittlung aller Aspekte, die zum Thema Geld gehören. (Eintritt übrigens frei). Unterstützt durch eine kompetente Führung natürlich noch besser. Man erfährt, dass die Ursprünge des Geldes im Dunkeln liegen. Vor dem Gebrauch von Geld wurden Waren getauscht, was umständlich war. Geld vereinfacht das Wirtschaftsleben erheblich, da es den Wert von Waren vergleichbar macht. Was als Geld galt, war eine Vereinbarungssache einer Gruppe, z. B. wertvolle Metalle, Salz oder bestimmte Muscheln, beim größten Geld der Welt, einem runden Stein aus Ozeanien (Durchmesser 77cm, 69 Kg) etwas umständlich. Praktischer erwiesen sich Münzen aus Edelmetall, die ersten erschienen in Kleinasien, boten als flaches, rundes Objekt Reliefgestaltungen in Form von Symbolen, Zeichen, Porträts und Propaganda, wie man am Beispiel einer römischen Münze des Cäsar-Mörders Brutus ablesen kann: Auf der Vorderseite sein Konterfei, auf der Rückseite zwei Dolche, die ein Symbol freigelassener Sklaven umrahmen. Botschaft: Brutus als Befreier vom Tyrannen. Die Kontinuität, die Münzen bis heute als Zahlungsmittel haben, zeigt deren praktischen Wert. Allerdings wurden sie auch immer schon gefälscht oder unter schöner Oberfläche im Wert verringert. Auch das ein spannendes Thema in der Ausstellung. Große Geldmengen zu transferieren machte schließlich die Erfindung von „Buchgeld“ notwendig, heute für uns selbstverständlich, entwickelte es sich in Europa seit dem Mittelalter. Viele Fachbegriffe der Finanzsprache sind aus dem Italienischen abgeleitet, da es italienische einflussreiche Kaufmannsfamilien waren, die das Bankgeschäft in Europa einführten. „Bank“ leitet sich übrigens vom italienischen „banco“ ab, was den Tisch zum Geld wechseln meinte. Der erste europäische Geldschein aus Papier wurde im 17. Jh. in Schweden kreiert, andere Länder zogen nach. Unserer heutigen Währung, dem Euro, kann man im Museum ganz nah kommen. Wer kennt die Sicherheitsprüfungen, um erkennen zu können, dass Sie keine „Blüte“ in der Hand haben? Es gibt ein Relief am Rand der Banknote, dann das Wasserzeichen mit dem Porträt der mythologischen Gestalt Europa und zum dritten ein Hologramm mit ebenjenem Porträt sowie ein sich bewegender Lichtbalken auf der Smaragd-Zahl, wenn man den Schein kippt. Viel Spaß bei der Kontrolle! War beim Münzgeld lange Zeit das Material „wertvoll“, so muss heute der Nominalwert des Geldes von staatlichen Zentralbanken gesichert werden, dazu lagern - unter anderem - die weltweit zweitgrößten Goldreserven in Tresoren der Bundesbank im Inland und bei Zentralbanken im Ausland. Unerreichbar für Langfinger. Wie verheerend es sein kann, wenn der Geldschein durch Inflation in rasanter Talfahrt an Wert verliert, erklärte den Mitgliedern des Vereins im Historischen Museum der Stadt Frankfurt der Kurator des Hauses, Herr Dr. Berger, in der aktuellen Ausstellung zur Inflation vor 100 Jahren. Ausgelöst unter anderem durch die Kriegsanleihen während des Ersten Weltkrieges, als nach dem verlorenen Krieg AnlegerInnen und Unternehmer ihr darin angelegtes Kapital verloren. Die schwere Hypothek der Reparationsleistungen, Versorgung von Kriegsopfern und Hinterbliebenen, schließlich die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen führten zum wirtschaftlichen Zusammenbruch, es folgte Verelendung, Nahrungsknappheit, Arbeitslosigkeit, was den Nationalsozialisten in die Hände spielte - auch nach dem Zweiten Weltkrieg wiederholte sich diese Katastrophe. Die Ausstellung schlägt den Bogen bis in unsere Gegenwart. Ein aktuelles Thema! Die Besucher waren froh, danach den Kaffee mit noch moderatem Preis bezahlen und genießen zu können.

Die nächste Exkursion des Historischen Vereins findet nach der Sommerpause am 5. September statt, dann geht’s nach Cochem-Cond in den ehemaligen Bundes Bankbunker.

Römische Münze des Cäsarmörders Brutus, Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, Frankfurt. Foto: Claudia Gesell

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