Allgemeine Berichte | 08.09.2025, 09:34 Uhr

Zeitreise ins 16. Jahrhundert beim Schießwettbewerb mit Luntengewehren

Historisches Pulverdampfen in Hausen

Die Vorderladergruppe des Schützenvereins Mayen-Hausen hatte zum Schießwettbewerb „Tilly Wallenstein“ eingeladen.  Foto: Wilfried Rücker
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Mayen-Hausen. Der Duft von Schwarzpulver lag in der Luft, als sich am 6. September 2025 die Schützen der Vorderladergruppe des Schützenvereins Mayen-Hausen zum Schießwettbewerb „Tilly Wallenstein“ versammelten. Der Wettbewerb wurde mit Luntengewehren durchgeführt, den Feuerwaffen aus der Frühzeit der Schießtechnik. Bei den Luntengewehren - auch Luntenmusketen genannt – handelt es sich um die ältesten tragbaren Feuerwaffen mit mechanischer Zündung.

„Das Luntengewehr war vom 15. bis ins 17. Jahrhundert der Stand der Technik“, erklärt Stefan Hennerici, der zweite Brudermeister des Vereins gern. „Es war zwar unhandlich, aber revolutionär – denn es erlaubte dem Schützen, die Zündung nicht mehr manuell mit einer Lunte vornehmen zu müssen, sondern über einen einfachen Mechanismus, der eine glimmende Lunte in die Pulverpfanne senkte.“

Der Wettbewerb selbst verlangte den Schützen nicht nur Technik, Geduld und eine ruhige Hand ab, sondern auch höchste Konzentration. Denn das Schießen mit einem Luntengewehr ist eine Kunst für sich: Die Lunte muss gleichmäßig glimmen, die Pulverpfanne muss dem Zündmechanismus angepasst befüllt sein, und beim Abdrücken darf sich der Schütze durch die Verzögerung zwischen Luntensenkung und Schuss nicht irritieren lassen.

Die Wertung erfolgte teilweise nach dem Regelwerk des Rheinischen Schützenbundes und teils mittels einer vereinsinternen Wertungsscheibe. Den ersten Platz sicherte sich Stefan Hennerici mit beeindruckenden 176 von 220 möglichen Ringen. Zweiter wurde Willi Rücker mit 142 Ringen und den dritten Platz erlangte Dieter Vass-Wolf mit 137 Ringen.

Neben dem sportlichen Wettstreit und dem zugehörigen Spaß ging es den Teilnehmern auch um das Bewahren eines wichtigen Teils der Technikgeschichte. Das Luntengewehr war der erste Schritt zur modernen Handfeuerwaffe und zeigte sich hier als faszinierendes Bindeglied zwischen Mittelalter und Neuzeit. Und wer einmal den Knall einer echten Luntenmuskete gehört hat, wird dieses Erlebnis so schnell nicht vergessen.

Für alle Interessierten am Schießen mit historischen Waffen empfiehlt sich der Blick auf die Seite des Vereins: https://schützenverein-mayen-hausen.de und auch der direkte Kontakt zu Stefan Hennerici oder dem Vereinsvorsitzenden Frank Neis.

Die Vorderladergruppe des Schützenvereins Mayen-Hausen hatte zum Schießwettbewerb „Tilly Wallenstein“ eingeladen. Foto: Wilfried Rücker

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