Allgemeine Berichte | 08.01.2020

Festival Orgelkultur im Rhein-Sieg-Kreis

Hochkarätige Konzertreihe startet in Sankt Martinus in Ollheim

Vom 12. Januar bis zum 22. November gibt es zehn Orgelkonzerte in allen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises – Acht Orgelexkursionen mit dem Fahrrad oder mit dem Bus geplant

Schon jetzt freuen sie sich auf das Orgelkonzert am 12. Januar in der Pfarrkirche Sankt Martinus und Ollheim als Auftakt des Festivals „Orgelkultur im Rhein-Sieg-Kreis“ (v.l.): Pater Stanislaus Marek, Landrat Sebastian Schuster, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Kulturdezernent Thomas Wagner und Kulturamtsleiter Rainer Land.Foto: JOST

Ollheim. Die Vorfreude ist groß bei Sebastian Schuster (CDU) und bei Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) auf eine Veranstaltung in der Gemeinde Swisttal, mit der der Rhein-Sieg-Kreis das Beethoven-Jahr 2020 einläutet: Das Eröffnungskonzert des Festivals „Orgelkultur im Rhein-Sieg-Kreis“ ist am Sonntag, 12. Januar um 17 Uhr in der katholischen Pfarrkirche Sankt Martinus in Ollheim. Dort wird der Domorganist des Speyerer Domes, Professor Markus Eichenlaub, nicht nur Orgelwerke von Ludwig van Beethoven, sondern auch Stücke von Christian Heinrich Rinck (1770-1846) und den beiden zeitgenössischen Komponisten Bernd Koelewijn und Andreas Willscher aufführen. „Das wird ein absolutes Highlight, auf das wir uns alle schon sehr freuen“, erklärte Schuster bei einer Pressekonferenz in Ollheim.

Überregional bedeutende Barockorgel

Auch Bürgermeisterin Kalkbrenner zeigte sich „stolz, dass das Eröffnungskonzert für dieses Festival in der Gemeinde Swisttal stattfindet, und die Orgel in Sankt Martinus ist dessen würdig.“ Die überregional bedeutende Barockorgel von Christian Ludwig König geht auf eine Stiftung der Familie von Brakel zu Breitmar anlässlich der Wahl ihrer Tochter Maria Lambertina (1705-1790) zur Äbtissin des Klosters der Augustinerchorfrauen in Schillingscapellen nahe Dünstekoven zurück und wurde im Jahre 1768 errichtet.

Nach der Säkularisation erwarb die Kirchengemeinde Sankt Martinus in Ollheim die Orgel im Jahre 1806. Sie besticht durch ihren barocken Originalprospekt, insbesondere aber durch den nahezu vollständig erhaltenen Pfeifen- und Mechanikbestand. 2014 wurde das Instrument durch die Orgelbaufirma Klais umfassend rekonstruiert und wieder an den originalen Zustand herangeführt. Die Orgel verfügt über ursprünglich neun Register auf dem Manualwerk, die 1963 und 2014 um zwei Pedalregister ergänzt wurden. Die Orgel füllt den Kirchenbau mit einem melodischen Klang und hat sich bereits nachhaltig als Konzertorgel bewährt.

Alle Kommunen im Kreis sind beteiligt

Schuster hoffte, dass der Schwung von der Eröffnungsfeier in der Bonner Oper auch bei dem Orgelfestival aufgenommen und weitergeführt werde. „Wir gehen damit auf die Bevölkerung zu und auch in die Fläche, denn bei dem Orgelfestival sind alle Kommunen im Kreis beteiligt.“ Kalkbrenner bestätigte, dass durch die Zusammenarbeit der kommunalen Familie im Kreis etwas Großartiges ermöglicht werde. Und das ganz authentisch, den Beethoven sei zu seiner Zeit in der ganzen Region unterwegs gewesen und habe mit dem Orgelspiel seinen Lebensunterhalt bestritten. Die Bürgermeisterin dankte allen, die dazu beigetragen hätten, besonders aber Heiner Meurs, der als Vorsitzender des Kirchenvorstands von Sankt Martinus in Ollheim der Motor des Projektes vor Ort gewesen sei.

Keine gewöhnlichen Orgelkonzerte

Meurs ist es auch, der im Rahmen des Konzertes einen kulturgeschichtlichen Impuls gibt mit seinem Vortrag über den Ollheimer Kirchenbau als „Abbild des Himmels“. Schließlich handele es sich bei der Reihe nicht um gewöhnliche Orgelkonzerte, erläuterte Andreas Würbel von der mitveranstaltenden Thomas-Morus-Akademie (Bensberg). Nach der Begrüßung durch den Landrat werde Monsignore Christoph Biskupek, Pfarrer an Sankt Franziskus von Assisi in Erkrath-Hochtal, den spirituellen Impuls des Abends geben, im weiteren Verlauf werde die renommierte Musikwissenschaftlerin Dr. Marie Luise Mainz aus Ollheim das Verhältnis des Musikgenies Beethoven zur „Königin der Instrumente“ näher beleuchten. Das Orgelkonzert in Ollheim ist der Auftakt zum Festival „Orgelkultur im Rhein-Sieg-Kreis“, das zahlreiche intensive musikalische Erlebnisse rund um die „Königin der Instrumente“ verspricht. Zudem sollen dabei auch versteckt Schätze in der Region gehoben werden. Das Festival widmet sich zum einen dem Komponisten Ludwig van Beethoven, vor allem aber der reichen Orgellandschaft und ihrer Geschichte im Kreis mit Instrumenten unterschiedlichen Alters, mannigfacher Größe und verschiedenartigster Klangcharaktere. Dabei gibt es zehn Orgelkonzerte in zehn verschiedenen Orten und Kirchen, die die Vielfalt der Orgelmusik mit unterschiedlichen Themen und Musikern vorstellen.

OrgelErlebnis für Kinder

Doch damit nicht genug. Mit acht Orgelexkursionen wird die gesamte Variationsbreite der Orgelregion vorgestellt. Auf diesen Touren, die entweder mit Bus oder Fahrrad unternommen werden, lernen die Teilnehmer zwischen 14. März und 10. Oktober jeweils drei bis vier Kirchen mit ihren Orgeln und ihrer Geschichte kennen. Ein „OrgelErlebnis für Kinder“ soll Grundschulklassen an das Instrument heranführen. Bekannte Werke und Geschichten für Kinder wie „Die Bremer Stadtmusikanten“ oder „Peter und der Wolf“ sowie eine eigens für dieses Festival geschriebene Auftragskomposition werden dabei für die Orgel aufbereitet und den Grundschulkindern vorgestellt. Der Erfolg dieses Angebots ist schon jetzt überwältigend, bestätigte Kreis-Kulturamts-Leiter Rainer Land, denn schon wenige Tage nach Veröffentlichung gebe es 65 Nachfragen von Schulklassen für das Projekt. Nicht zuletzt wird für Jugendliche und junge Erwachsene im Oktober 2020 ein Orgelcamp organisiert, das sie an das Instrument heranführen und dafür einnehmen will.

Die weiteren Termine der Orgelkonzerte

Sonntag, 22. März, 17 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Margareta, Neunkirchen, unter dem Motto „Very british“ mit Musik von George Warren (Orgel) und Benjamin Hewat-Craw (Bariton).

Sonntag, 26. April, 17 Uhr, in der katholischen Pfarrkirche St. Martin Rheinbach zum Thema „Beethoven und die Orgelmusik“ mit Maria-Magdalena Kaczor (Orgel).

Sonntag, 17. Mai, 17 Uhr, in der evangelischen Kirche Eitorf „Im Geist der Barockzeit“ mit Musik von Johannes Geffert (Orgel) und Ulrike Friedrich (Flöte).

Sonntag, 21. Juni, 17 Uhr, in der katholischen Pfarrkirche St. Johann Baptist in Bad Honnef mit Musik der Gegenwart von Dominik Susteck (Orgel).

Sonntag, 5. Juli, 17 Uhr, in der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus in Alfter, wo es heißt: „Klezmer trifft Orgel“ mit Musik von Stefan Horz (Orgel) und Michael Neuhalfen (Klarinette).

Sonntag, 23. August, 17 Uhr, in der evangelischen Auferstehungskirche Siegburg unter der Überschrift „Jazz meets Organ“ mit Barbara Dennerlein (Orgel).

Sonntag, 20. September, 17 Uhr, in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer in Meckenheim zur „Kunst der Improvisation“ mit Musik von Otto Maria Krämer (Orgel). Sonntag, 4. Oktober, 17 Uhr, in der katholischen Kirche St. Simon und Judas in Hennef mit dem Schwerpunkt „Orgelmusik der französischen Romantik“ und Domorganist Winfried Bönig vom Kölner Dom.

Sonntag, 22. November, 17 Uhr, in der Abteikirche St. Michael Siegburg ist das Abschlusskonzert mit Ludwig van Beethovens Messe in C-Dur und die Trauerkantate auf Josef II unter der musikalischen Leitung von Kreiskantorin Brigitte Rauscher.

JOST

Schon jetzt freuen sie sich auf das Orgelkonzert am 12. Januar in der Pfarrkirche Sankt Martinus und Ollheim als Auftakt des Festivals „Orgelkultur im Rhein-Sieg-Kreis“ (v.l.): Pater Stanislaus Marek, Landrat Sebastian Schuster, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Kulturdezernent Thomas Wagner und Kulturamtsleiter Rainer Land.Foto: JOST Foto: Volker Jost

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