Der Linzer Löschzug hatte am Sonntag zum Tag der offenen Tür eingeladen
Höhepunkt war die Einweihung der Fahrzeuge
Auch die zentrale Atemschutzgeräte-Werkstatt wurde eingeweiht
Linz. Löschen war am Sonntag rund um das Linzer Feuerwehr-Gerätehaus angesagt und das nicht nur bei den jungen Gästen. Während diese auf dem Vorplatz bei der Jugendfeuerwehr, deren Mitglieder neben dem großem Teleskop-Hubmast eine Handpumpe betrieben, per Wasserstrahl die Fenster einer kleinen Hausattrappe zu öffnen versuchten, hatte sich meisten Gäste hinter das Gebäude in den Schatten verzogen, um dort angesichts der hochsommerlichen Temperaturen Flüssigkeit zu tanken und somit den ihren Durst zu löschen.
„Normalerweise präsentieren wir uns ja der Bevölkerung an Christi Himmelfahrt auf dem Marktplatz. Aber da wir heute unseren Mitbürgern mit der Einsegnung des Hilfelöschfahrzeug HLF 20 und des Mehrzweckfahrzeugs MZF 3 etwas ganz Besonderes bieten können, haben wir hierher zum Tag der offenen Tür eingeladen“, erklärte Wehrführer Lars Empören, dem mit Martin Wengert und Florian Runkel zwei Stellvertreter zur Seite stehen. Außerdem, so der Hauptbrandmeister, werde am frühen Nachmittag auch die neue Atemschutzgeräte-Werkstatt eingeweiht.
Da hatte ein Trupp der 144 Aktiven des Löschzugs bereits eindrucksvoll einen Unfallwagen mittels eines hydraulischen Rettungsspreizer sowie und einer Rettungsschere so zerlegt, dass eine eingeklemmte Person relativ mühelos befreit werden könnte. Nach dieser Demonstration einer Hilfeleistung widmeten sich viele Besucher dem 16 Tonnen schweren Teleskop-Hubmast 23-12, der einen Brand mit 2.300 Liter in der Minute mit dem Wasserwerfer aus dem Korb bekämpfen kann. In eben diesem ließen sich schwindelfreie Besucher in 32 Meter Höhe hieven.
Anderer bevorzugten die kühlere Fahrzeughalle, in der Oberfeuerwehrmann Till Kissel von der Feuerwehr-Facheinheit Rettungshunde-Ortungstechnik „Nancy“ vorstellte, eine belgische Schäferhündin. „Es gibt in Rheinland-Pfalz sieben solcher Einheiten, die in Hamm/Sieg, in Hennweiler (Kirn-Land), in Frankenthal, Trier, Zweibrücken und im Landkreis Südliche Weinstraße oder wie wir in Lahnstein stationiert sind. Diese Orte sind so gewählt, dass in verhältnismäßig kurzer Zeit an jedem Ort des Landes eine Einheit zur Verfügung stehen kann“, erklärte er. Allerdings würden die Hundestaffeln auch außerhalb von Rheinland-Pfalz eingesetzt. „Neben diesem erfahrenen Malinois, wie Nancys Rasse genannt wird, habe ich mit Milka auch noch den Labrador als Azubi“, so Tim Kissel.
Dass die Linzer Feuerwehr nicht nur an Land, sondern auch auf dem Wasser anzutreffen ist, daran erinnerte nicht nur Fotografien von Hochwasser, deren Pegelstände etwa am Rheintor abgelesen werden können. Bestaunt werden konnte auch das Mehrzweck-Rettungsboot Sankt Martin, das, ausgerüstet etwa mit Wasserwerfer und Taucherleiter, von zwei je 70 PS starken Außenbordmotoren angetrieben wird.
„Das wird unter anderem von unserem neuen MZF3 an den jeweiligen Einsatzort transportiert“, erklärte Lars Pörzgen, kurz bevor er mit Verbandsbürger Hans-Günter Fischer den Chef der Wehr sowie Wehrleiter Thomas Nelles begrüßen konnte. Zur Einweihung der Fahrzeuge wie der zentralen Atemschutz-Werkstatt waren aus Delegationen benachbarter Löschzüge gekommen, ja sogar die Remagener Feuerwehr hatte sich weder vom Rhein noch von dem strahlenden Sonnenschein von einem Besuch abhalten lassen.
„Ihre Anwesenheit belegt, was Ihnen Ihre Feuerwehr wert ist“, begrüßte der VG-Chef wenig später die Gäste des Löschzugs, unter diesen auch der Ehrenwehrleiter Dieter Runkel und der Ehrenwehrführer Karl Heinz Wölbert, der als Beigeordneter den verletzten Stadtbürgermeister Hans Georg Faust vertrat. Besonders willkommen hieß Hans Günter Fischer die beiden Geistlichen, Pfarrer Christoph Schwaegermann und den Feuerwehe-Seelsorger, Diakon Eberhard Roevenstrunk, die wenig später Fahrzeuge und Werkstatt einsegneten. Von dieser Wertschätzung durch die Bürger schließe sich auch den VG-Rat nicht aus. , ergänzte der Chef der Linzer Wehr. So hatte dieser dem Kauf der beiden Fahrzeugen zugestimmt, die insgesamt 555.000 Euro gekostet hatten, die Anschaffung vom Land mit 145.000 Euro gefördert worden war. Nur dank der freiwilligen Leistungen der Feuerwehrmänner habe man die Werkstatt für Atemschutzgeräte für 108.500 Euro auf den neusten Stand der Technik bringen können. Hob der Chef der Wehr hervor, um dann Lars Pörzgen die Schlüssel für das HLF 20 und das MZF3 sowie dem Atemschutz-Gerätewart der Linzer Wehr, Stefan Homscheid, die Schlüssel für die Werkstatt zu übergeben.
„In der können 70 Atemschutzgeräte, 60 Atemschutzmasken und 140 Druckluftflaschen gewartet und instandgesetzt werden“, führte Thomas Nelles aus, der auch auf technische Einzelheiten der beiden Fahrzeuge einging. So verfügen beide über einen 286 PS starken Motor. „Das 16 Tonnen schwere HLF, das im Dezember 2015 angeliefert wurde, besitzt einen 1600 Liter fassenden Wassertank sowie einen 200 Liter Schaumtank.
Ausgerüstet ist es zudem etwa mit einer Wärmebildkamera, einem Überdrucklüfter, einem Plasmaschneider und einem pneumatischen Lichtmast“, berichtete der Wehrleiter. Über einen solchen Lichtmast verfüge auch das geländegängige MZF, das seit Februar im Einsatz ist. Es wird für dem flexiblen Nachschub von Sondergeräten eingesetzt. „Bis zu 5 Tonnen Zusatzausrüstung kann das Fahrzeug über seine hydraulische Ladebordwand aufnehmen“, so Thomas Nelles, bevor das Linzer Fanfarencorps den Feuerwehrleuten etwa mit dem einen „Gruß an Würzburg“ von Richard Stegmann gratulierte.
DL
