Die Pfarrgemeinde Sankt Pantaleon muss die Unkeler Stadtmauer am Rhein sanieren
Hohe Kosten sind alleine nicht zu tragen
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Arbeiten mit Fördermitteln in Höhe von 32.000 Euro
Unkel. Die hohe Stadtmauer von Unkel muss saniert werden. Anders als der Name suggeriert, ist dafür aber nicht die Kulturstadt am Rhein zuständig, sondern die Kirchengemeinde Sankt Pantaleon, auf deren Gelände sich das bis zu vier Meter hohe, denkmalgeschützte Gemäuer vom Gefängnisturm im Süden bis zur Marienstatue im Norden erstreckt. Und das wäre nur die erste Maßnahme. „Auch die Mauer vom Viergiebelhaus entlang des Corneliaweges bis zur Torbogeneinfahrt zum Pfarrheim und die Fortführung samt der Einfassung des alten Friedhofes Richtung Stadtmauer sind in einem zweiten und dritten Bauabschnitt an der Reihe“, so Architekt Daniel Schmitz. Zusammen mit Pfarrer Andreas Arend, Christoph Füllenbach und Ludwig Conrad vom Kirchenvorstand, mit VG-Chef Karsten Fehr und der Landtagsabgeordneten Ellen Demuth begrüßte er vor Ort Erich Engelke, den Ortskurator Koblenz-Mittelrhein der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Thomas Kirsch von Lotto Rheinland-Pfalz, die einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 32.000 Euro überreichten.
„Trotz der finanziellen Unterstützung durch das Bistum könnten wir als kleine Gemeinde die noch verbleibenden Kosten nicht alleine tragen, zumal wir ja nach der Außensanierung unserer Kirche in 2009 erst vor drei Jahren auch den Innenraum von Sankt Pantaleon für 320.000 Euro saniert haben“, erinnerte Andreas Arend. Von daher sei er äußerst dankbar angesichts der Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die Instandsetzung aller drei Mauerabschnitte würde, so die Kostenschätzung, mit insgesamt gut 332.000 Euro zu Buche schlagen. Vorrangig sind jedoch die Arbeiten an der Stadtmauer, die mit rund 143.000 Euro veranschlagt sind, während die Sanierung Umfassungsmauer vom Giebelhaus entlang des neuen Friedhofs knapp 107.000 Euro, die der Umfassungsmauer ab dem Pfarrhaus Richtung alter Friedhof gut 82.500 Euro kosten soll.
Schutz vor Hochwasser und romantisches Ambiente
„Unkel erhielt Mitte des 16. Jahrhunderts seine Stadtmauer, die an der Rheinseite mit ihrer Höhe von vier Metern nicht nur Schutz vor Feinden, sondern auch vor Hochwasser und Eisgängen bot“, so Daniel Schmitz. Um den alten Stadtkern führte vom Gefängnisturm und dem Fronhofturm aus halbkreisförmig eine Bruchsteinmauer als Befestigungsanlage. Da dieser ein vom Ursbach, dem heutigen Hähnerbach, gespeister Wassergraben vorgelagert war, musste sie nicht so hoch sein wie die Mauer am Fluss. Nachdem die beiden Stadttore 1823 aus verkehrstechnischen Gründen abgerissen worden waren, wurde der Graben zugeschüttet und bebaut, während die „Grabenmauer“ zumindest teilweise erhalten blieb.
„Erhaltenswert ist die hohe Stadtmauer allemal, alleine schon, weil sie mit ihrem schweren Basaltfundament und den horizontalen Grauwacke- sowie Bruchsteinbändern vom Pax-Gästehaus bis zum Gefängnisturm maßgeblich das romantische Ambiente der autofreien Rheinpromenade mitprägt. Ohne sie bestünde zudem die Gefahr, dass unsere Pfarrkirche, vor allem aber das Pfarrhaus bei Hochwasser unterspült werden könnte, betonte Andreas Arend. In den 90-er Jahren wäre der Rhein beinahe durch die Fenster in das Pfarrhauses geschwappt. „Wahrscheinlich hat dieses Hochwasser den Grundstein für den ausgewaschenen Fugenmörtel, den teilweise Ab- und Ausbruch von tragenden Basaltsäulen und Bruchsteine sowie die brüchige Mauerkrone gelegt, Schäden die nicht nur den Bestand gefährden, sondern auch Passanten auf der Rheinpromenade“, erklärte der Pfarrer.
Weitere Spenden erwünscht
„Wir sind froh, dass wir die Unkeler Stadtmauer in den Kreis der 150 Objekte aufnehmen konnten, die von der privaten Denkmalschutzstiftung dank Spenden sowie Mitteln der GlücksSpirale und der Rentenlotterie von Lotto allein in Rheinland-Pfalz gefördert werden können. „Die Förderung wurde möglich durch Spenden und Mittel der GlücksSpirale, deren Nutznießer die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist. Entsprechend sind wir in Rheinland-Pfalz so gut aufgestellt, dass wir im Vorjahr 43 Prozent aller Anträge bewilligen und rund eine Million Fördergelder verteilen konnten, Tendenz in 2017 steigend“, so Engelke. Über weitere Förderer und Gönner würde sich die Pfarrgemeinde angesichts der anstehenden Arbeiten freuen. DL
