Corona: Eltern geben dem Kollegium der GGS Merl Bestnoten
Holpriger Start im ersten Lockdown
Für die Kinder wird trotz der fehlenden Präsenz vor Ort ein strukturierter und wiederkehrender Schulalltag geschaffen
Merl. Der Lockdown Anfang des Jahres 2020 kam überraschend, daher war eine technische Ausstattung der Schulen kaum vorhanden und Alternativen zum Präsenzunterricht kaum vorstellbar. Aufgabenpakete wurden nach dem „Kiosk-Prinzip“ aus Fenstern der Schule ausgegeben und dort auch zurückgegeben – es war sehr viel Stoff zu erledigen und für Kinder wie Eltern sehr anstrengend. Viele Eltern waren unzufrieden, weil sie neben ihren Aufgaben im Homeoffice gleichzeitig zu Vollzeitgehilfen der Lehrer wurden. Einige Kinder waren völlig überfordert, während andere sich zu Hause langweilten. Viele Kinder waren auch frustriert, denn vor allem fehlte ihnen der Kontakt zu ihren Klassenkameraden und Lehrern.
Lehrer haben ihre Hausaufgaben erfolgreich erledigt
Nach dem ersten Lockdown befragte das Kollegium der GGS Merl die Eltern zu ihren Erfahrungen und zur vorhandenen Ausstattung zu Hause. Mit Fortbildungen wurden die Lehrer unter anderem auf die didaktischen Herausforderungen der eingeführten Lernplattformen LogineoNRW vorbereitet. Heute sehen alle: Alle haben sich in die Technik bestens eingearbeitet. Nach den Sommerferien wurden die Kinder schrittweise an die digitale Lernplattform gewöhnt – von Mitmach-Sport-Videos, über Büchertipps bis hin zum Rechen-Memory gab es dort ein attraktives und abwechslungsreiches Angebot.
Die Kinder waren immer neugierig, was dort Neues hinterlegt war und haben sich von sich aus regelmäßig eingeloggt, um Neuigkeiten zu sehen. Die Viertklässler hatten schnell die Chatfunktionen entdeckt und nutzen diese seither, um mit ihren Freunden zu scherzen.
Mit wöchentlichen Hausaufgabenplänen und Wochenplänen lernen die Grundschüler an der GGS Merl ohnehin, sich ihre Aufgaben einzuteilen und diese relativ selbstständig in vorgegebenen Zeiten abzuarbeiten. Die Aufgabenpläne können sich die Grundschüler nun in der Vorwoche über die Lernplattform abrufen.
Alle Lehrer sind per Mail täglich zu erreichen und es gibt einen technischen Support für Elternbelange.
Elternbriefe mit wichtigen Informationen zum Unterricht werden von der Schule zügig gleich über mehrere Wege an alle verteilt: Über die Webseite der Schule, per Mail über die Klassenlehrer und Pflegschaft sowie über die private WhatsApp-Klassen-Gruppen. Schon vor Weihnachten wurden vereinzelt Kinder in Isolation mit einem Online-Programm versorgt. So konnten Kinder in Quarantäne zügig von einem Präsensunterricht mit einem Aufgabenpaket für zu Hause und individueller Betreuung der Lehrer auf Home-Schooling umgeschaltet werden.
Im zweiten Lockdown bestens gerüstet
Mit dem zweiten Lockdown wurde den Eltern zügig klar, wie sehr die Schule in den wenigen Monaten an sich und den Möglichkeiten gearbeitet hatte. Szenarien wurden erstellt, anhand derer die Schule auf die Vorgaben der Politik zügig und ihrem Auftrag entsprechend reagieren konnte.
Die Kinder sind schon nach kurzer Zeit an Zoom-Konferenzen und Lernplattform bestens gewöhnt gewesen. Sie haben die Uhr im Blick und wissen genau, wann ihre Videokonferenzen stattfinden. Die Videokonferenzen sind als Rahmen für die Freiarbeitsphase angelegt, eine morgens zum Start, wo die Aufgaben erklärt und neues Wissen vermittelt wird und eine etwas später am Vormittag für die Kontrolle der Aufgaben und die Rückmeldung der Kinder. Dazwischen arbeiten die Kinder selbstständig an ihren Aufgaben. Danach machen sie noch ihre Hausaufgaben. Das Einloggen, Öffnen und Bedienen der Videokonferenz können viele Erstklässler schon fast ohne Hilfe.
Der festgelegte Startzeitpunkt sorgt dafür, dass die Kinder von sich aus alle Schulbücher und anderen Arbeitsmaterialien zusammensuchen und vorbereitet sind, wenn es losgeht – oft loggen sie sich schon viele Minuten früher ein, damit sie auf keinen Fall zu spät zu den Videokonferenzen kommen. Die Eltern sind froh, dass durch die gute Struktur des Tages nur wenige nervige Erinnerungen entstehen: „Die Schule fängt gleich an, mach Dich bereit.“ Für Eltern als auch für Kinder ist es eine große Herausforderung, zu Hause - wo sonst nur Spiel und Spaß stattfanden - die nötige Konzentration und Arbeitshaltung zu erzeugen.
Für Eltern folgt aus dieser Organisation eine erfreuliche Selbstständigkeit der Kinder. Arbeiten im Homeoffice ist für die Eltern wesentlich stressfreier geworden. Für die Kinder wird trotz der fehlenden Präsenz vor Ort ein strukturierter und wiederkehrender Schulalltag geschaffen. Sogar an Familien mit mehreren Kindern ist an der GGS Merl gedacht worden: Die Zeiten sind so gestaffelt, dass es keine Überschneidungen gibt und ein ans Internet angeschlossene Gerät für alle Kinder in einem Haushalt ausreicht. Auch wenn über das Jahr gesehen ein paar Abstriche vom Lernstoff gemacht werden mussten und vielleicht nicht alle Themen wie im Lehrplan vorgesehen behandelt werden können, kommen die Kinder trotzdem deutlich sichtbar und relativ unabhängig von den Möglichkeiten der elterlichen Unterstützung im Lernstoff vorwärts. Alle Eltern werden mit diesem vorbildlichen Konzept gut entlastet. Die so gestaltete virtuelle Schule fördert Kompetenzen bei den Kindern, die für das Berufsleben unerlässlich sind: Pünktlichkeit, Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Vorbereitung und Fokussierung.
Wir, das sind einige engagierte Eltern von Kindern an der GGS Merl, wollen mit dieser Pressemeldung in Zeiten von Unzufriedenheit und Ungeduld im Zusammenhang mit anderen Schulen der Schulleitung, dem Kollegium und allen Eltern, die an der Umsetzung eines wirklich gelungenen Konzeptes teilhaben, ganz herzlich danken: Vielen Dank an das engagierte Kollegium der GGS Merl!
