Allgemeine Berichte | 05.07.2017

Ausstellung in der Linzer Stadthalle ist noch bis Ende des Monats zu sehen

Horst Gläsker und die Lust am Malen

Der Kurator des Kunstvereins, Michael Royen, holte Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers in die Bunte Stadt

Horst Gläsker erläuterte Norbert Boden vor der „Tiefsee“ den Arbeitsgang seiner Serie „Pinseltanz“.  DL

Linz. Einer riesigen, 4,20 mal 4,40 Meter großen Arbeit des gebürtigen Herforders Horst Gläsker sahen sich die Besucher der Ausstellung „Pure Lust am Malen“ gegenüber, als sie am Samstagnachmittag die Linzer Stadthalle betraten. Den gelernten Schaufenstergestalter, der nach Abschluss der Lehre ab 1966 zwei Jahre als Plakatmaler tätig war, um nach dem Abitur am Westfalen-Kolleg von 1973 bis 1979 an der Kunstakademie Düsseldorf zu studieren, hatte der Kurator des Kunstvereins, Michael Royen, in die Bunte Stadt am Rhein geholt. Und in die passen die farbintensiven, quirligen Bilder vorzüglich. „Das ist nun wirklich schwungvolle Kunst, aus der deutlich die Lust am Malen spricht“, schwärmte das Vorstandsmitglied Gesina Stuip kurz vor der Eröffnung, während der in Düsseldorf arbeitende Künstler dem Vorsitzenden Norbert Boden gerade die in seiner Serie „Pinseltanz“ angewandte Technik erläuterte.

Dass der Kunstverein sein Asyl in der Galerie Prova verlassen musste, um die Arbeiten von Gläsker noch bis Freitag, 29. Juli, donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr in der Strohgasse zeigen zu können, liegt nicht nur an dem „Riesen-Pinseltanz“, der auf der Bühne aufgebaut ist. Auch die beiden längsrechteckigen Arbeiten „Perlmutt“ und „Himmelsfeuer“, die links und rechts vom Eingang nahezu die gesamte Wandfläche bedecken, sowie die etwa gleichgroße „Tiefsee“ daneben an der Fensterseite unterhalb der Empore hätten in keinem herkömmlichen Ausstellungsraum Platz gefunden. Zusammen mit den zehn kleineren Bilder an der fensterlosen Längswand des Saals gehören sie zu der zwischen 2005 bis 2015 entstandenen Reihe. „Inzwischen bin ich schon bei der Hinterglasmalerei angekommen“, so der Künstler.

Malerische und musikalische Existenz verbinden sich

Ab 1992 hatte er aus der rhythmischen Dynamik seines Malprozesses eine Bildsprache entwickelt, deren Basis aus einer Skala farbiger Schwingungen besteht. „Im Rhythmus seines Pinselschwungs verbinden sich Horst Gläskers malerische und musikalische Existenz“, spielte Norbert Boden auf die Aktivitäten des Malers und Bildhauers als Saxophonist und Klarinettist an. Schon in den 60er-Jahren hatte er mit seinen vier Brüdern in einer Tanzkapelle und in den 70er-Jahren in diversen Gruppen der „Krautrock“-Ära gespielt. Nachdem er 1975 ein Jahr in einer Berghütte in der Toskana gelebt hatte, wo er Landschafts- und Porträtbilder gemalt und sich intensiv mit der Wirkung von Farben auseinandergesetzt hatte, sammelte er alte Perserteppiche, deren Ornamente er mit psychedelischen Farbmustern bemalte. Grund genug für Gerhard Richter, ihn seiner Klasse zu verweisen. Dafür wurde Horst Gläsker dann Meisterschüler bei Karl Otto Götz, einem der Hauptvertreter des Informel in Deutschland, der in den 60er-Jahren auch Professor von Sigmar Polke war.

Hintergründe entstehen in einem ruhig-verhaltenen Arbeitsgang

Freier als bei seinem Lehrer bäumen sich die geschwungenen Linien wie schäumende Riesenwellen, etwa in Gläskers „Tiefsee“.

Dünne weiße Linien grenzen Umrisse und Durchblicke auf das „ruhige“ blaue Wasser des Meeres ein, so als sollte die unbändige Kraft der gischtgepeitschten Wellen eingedämmt werden. In einigen der kleineren Arbeiten scheinen die feinen Konturen die Biegungen und Drehungen der geschwungenen Linien hervorzuheben, um so die jeweilige Richtung anzuzeigen.

„Beim Malen mit dem extrem großen und entsprechend sündhaft teuren Japanpinsel folgt die Gestik den ganz bestimmten rhythmischen Intervallen, wobei sie erst im Moment des Malens intuitiv entsteht“, berichtete der Künstler, der auch Straßenbesen und breite Feger einsetzt. Erst wenn die geschwungenen Bahnen seinen Vorstellungen entsprechen würden, gehe in einem zweiten Schritt, den er als „Entschleunigungsprozess“ bezeichnet, daran, den Hintergrund in einem ruhig-verhaltenen, eher kontemplativen Arbeitsgang auszumalen.

In diesem Arbeitsgang würden die Bilder präzisiert, die Farbkaskaden quasi geöffnet. DL

Horst Gläsker erläuterte Norbert Boden vor der „Tiefsee“ den Arbeitsgang seiner Serie „Pinseltanz“. Foto: DL

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