Allgemeine Berichte | 14.06.2019

Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz in Zusammenarbeit mit der Hospizarbeit Kirchliche Sozialstation

Hospizbegleiter berichteten über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen

„Hospiz macht Schule“ erfolgreich an verschiedenen Schulen

Zu einer interessanten Veranstaltung hatte der Förderverein in Zusammenarbeit mit der Hospizarbeit Kirchliche Sozialstation in die Verbandsgemeindeverwaltung eingeladen. Foto: privat.

Plaidt. In die Verbandsgemeindeverwaltung Plaidt hatte diesmal der Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz in Zusammenarbeit mit der Hospizarbeit Kirchliche Sozialstation eingeladen. Das Thema des Abends lautete: Hospizbegleiter berichten über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen bei und mit den Patienten. Brigitte Protzmann, Palliative Care Fachkraft, erläuterte Aufgaben und Ziele der Hospizarbeit in der Kirchlichen Sozialstation. Zu den Aufgaben von Brigitte Protzmann, Leiterin der Hospizarbeit, und Margret Schmitz gehören Beratung, Begleitung, Koordination von Hilfe und Vermittlung von Kontakten. Oberstes Ziel ist es, sterbenskranken Menschen Hilfe zukommen zu lassen, die es ermöglicht, bis zuletzt selbstbestimmt am Leben teilhaben zu können. Die Palliative Medizin sieht ihre Hauptaufgabe darin, körperliche Beschwerden und Symptome zu lindern, mit dem Ziel für den schwerstkranken und sterbenden Menschen eine möglichst hohe Lebensqualität zu erreichen. Die Erhaltung einer guten Lebensqualität bis zuletzt und die Wahrung der Autonomie und Menschenwürde der Betroffenen stehen im Vordergrund.

Entlastung für die Familien

Diese Lebensqualität besteht immer aus körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Aspekten. Die ehrenamtlichen Hospizbegleiter decken den psycho-sozialen Bereich ab und entlasten durch ihren Einsatz auch die Familien.

Der wesentliche Teil der Begleitungen besteht darin, dass sie Zeit haben, sich Zeit nehmen. Allein durch ihr Dasein, Zuhören und Begleiten leisten sie einen großen Beitrag in einer oft auch schwierigen Lebensphase für Patient und Angehörige. Mit dem Hospiz- und Palliativgesetz von 2015 wurde die Palliativversorgung ausdrücklicher Bestandteil der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen. Mit dem Gesetz wird der Anspruch sichergestellt, dass die medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Versorgung von Menschen in der letzten Lebensphase verbessert wird und ein flächendeckender Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung gefördert wird. Dabei ist die Sterbebegleitung durch die ambulanten Hospizdienste als ausdrücklicher Bestandteil des Versorgungsauftrages der sozialen Pflegebereiche benannt.

Zusammenfassend schloss Frau Protzmann ihre Ausführungen mit der Feststellung, dass es bei der Hospizarbeit um eine besondere Haltung und Einstellung dem Menschen und seinen Angehörigen gegenüber geht.

Wünsche und Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt

Als jüngste ehrenamtliche Hospizbegleiterin schilderte Ulrike Sevenich den Werdegang zum Hospizbegleiter. Das Handwerkszeug für eine respektvolle Begleitung erhält man durch einen entsprechenden Befähigungskurs. Sie wies darauf hin, dass diese Begleitung sich nach den individuellen Bedürfnissen zu richten hat. Wünsche und Bedürfnisse der kranken und sterbenden Menschen sowie auch deren Angehörige stehen im Mittelpunkt des Handelns. Der Leitsatz für ihr eigenes zukünftiges Handeln wird dabei der Ausspruch von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospizbewegung, sein: „Nicht dem Leben mehr Tage hinzufügen, sondern den Tagen mehr Leben geben“.

Für die erkrankte Brigitte Stern las daher in Vertretung Margret Schmitz, Palliative Care Fachkraft, deren Bericht vor. Der ausdrucksvolle Bericht schilderte die Begleitung eines schwerstkranken Patienten. Brigitte Stern beendete ihren Bericht mit dem Fazit, Begleitung ist ein großes Geschenk auch für den Hospizbegleiter.

Grußkarten und Büchlein zugunsten des Fördervereins

An diesem Abend wurden auch Grußkarten für die verschiedensten Anlässe zum Kauf angeboten. Aus etwa 70 Motiven erstellt das Kartenteam (Frau Hörnig, Frau Nolte, Frau Nachreiner, Frau Zenz, Herr Möhn) diese geschmackvollen Grußkarten. Seit vielen Jahren erzielt das Kartenteam immer wieder einen stattlichen Gewinn. Frau Busch-Tilp verfasste einige Büchlein, die Gedichte mit Gedanken zu Leben, Gott und der Endlichkeit enthalten. Auch diese Büchlein konnten zugunsten des Fördervereins erworben werden.

„Hospiz macht Schule“

Den Abschluss des Abends bildete der Vortrag des Teams „Hospiz macht Schule“. Dorothee Schünemann-Diederichs, Leiterin des Projektes, zusammen mit den Hospizbegleiterinnen Gabriele Theisen und Babette Thomsen stellten das von der Bundes-Hospiz-Akademie entwickelte Projekt vor. Seit 2011 gibt es diese Projektwoche bereits an verschiedenen Grundschulen der Stadt Andernach. „Abschiednehmen“ ist das Thema dieser Woche. Das Abschiednehmen von einem geliebten Menschen, der Tod eines Haustieres oder der Umzug in eine andere Stadt mit dem Wechsel in eine neue Schule bedeuten für Kinder Lebenssituationen, die es zu bewältigen gilt. Eine solche Projektwoche erfolgt an fünf Tagen mit Schülerinnen und Schülern einer vierten Klasse. So haben die einzelnen Tage schwerpunktmäßig ein Thema: Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, Vom Traurigsein sowie Trost und Trösten. Leben und Sterben sind untrennbar miteinander verbunden. Der Tod gehört zum Leben dazu, wird aber oft ausgegrenzt oder tabuisiert. Die Thematik „Abschiednehmen“ soll in einem zeitintensiven Rahmen sensibel und kindgerecht vermittelt werden. Durch die Arbeit in Kleingruppen entsteht ein Vertrauensverhältnis. Dies ist die Grundlage für ein offenes Gespräch, in dem die Kinder ihre Fragen, ihre Vorstellungen und ihre Ängste wertfrei einbringen können. Die Hospizhelferinnen, die für diese Aufgabe eine zusätzliche Ausbildung erhalten haben, geben den Kindern verständnisvoll Antworten. Schulleitung, Klassenlehrer und Eltern müssen im Vorfeld ihre Zustimmung geben. Nach anfänglichen Bedenken sind die Erwachsenen am Ende der Woche überrascht, wie unbefangen und sensibel die Kinder mit diesem schwierigen Thema umgehen. Positive Rückmeldungen sind einmal mehr Lohn für den engagierten Einsatz des ganzen Teams. Ein besonderer Dank geht an Frau Dr. Pudelko-Groh, die in ihrer einfühlsamen Art auf die von den Kindern gestellten Fragen eingeht und wesentlich zum Erfolg des Projektes beiträgt.

Zu einer interessanten Veranstaltung hatte der Förderverein in Zusammenarbeit mit der Hospizarbeit Kirchliche Sozialstation in die Verbandsgemeindeverwaltung eingeladen. Foto: privat.

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