Sankt Martin Rheinbach
„Ich geh‘ mit meiner Laterne…“
Teilen ist heute wichtiger denn je
Rheinbach. Der jährliche St. Martins Zug in Rheinbach gehört sicher zu den schönsten seiner Art in der Umgebung. Bereits viele Tage zuvor bastelten die Kinder in den Kindergärten und Schulen ihre „Laternen“ und lernten die typischen St. Martins Lieder. Die Kleinen fieberten aufgeregt dem Tag des Umzuges entgegen. Sahen sie doch dort den „Heiligen St. Martin“ hoch zu Ross auf einem Schimmel zum Greifen nah. Genau dieser Vorstellung: ein freundlicher Mann in römischer Rüstung und in einem roten Mantel, kam der Rheinbacher St. Martin, Jürgen Esser, ganz nahe. Nun schon zum dritten Mal führte er den diesjährigen St. Martinszug in Rheinbach an. Die Verehrung des Heiligen St. Martin reicht weit in die Vergangenheit zurück. Zahlreiche Legenden ranken sich um diesen Mann. Die wohl bekannteste ist die von der Teilung des roten Mantels. Martin begegnete am Stadttor vor Amiens als römischer Soldat hoch zu Ross einen frierenden Bettler. Ihm schenkte er die mit seinem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels. Alles ist sehr lange her. Gleichwohl erfolgt die Verehrung des Heiligen St. Martin bis heute und verdeutlicht sinnbildlich das barmherzige Teilen mit Bedürftigen. Vor diesem Hintergrund hat diese symbolische Handlung aus der Römerzeit bis heute an Aktualität nichts verloren und angesichts der heutigen Situation vieler Menschen in der Welt an Bedeutung noch zugenommen. Ganz in diesem Sinne, begleitet von vielen Kapellen und Musikzügen folgten den Familien die Kindergärten, Kitas und die Schulkinder. Besonders die mit viel Fantasie gebastelten Laternen der Schülerinnen und Schüler boten ein farbenfrohes Bild. Fast ohne Stocken zogen die Kinder singend durch die Innenstadt, vorbei an den doch zahlreichen Zuschauern am Wegesrand. St. Martin wurde nicht müde, auf seinem Weg immer wieder freundlich zu winken. Auf dem Prümer Wall brannte bereits unter Aufsicht der Freiwilligen Feuerwehr das große Martinsfeuer, um das sich dann Alle am Ende versammelten. Für die Schüler der Grundschulen und für Kleinkinder gab es im Anschluss kostenlose Martinswecken, verteilt von St. Martin und seinen Helfern. Die leckeren Wecken schmeckten selbstverständlich auch den Erwachsenen. Bereits seit dem frühen Morgen war St. Martin in den Kindergärten und in den Altenheimen unterwegs und hatte die begehrten Weckmänner verteilt. All dies war nur möglich, weil viele Rheinbacher Bürgerinnen, Bürger und Vereine für den Martinszug gespendet haben.
STS
Schon ein gewohntes Bild beim Rheinbacher Martinszug: Eltern und Kinder bilden die „Vorhut“, bevor die Schulkinder mit ihren bunten Laternen folgen.
