Kunstverein Linz präsentierte neues Konzept „Kunstfenster“ von Markt 9
"Im Dialog": zwei Künstler und ihre Werke
Der Kunstverein reagiert auf die Einschränkungen durch die Pandemie mit einer kreativen, intermedialen Idee
Linz. Corona hat besonders die Kunst- und Kulturszene hart getroffen – deutschlandweit. So war der Linzer Kunstverein gezwungen, bereits geplante Ausstellungen abzusagen, da sie aktuell nicht durchführbar sind. Anstelle jedoch in Untätigkeit zu versinken, besannen sich die Linzer Künstler auf ihre ureigenste Eigenschaft: ihre Kreativität. Mit einem völlig neuen Konzept wollen sie in den nächsten Wochen in Linz Kunst erlebbar machen und ihr eine Stimme geben. Hierzu werden im zweiwöchentlichen Wechsel jeweils zwei Künstler, zunächst aus den Reihen des Kunstvereins, später sollen auch weitere Teilnehmer angefragt werden, ihre Werke in den beiden Schaufenstern von Markt 9 ausstellen und miteinander in Dialog darüber treten. Dabei ist jede Künstlerpaarung völlig frei in der Gestaltung dieses Dialogs und seiner Form, ein gemeinsames Konzept dient als Basis für ihre Präsentation. Die Thematik, Technik oder Philosophie dahinter wird von den beiden Künstlern selbst gewählt.
Beginn mit Edith Oellers und Lars Ulrich Schnackenberg
Die beiden Linzer Künstler Edith Oellers und Lars Ulrich Schnackenberg gestalten den Auftakt dieser neuen Reihe, die vom ersten Vorsitzenden des Kunstvereins Norbert Boden offiziell vorgestellt wurde: „Wir wollten keinen weiteren Stillstand und unser Vorstandsmitglied Désirée Wickler hat diese Idee entwickelt, womit wir corona-konform doch Kunst in Linz stattfinden lassen können." Lars Ulrich Schnackenberg stellt seine Werke „Hallo“ und „Wegen der Menschen da“ zum Dialog, während Edith Oellers „Stillstand und Bewegung" sowie "Mädchen auf dem Dachboden" im anderen Schaufenster präsentiert. Beide Künstler haben sich, neben der Ausstellung ihrer Werke in den Fenstern, in ein Gespräch begeben, in dem sie die gegenseitige Rezeption der Werke besprachen und diskutierten. „Hier ging es nicht mehr um die Frage „Was will der Künstler damit sagen?“, kommentierte Lars Ulrich Schnackenberg den Prozess, „Wir wollten das Augenmerk darauf lenken, was der Betrachter in den jeweiligen Werken sieht.“ „Wir haben eine gegenseitige Reflexion vorgenommen, die aufgezeichnet wurde und als Teil des Dialogs online für die Betrachter anseh- und erfahrbar ist.“ Durch die Brücke von der analogen Kunst in den digitalen Raum ist es für Kunstinteressierte bis zum 8. Mai möglich, die Originalwerke in den beiden Schaufenstern zu betrachten – und den spannenden Diskurs der beiden Künstler auf www.kunstverein-linz.de zu verfolgen. Die Unterschiede in der vom jeweiligen Kunstschaffenden intendierten Aussage zur Rezeption des Gegenübers sind auf diese Weise plötzlich für den Betrachter sichtbar, der dies wiederum in den Kontext seiner eigenen Bildinterpretation setzen kann. Ein intermediales Experiment, das einen völlig neuen Raum zwischen Künstler und Betrachter eröffnet.
Zweiter Dialog mit Désirée Wickler und Klaus Krumscheid
Ab dem 9. Mai werden die beiden Künstler Désirée Wickler und Klaus Krumscheid die beiden Fenster von Markt 9 mit einem weiteren Dialog füllen. Ihre Konzeption ist dabei eine völlig andere – sie entwickeln sie aus ihrem Metier, der Druckgrafik. „Wir haben uns dem Thema des schnellen Teilens von Fotos angenähert. Heutzutage ist möglich, innerhalb von Sekunden ein Foto zu machen und über die sozialen Medien miteinander zu teilen – mitzuteilen“ erläuterte Désirée Wickler, „Wir wollen diesen Prozess verlangsamen und in eine analoge Form bringen, indem wir Bilder aus der digitalen Form aufwendig in eine druckgrafische Abbildung überführen.“ „Dieses Projekt wird sich für die Betrachter in den Schaufenstern parallel entwickeln. Wir werden unseren Dialog zu den Werken ebenfalls dort abbilden – in Form von Briefen und Texten, die peu à peu in den Fenstern ergänzt werden“, ergänzte Künstler Klaus Krumscheid, „Kunstwerke und Dialog entstehen also während des gesamten Verlaufs bis zum 23. Mai.“
Die beiden ersten Künstler-Paare des neuen Konzepts des Linzer Kunstvereins verfolgen ebenso unterschiedliche, wie spannende Ansätze, die trotz der aktuellen Beschränkungen die Kunstszene der Bunten Stadt am Rhein nicht nur am Leben halten, sondern den Kunstinteressierten der Region auch völlig neue Ideen präsentieren. Die Reihe soll weiter fortgeführt werden, aktuelle Informationen dazu und zu den weiteren Projekten des Linzer Kunstvereins finden sich auf www.kunstverein-linz.de
... sind im anderen die Bilder von Edith Oellers zu bewundern.
Der erste Vorsitzende des Kunstvereins, Norbert Boden, stellte das Konzept und die beiden Künstler vor.
Während in dem einen Fenster Lars Ulrich Schnackenberg seine Werke präsentiert ...
