Allgemeine Berichte | 19.09.2018, 09:16 Uhr

Katholische Kirchengemeinde und Caritasverband arbeiten zusammen

Im Lotsenpunkt wird Menschen in schwierigen Lebenslagen kostenlos geholfen

Jeden Montag von 15 Uhr bis 17 Uhr warten Lotsen im Café des Altenstiftes Limbach in Berkum auf Hilfe suchende Personen

Im Café des Altenstiftes Limbach in Berkum gibt es ab sofort jeden Montag von 15 Uhr bis 17 Uhr einen Lotsenpunkt, bei dem Menschen in schwierigen Lebenslagen geholfen wird. JOST
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Berkum. Menschen in Not und in prekären Lebenslagen haben ab sofort einen neuen Anlaufpunkt in der Gemeinde Wachtberg. Die katholische Kirchengemeinde St. Marien und der Caritasverband Rhein-Sieg e.V. bieten einen „Lotsenpunkt“ im Café des Altenstiftes Limbach in Berkum an. Dort ist jeden Montag von 15 Uhr bis 17 Uhr eine Gruppe von Lotsen vor Ort, um Menschen aus schwierigen Lebenslagen herauszuhelfen. „Das Ganze ist kostenlos, vertraulich und offen für jedermann“, versichern die Projektleiter Martin Wolbers von der Kirchengemeinde und Annegret Kastorp vom Caritasverband. Hier entstehe im Herzen der Gemeinde Wachtberg ein verlässlicher Ort des Zuhörens und der Hilfe.

Insgesamt zehn Lotsen bieten sich in dem für die Öffentlichkeit zugänglichen Café als erste Ansprechpartner an und schaffen einen Raum für offene Gespräche in freundlicher Atmosphäre. Vor allem zeigen sie bei Bedarf neue Wege und individuelle Hilfsangebote auf, so Wolbers. Diese Lotsen hätten die gleiche Eigenschaft wie das kleine Mädchen „Momo“ aus Michael Endes berühmtem Roman: „Sie können zuhören wie kein anderer.“ Heutzutage sei es wichtiger denn je, dass es Orte gebe, wo Menschen zusammenkämen und einander zuhörten.

Konkrete Hilfe steht im Mittelpunkt

Die Arbeit der Lotsen soll sich demnach auf drei Bereiche erstrecken: Zunächst das Da-Sein für die Menschen, indem die Türen stets offengehalten werden. Zum zweiten das Zu-Hören, was den anderen Menschen beschäftigt – und dabei werde auch mit dem Herzen gehört. Schließlich gehe es um konkrete Hilfe und im Zweifelsfall um das Weiterlotsen, wenn die Kompetenzen der ehrenamtlichen Lotsen an ihre Grenzen stießen.

Dabei könne es sich um Sachmittel, vielleicht auch um finanzielle Unterstützung handele, aber auch um Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen, um die Hilfe bei Terminabsprachen und die Begleitung zu Behördenterminen. Dabei versteht man sich als Teil eines bereits vorhandenen Netzwerks, denn natürlich werden die in der Region verfügbaren Hilfsangebote der verschiedensten Institutionen auch mit in Anspruch genommen oder weitervermittelt. „Letztlich geht es darum, die Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, ergänzte Kastorp. Allerdings versuche man auch, Lücken im Hilfesystem aufzuspüren, um diese Schließen zu helfen.

Gesichter statt Broschüren und Flyer

Schon vor drei Monaten habe man damit begonnen, die Vorbereitungen für den Start des Lotsenpunkts zu treffen. Dazu gehörte eine Reihe von Erkundungen, etwa wer überhaupt im Seelsorgebereich lebe, mit welchen Problemlagen die Menschen hier konfrontiert seien, welche Dienste und Einrichtungen es gebe und für wen noch keine oder nur unzureichende Angebote vorhanden seien. Zudem habe man den Anspruch, dass sich die Lotsenpunkte permanent weiterentwickeln sollen, je nachdem was in der Gemeinde Wachtberg tatsächlich gebraucht werde. „Ein zentraler Gedanke ist eine lebendige Beziehung und nicht nur Geschriebenes – Gesichter statt Broschüren und Flyer erwarten hier die Menschen.“ Und nicht zuletzt wollten die Lotsenpunkte den Menschen Mut machen, dass es auch für schwierige Situationen eine Lösung gebe: „Irgendwas geht immer!“, so Wolbers. Wobei Dirk Jüngermann, einer der Lotsen, schon jetzt feststellte: „Die Arbeit ist auch für den Lotsen selbst bereichernd, denn hier wird nicht nur gegeben, wir bekommen auch jede Menge zurück.“ JOST

Im Café des Altenstiftes Limbach in Berkum gibt es ab sofort jeden Montag von 15 Uhr bis 17 Uhr einen Lotsenpunkt, bei dem Menschen in schwierigen Lebenslagen geholfen wird. Foto: JOST Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

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