Der Erpeler Höhenortsteil Orsberg feierte Sankt Josephs-Kirmes
Im Mittelpunkt stand das junge Königspaar Yannik Steil und Caro Thomas
Erpel-Orsberg. Im hochsommerlichen Outfit genossen die Orsberger Junggesellen um ihren Vorsitzenden Sebastian Krupp am frühen Samstagnachmittag nach einer langen Kirmesnacht auf der Gemeindewiese die so lange vermisste Sommersonne. Bis in die frühen Morgenstunden hatten sie im Festzelt an der Ecke Neustraße/Im Vogelsang getreu dem Motto: „Der Berg rockt“, die bekannt fetzige Kirmesparty gefeiert. Begonnen hatte das Fest jedoch bereits am späten Freitagnachmittag mit dem Aufstellen des Kirmesbaums auf dem Platz an der kleinen Sankt Josephs-Kapelle. Der Saalbau aus dem Jahre 1708, dessen Altar aus der Zeit eines auf 1649 datierten Vorgängerbaus stammt, ist der Mittelpunkt des Erpeler Höhenortsteils, dessen Kern von denkmalgeschützten Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert geprägt wird.
Viele Junggesellenvereine folgten dem Ruf nach Orsberg
Auf diesen blickte der arme, angesichts der sommerlichen Temperaturen nach Getränken dürstende, Kirmesmann von seiner hohen Warte am blanken Stamm des Kirmesbaumes unmittelbar unterhalb der kleinen Fichte herab, ohne den Festplatz einsehen zu können. Auf dem trudelten aus dem Rheintal zunächst die Junggesellen aus der Alten und Freien Herrlichkeit um ihren Vorsitzenden Dominik Schwager ein, zu denen sich wenig später auch ihr König Kevin Weber gesellte. Während sie sich daran machten, sich eine gute Ausgangsposition beim Meterbier-Wettbewerb zu erarbeiten, wurde im Festzelt bereits der Königstisch mit dicken Blütendolden roter Bauernhortensien dekoriert.
Nur wenig später kamen dann auch die Nönghüüder aus dem nahen Bruchhausen, die ersten Rheinbreitbacher und schließlich die Unkeler Junggesellen auf dem Festplatz an. Dort suchten sie angesichts der strahlenden Sonne einen kühlen Platz im Schatten, bis sie den Orsberger Junggesellenverein 1714 bei seinem Königszug unterstützten. Zu diesem ließen die Offiziere, Hauptmann Sebastian Krupp und Leutnant Kai Kirschbaum mit den Fähnrichen Jan Ockenfels und Tobias Krupp, die Festgesellschaft erst antreten, nachdem auch Vertreter des Sankt Josephs-Bürgervereins um die Vorsitzende Iris Rosen sowie das Tambourcorps „Frei weg“ Selhof um Tambourmajor Ingo Olbermann eingetroffen waren, das wie schon in den vergangenen Jahren wieder die musikalische Unterstützung des Königszuges übernahm.
Am Kapellenplatz wartete bereits der König
Die Straße „Im Vogelsang“ hinab schwenkte der Festzug dann in Richtung Kapellenplatz ein, um über die Orsberger Straße das Ehrenmal anzustreben, wo traditionell der Toten der beiden Weltkriege gedacht wurde. Da wurde der Festzug bereits ungeduldig von König Yannik Steil erwartet, der beim Königsschießen des Junggesellenvereins rund einen Monat zuvor den Goldenen Schuss gelandet hatte. Als Königin hatte er sich Caro Thomas an seine Seite geholt, während die Ehrenpaaren Julia Sterzenbach und Lars Kubach sowie Kristina Steil und Stefan Krupp den beiden Majestäten hilfreich zur Seite standen.
Nur wenige Meter musste der Festzug zurücklegen, bis er die „Hofburg“ in der Waldstraße erreicht hatte, wo die Offiziere der Vereine dem Sextett im idyllischen Garten ihre Aufwartung machten, wobei manche sich beherrschen mussten, um dort nicht in den Abkühlung verheißenden Pool zu springen.
So beschränkten sich alle Teilnehmer am Königszug wie auch die zahlreichen Zaungästen darauf, sich innerlich zu erfrischen, was bei der fürstlichen Bewirtung keine Schwierigkeit war, bis das Tambourcorps aus dem nahen Nordrhein-Westfalen dann den Präsentiermarsch intonierte. Und schon folgten die jungen Majestäten ihren Ehrenpaaren durch das Spalier, das die Fähnriche mit ihren Fahnen und die Offiziere mit gezogenen Säbeln vor dem Königshaus gebildet hatten. Strahlend nahm das Königspaar die Ovationen der begeistert applaudierenden Menge entgegen, bis die Fähnriche ihm zu Ehren die Fahnen schwenkten.
Der Königswalzer eröffnete den Höhepunkt der Kirmes
Kaum dass die letzten Takte des Rheinischen Schwenkmarsches verklungen waren, ließ Hauptmann Sebastian Krupp auch schon den Königszug wieder antreten. Im Nu waren die letzten Meter zum Festzelt zurückgelegt, in dem Yannik Steil und Caro Thomas mit dem Königswalzer dann den Höhepunkt der Orsberger Kirmes eröffneten, der erst in den frühen Morgenstunden des Kirmessonntags ausklingen sollte. Dieser Tag wiederum stand traditionell ganz im Zeichnen des Bürgervereins, der vor allem die Senioren des kleinen Ortes am Nachmittag verwöhnte. DL
