Kurt-Pauli-Stiftung tagte beim Deutschen Stiftungstag in Leipzig
Im Zeichen des demografischen Wandels
Stiftungsbestand in Deutschland auf einem historischen Hoch
Remagen-Rolandseck. Der demografische Wandel ist das Zukunftsthema für Stiftungen. Diese Botschaft transportierte der Deutsche Stiftungstag, der kürzlich in Leipzig stattfand, in sehr facettenreichen Veranstaltungen. Auch der Stiftungsgründer der Kurt-Pauli-Stiftung, Dr. h.c. Kurt Pauli aus Rolandseck, und seine ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Vorstand und des Kuratoriums nahmen an dieser Veranstaltung teil, um sich in Seminaren über aktuelle Stiftungsthemen zu informieren. Die Kurt-Pauli-Stiftung besteht seit über zehn Jahren und baut unter anderem auf das Vermächtnis des Computererfinders und Freundes Konrad Zuse auf. Die Zielsetzung ist: Vergabe von Zuschüssen für Stipendien, Öffentlichkeitsarbeit über die Entwicklungsgeschichte der Informatik, um beispielsweise den Bekanntheitsgrad des deutschen Erfinders zu verstärken oder Computermusen- und Archive zu fördern. Dem Trend angepasst unterstützt die Stiftung nun auch Sprachkurse für Asylsuchende sowie eine mögliche anschließende Ausbildung.
Herausforderungen begegnen
Zum größten Stiftungskongress in Europa kamen rund 1.800 Stifter und Stiftungsvertreter zusammen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt die Eröffnungsrede zum Tagungsthema „Älter – bunter – anders: Demografischer Wandel und Stiftungen“. Merkel äußerte sich zur Flüchtlingsproblematik: Deutschland sei ein starkes Land. Nichts davon wäre so, wie es heute ist, ohne die lebendige Zivilgesellschaft, und dieser habe Deutschland nicht zuletzt seiner lebendigen Stiftungslandschaft zu verdanken. Das Flüchtlingsdrama, das auch neue Entwicklungen im demografischen Wandel bringe, zwinge die reicheren Länder mehr denn je, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Stiftungen erhalten in Deutschland immer mehr Zuspruch. Diese wohltätigen Einrichtungen werden fast immer für die Ewigkeit gegründet. Der Stiftungsbestand ist in Deutschland auf ein historisches Hoch von über 20.000 selbstständigen Stiftungen geklettert. Viele Organisationen haben in den letzten Jahren jedoch an Schlagkraft durch das niedrige Zinsniveau verloren und dadurch niedrigere Einnahmen bei den Stiftungen. Diese dürfen nur aus ihren Erträgen oder zusätzlichen Spenden Projekte finanzieren. Die Substanz einer Stiftung muss erhalten bleiben.
Nachwuchs ist auch weiterhin gefragt
Stiftungen sind Einrichtungen, die mithilfe eines Vermögens und der Zinserträge einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgen. Sie haben eine lange Tradition und dienen in 95 Prozent der Fälle gemeinnützigen Zwecken. Ein Thema gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung: Wie kann eine Stiftung optimal geführt und das Vermögen attraktiv und trotzdem sicher angelegt werden? Die Kurt-Pauli-Stiftung macht sich darüber weniger Sorgen, da ihr Stiftungsvermögen größtenteils aus Immobilienwerten besteht. Ein Manko betrifft jedoch auch sie: „Stifter sind Vorbilder und tragen Verantwortung und Stiftungen sind Denkfabriken mit Fantasie und Ideenreichtum. Uns fehlt jedoch der ehrenamtliche und vertrauensvolle Nachwuchs und so freuen wir uns über jeden jungen Menschen, der sich für das Stiftungswesen und somit sich auch für unsere Stiftung interessiert“, so der Stiftungsgründer Dr. Kurt Pauli. Mit einem ökumenischen Gottesdienst, von den Vertretern der katholischen sowie der evangelischen Kirche in der Nikolaikirche zelebriert und einem anschließenden Festakt, in dem der Deutsche Stifterpreis verliehen wurde, endete die interessante Veranstaltung.
Pressemitteilung der
Kurt-Pauli-Stiftung
