Allgemeine Berichte | 07.03.2016

Die Theatergruppe im Kirchspiel Urbach unterhält die Zuschauer in Oberhonnefeld prächtig

„Im schwarzen Rössel am Golfballsee“

Eine Wirtschafts-Krimi-Heimat-Boulevard-Komödie von Mike Schneider

Es findet sich eine zufriedenstellende Lösung für alle. UP

Oberhonnefeld. Nachdem die Theatergruppe im Kirchspiel Urbach bereits vor zwei Wochen in der Turnhalle des Jugendheimes Urbach große Erfolge gefeiert hatte, war sie vom 4. bis 6. März im Kultur- und Jugendzentrum Oberhonnefeld zu Gast. Das KuJu war mit gemütlichen Tischgruppen im Zuschauerraum hergerichtet worden und war auch für alle vier, dieses Wochenende geplanten, Vorstellungen so gut wie ausverkauft. Das ist natürlich dem Ruf der Gruppe geschuldet, die in der Verbandsgemeinde als Garant für gute Unterhaltung bekannt ist. Die Gastwirtschaft „Im schwarzen Rössel“ liegt am wunderschönen Golfballsee und hat eine angeschlossene Pferdemetzgerei. Alles könnte so schön sein, wenn nicht an Stelle des früheren Minigolfplatzes jetzt ein Indianerstamm seine Zelte aufgeschlagen hätte und die Gäste ausblieben. Leopold Postmüllers Versuch, die ungebetenen Siedler zu vertreiben, endet mit einer Niederlage vor Gericht und dem Verlust der Ersparnisse. Letzter Ausweg ist der Kredit vom arroganten Johann van Oldenkott, der Wucherzinsen verlangt und auf einmal auch sein Geld zurückhaben will. Ohne Kunden im Geschäft und Gäste in der Pension langweilen sich allerdings Heribert Schulz, der „Pferdemetzger“ ohne Referenzen und die dralle Metzgereifachverkäuferin Monika, die sich mehr für Shopping und den guten Leopold interessiert als für ihre Arbeit, zu Tode. Die Situation scheint ausweglos, als sich plötzlich mit dem wohlhabenden Amerikaner Dr. Sigismund Williams und seiner Frau Claire Pensionsgäste anmelden. Besondere Highlights im ersten Akt sind das englische Telefonat von Josefine Postmüller mit den Gästen und Heribert Schulz, der Leopold Postmüller Bilder von „Adam und Eva im XXL-Format“ (sprich Leopold und Monika im Unterholz) zeigt. Die wohlhabenden Gäste reisen an und natürlich ist nichts so fertig geworden, wie es die resolute Josefine geplant hatte. Einzig das Willkommenslied – a horse sausage song – und das Willkommensgedicht – beide persönlich von Herrn Schulz verfasst – sind fertig, stoßen allerdings auf keine besondere Begeisterung bei den Gästen. Letztlich bleiben die Gäste doch, in erster Linie weil es zwischen Josefine und Sigismund, aber auch Claire und Herrn Schulz gewaltig zu knistern beginnt. Die Wirtin findet heraus, dass Herr Schulz die Schlachtpferde auf eigene Rechnung an einen Reiterhof verkauft, doch in dem Gespräch, in dem Leopold ihn fristlos entlassen will, konfrontiert ihn Schulz mit der Tatsache, dass er immer noch die kompromittierenden Fotos von ihm und Monika hat, und ihn somit in der Hand. Gleichzeitig outet sich Schulz als Häuptling „Große Brillenschlange“ und Vorsitzender des Indianerstammes. In der Nacht kommt es zu diversen Techtelmechteln zwischen Claire (die recht eigene Vorlieben hat) und Schulz in der Wurstküche, Leopold und Monika bei der „Inventur“ im Bierkeller und Josefine und dem schönen Sigismund hinter der Theke. Leopold, der verdächtige Geräusche hört und seltsame Dinge sieht, schiebt das auf die Inhaltsstoffe seines Bieres. Claire erwischt Siggi beim Seitensprung. Am nächsten Morgen gesteht Josefine Leopold ihren Ausrutscher mit Siggi. Der Wirt spielt den entrüsteten und verletzten Ehemann, bis sie ihm auf den Kopf zusagt, dass sie über sein Verhältnis mit Monika schon lange Bescheid weiß. Die Wirtsleute versöhnen sich. Im Radio kommt eine Suchmeldung nach zwei flüchtigen Bankräubern, deren Beschreibung verdächtig genau auf die beiden Pensionsgäste aus Amerika passt und mit dem Verdacht konfrontiert, gestehen Klara und Sigismund alles. Sie hatten die Bank überfallen, weil auch sie in die Fänge eines Kredithais geraten waren und wollten lediglich für eine Weile untertauchen. Natürlich lässt auch van Oldenkott nicht auf sich warten und fordert mal wieder sein Geld zurück, wobei sich herausstellt, dass Monika seine Schwester ist und als Spitzel fungiert hat. Leopold hat die rettende Idee – Klara und Siggi zahlen van Oldenkott aus, dafür dürfen sie in der Pension bleiben. Außerdem bietet Leopold Siggi einen Job als Metzger und Klara als Fachverkäuferin und Köchin an, damit er Schulz und Monika rausschmeißen kann. So wendet sich das Blatt letztlich doch zum Guten – es gibt einen Neuanfang für alle, die zufrieden sind. Die Theatergruppe hat ein erfrischend lustiges Stück auf die Bühne gebracht, das zum einen von den urkomischen Charakteren und zum anderen von einer guten Portion Mutterwitz lebt. Alles und jeder wird gnadenlos auf Korn genommen und so hatten die Zuschauer neben guter Unterhaltung auch jede Menge zu lachen.

Die Mitwirkenden auf und auch neben der Bühne waren:

Herr Schulz (Hans Nußbaum), Josefine Postmüller (Dorothee Deneu), Leopold Postmüller (Joachim „Jo“ Urban), Monika Bauer (Heike Dilthey), Dr. Sigismund Williams (Carsten Dilthey), Claire Williams (Nicole Schmidt)

Licht und Ton: Gordon Deneu, Christian Reutsch

Maske: Gaby Runkel, Ina Burdekat, Tanja Franz

„Im schwarzen Rössel am Golfballsee“

„Im schwarzen Rössel am Golfballsee“

„Im schwarzen Rössel am Golfballsee“

Es findet sich eine zufriedenstellende Lösung für alle. Fotos: UP

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