Proklamation bei der Karnevalsgesellschaft „Bekömme dich net Drömm“ Oberdrees
In Oberdrees regieren jetzt Prinz Bernd I. und Prinzessin Hilde I. bis Aschermittwoch
Das Sessionsmotto lautet: „Reisen in die weite Welt, ävve Drees oss am bess jefällt“ – Tanzgruppen der Karnevalsgesellschaft hatten umjubelte Auftritte
Oberdrees. Die Jecken in Oberdrees haben wieder neue Regenten. In der randvollen Ludwig-Fett-Halle proklamierte die Karnevalsgesellschaft „Bekömme Dich net Drömm“ ihre neue Tollität für die Session 2015/16 mit großem Getöse. Bis zum Aschermittwoch regieren Prinz Bernd I. (Weckauf) und Prinzessin Hilde I. (Hartung) mit dem Sessionsmotto: „Reisen in die weite Welt, ävve Drees oss am bess jefällt“. Das Motto greift das gemeinsame Hobby Reisen auf und ist zugleich eine Liebeserklärung an Drees, denn obwohl sie bereits die weite Welt gesehen hätten, fühlten sie sich in der Heimat doch einfach am wohlsten.
Damit übernehmen eine Ur-Oberdreeserin und ein gebürtiger Essener, der in Bad Hönningen lebt, das närrische Zepter in der Karnevalshochburg. Kennengelernt haben sie sich an der schönen Ahr in Bad Neuenahr vor gut einem Jahr, und seitdem sind die beiden ein Paar. Der gelernte Reiseverkehrskaufmann legt allerdings Wert auf die fest, auch als Essener noch ein „geografischer Rheinländer“ zu sein. Dem Karneval sei er schon immer zugeneigt gewesen, bislang aber eher als Zuschauer denn als Akteur. Doch diesmal zeigte er vom ersten Augenblick an, dass sich die Oberdreeser auf eine unvergessliche Session freuen können, unter anderem mit seinem genialen Sessionslied: „In der Fett-Halle nachts um halb eins…“.
Prinzessin war schon Oberdreeser Kindertollität
Erfahrung mit dem Tollitäten-Dasein hat hingegen die frischgebackene Prinzessin, war sie doch vor genau 60 Jahren schon Kinderprinzessin zusammen mit Prinz Heinz-Willi Brauweiler. Die gelernte Einzelhandelskauffrau, die jahrzehntelang in einer heimischen Bank gearbeitet hat, war schon in ihrer Kindheit in verschiedenen karnevalistischen Gruppen aktiv. Bei ihrer Begrüßungsansprache haute sie gleich einen augenzwinkernden „Hammer“ heraus, der wohl in die Oberdreeser Geschichte eingehen wird. Schuld daran, dass sie Prinzessin wurde, sei kein geringerer als Ortsvorsteher Kurt Brozio, „denn der bringt schließlich alle Prinzessinnen zum Höhepunkt.“
Dabei spielt die Prinzessin natürlich auf den karnevalistischen Höhepunkt der närrischen Session an, nämlich die offizielle Tollitäten-Proklamation. Die hatte Brozio auch diesmal wieder souverän und mit viel Humor gemeistert und den jecken Herrschern den güldenen Schlüssel des Dorfes übergeben. Die Prinzenketten legten die Vorsitzende des Damenkomitees, Astrid Schneider und der Präsident der Karnevalsgesellschaft, Dirk Schulz, an. Anschließend übergab der Chef des Sportvereins TuRa Oberdrees, Ralf Dahs, Blumen an die Prinzessin.
Buntes Programm voller jecker Höhepunkte
Verabschiedet wurde die scheidende Solo-Prinzessin Karin II. (Langen), die den Ball der neuen Prinzessin geschickt aufgriff und mit der Bemerkung: „Mich hat der Kurt Brozio damals auch zum Höhepunkt gebracht“, noch einmal die Lacher auf ihrer Seite hatte. Doch dann ging es gleich los mit einem bunten Programm voller jecker Höhepunkte. Den Anfang machten die vereinseigenen Tanzgruppen, zunächst die knuffigen „Minis“, die von Isabell Loell und Melanie Scherer trainiert werden. Die „Spatzen“ mit Trainerin Carola Scherer wirbelten schon entschlossener über die Bühne, im Verlauf des Abends traten dann auch noch die „Poppies“ mit ihrem sehenswerten Funkentanz auf, die von Isabell Loell, Carola und Melanie Scherer einstudiert worden waren. Weiter ging es mit der „Rassebande“ von Trainerin Sabine Schulz und den „Blauen Funken“, die von Nora Metternich, Stefanie Römhild und Jennifer Schwark in Szene gesetzt werden. Beide Tanzgruppen zeigten auch noch ihre aktuellen Showtänze.
Schlag auf Schlag ging es weiter mit den „Kevelaer-Frauen“, Brigitte Hentschel, Maria Mertens und Liesel Kott aus Rheinbach, bei deren Wallfahrt wahrlich nicht alles nach Plan lief. Auch das Damenkomitee hatte es sich nicht nehmen lassen, einen umjubelten Auftritt vorzubereiten. Ihr lustiger Vortrag machte deutlich, dass auch so mancher nicht mehr ganz taufrische Jeck hin und wieder zum „TÜV“ muss. „Annegret vom Wochenmarkt“, Gabi Elabor aus Köln, unterhielt schließlich in einem herrlich breiten Kölsch das Publikum mit den unglaublichen Erfahrungen, die man als Marktfrau auf einem Kölner Wochenmarkt machen kann. Bei ihrer herzerfrischenden Rede lachten die Gäste Tränen.
Die „Funky Marys“ aus Köln bildeten den Abschluss
Nicht fehlen durfte im Programm der schon traditionelle Besuch des Stadtsoldatencorps Rheinbach unter der Leitung von Kommandant Willi Hohn, das schon seit vielen Jahren die frisch gekürten Tollitäten im Oberdrees beehrt. Mit der sensationellen Show der „Funky Marys“ aus Köln endete die kurzweilige Proklamationssitzung in Oberdrees. Schon jetzt freut man sich auf die große Prunksitzung am Samstag, 16. Januar den Kindermaskenball am Tag darauf, die Damensitzung am Donnerstag, 4. Februar und den Lumpenball am Samstag, 6. Februar, bevor sich am Karnevalsdienstag, 9. Februar, der närrische Lindwurm durch die Straßen des Ortes bewegt.
