Narrenmesse 2024
„In Oochtendung net ohne Grond, es de Fassnesch rischtesch bont“
Ochtendung. In diesem Jahr stand die Narrenmesse, wie auch die Session, unter dem Motto: „In Oochtendung net ohne Grond, es de Fassnesch rischtesch bont“
Zur Eröffnung trugen die beiden Prinzen mit ihrem jeweiligen Hofstaat ein buntes Schwungtuch durch die Gänge, welches dann auf den Stufen zum Altar abgelegt wurde.
Dieses Thema zog sich durch den gesamten Gottesdienst wie ein roter bzw. bunter Faden. Ob in der Lesung, der Geschichte des Dorfes oder der Predigt.
Das Kyrie wurde von dem Schülerprinzenpaar Ben und Marie sowie Schatzmeister Malte vorgetragen.
Nach dem Evangelium verlas Prinz Lothar der Ewige das Märchen vom bunten Netz. Die Menschen im Dorf Farbenfroh leben glücklich miteinander. Das bunte Netz spannt sich über das Dorf, es steht für die guten Beziehungen und dafür, dass sich jeder auf die anderen verlassen kann.
Die Menschen in der großen Stadt werden jedoch neidisch auf das Glück der Bewohner von Farbenfroh. Sie wollen ihnen das Glück rauben, aber gegen das starke Netz kommen sie nicht an. Also verbreiten sie das Gerücht, dass die Menschen in der Stadt glücklicher seien. Manche Dorfbewohner werden neugierig. Sie schneiden Löcher ins bunte Netz. Der Zusammenhalt im Dorf nimmt ab. Die Ausreißer lassen sich vom Stadtleben blenden und berichten den Dorfbewohnern von ihren Erlebnissen. Immer mehr verändert sich das Leben im Dorf, die Alten bekommen keine Hilfe mehr, Zank und Streit breiten sich aus.
Nur einige Menschen und Familien halten noch zusammen. Sie versuchen das bunte Netz wieder aufzuspannen und einige träumen sogar davon, dass dieses bunte Netz auch irgendwann über der großen Stadt zu sehen sei und alle Menschen glücklich wären, wirklich alle.
Dieses Thema griff auch Herr Dekan Scher in seiner Predigt auf.
In Ochtendung ist das Miteinander innerhalb des Dorfes noch sehr stark. Das zeigt sich gerade im Karneval. Obwohl es fünf unterschiedliche Karnevalsvereine in den unterschiedlichen Farben und mit unterschiedlichen Menschen gibt, ziehen alle an einem Strang, um den Mitmenschen eine schöne Karnevalssession zu schenken. Der Sachausschuss „Miteinander“ stellt in jedem Jahr eine einzigartige Veranstaltung für Menschen mit und ohne Behinderung auf die Beine, die Zuschauer aus dem ganzen Umkreis begeistert.
Diese Vielfalt ist gut und wichtig. In der Gemeinschaft sind alle Farben herzlich willkommen. Nur für die Farbe Braun, so Herr Dekan Scher, ist (vor dem Hintergrund ihrer historischen Bedeutung) in Ochtendung kein Platz. Hass, gegenüber Fremden oder vermeintlich Anderen wollen wir nicht dulden. Die Anwesenden honorierten diese Aussagen mit einem spontanen Applaus.
Die Mariechen der Karnevalsvereine und Johannes Nohner (der später am Abend zum Ehrenrentner gekürt wurde, was aber zu dem Zeitpunkt noch geheim war) verlasen die Fürbitten und legten ihrerseits bunte Tücher zu dem bunten Schwungtuch auf die Stufen zum Altar.
Wie in den letzten Jahren begleitete Gerhard Künster mit seinen Freunden die Narrenmesse musikalisch. Die individuellen Texte zu bekannten Melodien treffen immer den Nerv der Narren und werden begeistert mitgesungen.
Der schönste Beweis für den Zusammenhalt ist, wie in jedem Jahr, der Abschluss der Narrenmesse. Zu dem Lied „Minsche wie mir“ haken sich alle, auch über den Gang hinweg, unter und schunkeln und singen begeistert mit. In solchen Momenten ist das bunte Netz deutlich erkennbar. Pressemitteilung
Große Ochtendunger
Karnevalsgesellschaft e.V.
