Das neue Bürgerzentrum in Nörtershausen liegt noch im Dornröschenschlaf
In besseren Zeiten sollen Spaß und Freude einziehen
Nörtershausen. Hell und freundlich erschließt sich dem betrachtenden Mensch der Anblick des neuen Bürgerzentrums in Nörtershausen. Auch wenn es außen noch einiges zu tun gibt, lässt sich erahnen, was in ein paar Wochen noch Gestalt annehmen wird.
Säulenhainbuche fand ihren Platz vor dem Eingang des neuen Bürgerzentrums
Dazu gehört ein frisch gepflanzter Baum, der noch kahl, bald aber in voller Pracht dastehen wird. Dank der Spende der Firma „Treeval“ aus Brodenbach, fand eine „Säulenhainbuche“ ihren Platz vor dem Eingang des Bürgerzentrums. Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Paul Kreber, pflanzte ihn Firmeninhaber und Baumspezialist Thomas Zillhardt an Ort und Stelle. Noch liegt das Bürgerzentrum im Dornröschenschlaf, die Pandemie erlaubt Bürgern/innen keine Feste, keine Feierlichkeit – so muss auch die feierliche Einweihung warten.
Es ist ein modernes Gebäude, welches 2017 mit einer Investition von 2,3 Millionen Euro veranschlagt war, letztendlich aber wegen Preissteigerungen 2,5 Millionen Euro gekostet hat. „Aller Anfang war schwer“, sagt der Ortsbürgermeister, der damals kurz nach seiner Wahl mit diesem Projekt konfrontiert wurde.
Vorausgegangen waren die Einrichtung einer Arbeitsgruppe und die Befragung der Bürger/innen über den Umfang und den Bedarf. Am Ende standen die Befürwortung des Projektes und die Entscheidung, das Architektenbüro MPlus aus Koblenz mit der Durchführung zu beauftragen. Die Gemeinde Nörtershausen informierte die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel über das Vorhaben. Dort zeigte man sich anfangs etwas verschnupft, da die Verwaltung zu spät eingebunden worden war.
Doch eine Präsentation unter Anwesenheit von Landrat Dr. Alexander Saftig, dem Leiter der Kommunalaufsicht, den Verantwortlichen der ADD Trier, der Verantwortlichen für die Investitonsstock Fördergelder MYK, dem Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld, dem damaligen Leiter des Baufachbereichs der Verbandgemeinde und Mitgliedern/innen des Gemeinderates, machte die Notwendigkeit eines Neubaus deutlich.
Erster Spatenstich am 25. Juni 2019
Die ersten Steine waren somit aus dem Weg geräumt, die Mehrheit entschied sich für ein neues Bürgerzentrum! Was im Jahr 2016 mit der Planung begann, führte im April 2019 endlich zur Genehmigung. Unter der Leitung des Planungsbüros Richter und Gregorius startete die erste Bauphase mit dem Abriss des alten Gemeindesaales. Am 25. Juni 2019 fand der erste Spatenstich statt, am 25. Oktober desselben Jahres konnte Richtfest gefeiert werden.
„Trotz voller Auftragsbücher der Unternehmen, fanden sich für alle Gewerke nicht nur geeignete Firmen, sondern auch bezahlbare“, so Bürgermeister Paul Kreber „Die Preissteigerung konnte durch das Engagement unserer Planer verhältnismäßig gering gehalten werden, liegt derzeit bei unter zehn Prozent Kostenberechnung von 2017.“
Bis auf wenige Restarbeiten und Ergänzungen – zum Beispiel Geschirr für die Küche, die dann in Betrieb genommen werden kann – ist das Bürgerzentrum praktisch einsatzbereit. Die Gemeindeverwaltung ist schon seit dem 1. Februar dort etabliert, auch wurde das Gebäude eingesegnet. Da die Räumlichkeiten großzügigen Platz bieten, konnten bereits Sitzungen mit coronabedingtem Abstand stattfinden.
Auf einem flächenelastischen Sportmischboden kann zukünftig ausgiebig gefeiert werden. Eine innovative Pellets Heizung sorgt für komfortable Wärme, die moderne Lüftungsanlage saugt Luft ab und bläst sie gefiltert wieder zurück. Automatische Spülungen in allen Toiletten verhindern das Wachstum von Bakterien. Die moderne, gut und ideal ausgestattete Küche, hat nichts mehr mit früheren Zeiten gemeinsam.
Auch wenn in der alten Küche jahrzehntelang gut und lecker gekocht wurde, müssen sich die Speisenverarbeitenden nun auf das Neue einstellen. „Nun warten wir auf bessere Zeiten, damit Vereine, Freunde, Mieter und Gäste dort agieren können“, sagt der Ortsbürgermeister und fügt hinzu: „Wir haben einen Saal für die Ortsgemeinde erstellt, der darauf wartet von den Bürgern erobert zu werden.
Es ist ein multifunktionaler Bau, mit der Verwaltung im Untergeschoß und vielen Nutzungsmöglichkeiten, sowie einem Jugendraum und einem Mehrzweckraum, die den Vereinen und Gruppen zu Verfügung stehen.“
Zeugnisse aus alter Zeit
Schmunzelnd erzählt er die Geschichte von gefundenen Fliesenresten, Zeugnisse aus alter Zeit, die aus dem ehemaligen Gasthaus Grünewald – später Bildhauer – stammen, welches die Basis für den späteren Gemeindesaal war und auf dem jetzt das neue Bürgerzentrum steht. Nach Abschluss der Erdarbeiten und Errichtung der Fundamente, lagen diese Fliesenreste auf einem Erdhaufen. Ortsbürgermeister Paul Kreber rettete diese und fand Zeitzeugen die bestätigten, dass diese im Flur des Gasthauses verlegt waren. Auf seine Initiative zieren jetzt drei Fliesenreste als Erinnerung an gute alte Zeiten und den Spaß und die Freude - die dieser Ort über so lange Zeit verbreitete - den Fußboden im ersten Stock. Menschen, die noch altes Wissen über das Gasthaus Bildhauer haben, können sich gerne beim Bürgermeister melden.
„Nun warten wir alle auf bessere Zeiten, um das neue Bürgerzentrum gebührend ein zu weihen und zu nutzen“. Mit diesen Worten verbindet Paul Kreber die Hoffnung auf eine Zeit ohne Corona. Noch kann niemand die Frage beantworten, wann das dörfliche Leben endlich seinen Einzug ins neue Bürgerzentrum halten kann.
EP
Hinter diesen Fliesenresten verbergen sich alte Erinnerungen.
Die modern, gut und ideal ausgestattete Küche hat nichts mehr mit früheren Zeiten gemeinsam.
