Kostümsitzung der Ollheimer Bubbelsbröder
„In den Gürzenich darf jeder, aber nach Ollheim wird man berufen“
Nicht nur die Kölner Karnevalslegende Wicky Junggeburth fühlte sich pudelwohl im Dorfhaus
Ollheim. „Seit 60 Johr oss Pänz regiere, wenn mir d’r Fastelovend fiere“ – so lautet das Motto der KG Ollemer Bubbelsbröder in ihrer Jubiläumssession. Schließlich gibt es zum 60. Mal Kindertollitäten im Ollheimer Karneval, und das Prinzenpaar Lukas I. (Bößmann) und Johanna I. (Ellmer) stand auch im Mittelpunkt der sehenswerten Kostümsitzung im restlos ausverkauften Dorfhaus. Unter den Klängen der Husarenbläser Dom-Esch zogen die Tollitäten zusammen mit dem Elferrat, den Senatoren, den Bubbelsschwestern, den Fahnenträgern und der Gardetanzgruppe in den Saal ein. Hier wurden sie mit tosendem Applaus von den bunt kostümierten Besuchern begrüßt, darunter auch Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. Die humorvolle Rede des Prinzenpaars konnte sich wirklich hören lassen, da scheinen die Bubbelsbröder einen echten Glücksgriff getan zu haben.
Nachdem das Gefolge die Bühne verlassen und das Prinzenpaar seinen Thron neben dem Elferrat bezogen hatte, startete der Vorsitzende und Sitzungspräsident der Bubbelsbröder, Paul Bison, ein abwechslungsreich zusammengestelltes Programm am Sonntagnachmittag. Zunächst brachten die Husarenbläser Dom-Esch das Publikum noch einmal richtig auf Betriebstemperatur, und die von Nicole Seyb und Birgit Bison trainierte Minigarde wirbelte frech über die Bühne.
Zwischen Selfiewahn und Autokorrektur
Ein erster Höhepunkt war der Auftritt des „Tuppes vom Land“ (Jörg Runge), der sich nicht nur über Selfiewahn und gefährliche Autokorrektur ausließ, sondern auch noch den grassierenden Hang zum Denglisch persiflierte. Er kam ebenso wenig ohne eine Zugabe von der Bühne wie im direkten Anschluss die Kölner Karnevalslegende Wicky Junggeburth, seines Zeichens Kölner Karnevalsprinz 1993. Zu seinen Ehren hatte Dieter Steudter einst das wohl bekannteste Kölner Karnevalslied überhaupt komponiert: „Eimol Prinz zo sin“. Neben den Fastelovendshits der 1950er-Jahre hatte er natürlich auch seinen aktuellen Sessionshit dabei: „Ich ben doheim en mingem Kölle“. Obwohl er gleich zu Anfang zugegeben hatte, wie wohl er sich im Dorfsaal fühlt: „In den Gürzenich darf jeder, aber nach Ollheim wird man berufen.“
Martin Schopps philosophierte anschließend über Beziehungen jeglicher Art. Ob zwischen Mann und Frau, Mutter und Kind oder Vater und Auto; ob zwischen Frau und Zalando, Rentner und Apotheke. Er ist nicht zu Unrecht einer der meist gebuchten Büttenredner des Körper Karnevals und verstand es auch in Ollheim, mit viel Charme, gutem Humor und seiner Gitarre das Publikum in seinen Bann zu ziehen und mit überraschender Pointenvielfalt zu begeistern. Die Gardetanztruppe der Bubbelsbröder zeigte anschließend eine großartige Choreografie, die von Frank J. Knepper einstudiert worden war. Betreut werden die jungen Damen von Isolde Fuhs und Lijane König.
„Eimol Prinz zo sin in Kölle am Rhing“
Doch damit war noch lange nicht Schluss, denn nach dem Empfang der befreundeten Tollitäten und Karnevalsvereine stürmten zunächst die „3 Colonias“ die Bühne. Ihre Hits wie „Es war in Königswinter“, „Bier und nen Appelkorn“ oder „Eimol Prinz zo sin in Kölle am Rhing“ jagten das Publikum auf Tische und Bänke, wo es nach Leibeskräften mitsingen konnte. Markenzeichen der Colonias-Show ist die perfekte Kombination aus Musik, Parodie und Gags, mit einem kleinen Augenzwinkern, viel Wortwitz und lustigen Kostümen sorgten sie für einen unvergesslichen Nachmittag. Und als dann auch noch die „Domstürmer“ ihre Instrumente auspackten, wurde schnell klar, dass hier eine der aktuellen Supergruppen des Kölner Karnevals ihre Visitenkarte abgab. In Anlehnung an ihren aktuellen Sessionshit konnten sie nur feststellen: „In Ollheim jeiht et av!“ JOST
Die Kölner Karnevalslegende Wicky Junggeburth fühlte sich sichtlich wohl bei ihrem Auftritt im Dorfsaal von Ollheim. Foto: Volker Jost
