Allgemeine Berichte | 08.10.2024

Theaterverein erfreut mit turbulent-erotischer Komödie

In der Dohrer „Klappse“ geht die Post ab

Im Gemeinschaftsraum einer psychiatrischen Einrichtung erfreuen die Laienschauspieler mit dem amüsanten Dreiakter. Fotos: TE

Dohr. Auch nach 13 Jahren sehenswerter Aufführungen weiß das Ensemble des örtlichen Theatervereins sein Publikum nach wie vor auf der mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Kleinkunstbühne des Dohrer Bürgerhauses zu beeindrucken. Letztere beherbergt heuer, im Rahmen des amüsanten Dreiakters „Neurosige Zeiten“ von Winnie Abel, den Gemeinschaftsraum einer psychiatrischen Einrichtung. In diesem treffen Mitglieder einer offenen Wohngemeinschaft aufeinander, die sich hier wegen ihres Allgemeinzustandes teils freiwillig, oder aufgrund einer gerichtlichen Verfügung in entsprechender Therapie befinden. Allein die unterschiedlichen Typen der WG-Mitglieder und deren ausgeprägte Macken, garantieren dabei den Theaterbesuchern reichlich Gelegenheit zu herzhaftem Lachen. Gleichwohl ist die turbulent-erotische Komödie mit dem Zusatz „für Erwachsene“ versehen, was sich bereits in den Anfangsszenen als zutreffend bestätigt. Denn zu einem Patienten mit neurotischem Gehabe, gesellt sich überdies eine mit sozialer Phobie und eine weitere mit Sexsucht.

Im Geschehen sind es gerade diese schrägen Charaktere und ihre verbalen Auseinandersetzungen, die eine abwechslungsreiche und kurzweilige Unterhaltung garantieren. Und davon kann man keinen der trefflich agierenden Aktiven ausnehmen.

Zur lustigen Geschichte: Die CEO eines bekannten Pharmaunternehmens, Agnes Adolon (Ines Grundmann) ist gegenüber männlichen Bediensteten wiederholt sexuell anzüglich geworden, was ihr einen gerichtlichen Zwangsaufenthalt in der Einrichtung bescherte. Daraus macht sie keinen Hehl und verbirgt neben reichlich Beate-Uhse-Lektüre auch passende Spielzeuge im Gepäck. Dazu gesellt sich Finanzbeamter Hans (Peter Lauxen), der im Sekundentakt lebt und sich als Reinlichkeitsneurotiker wie ein Derwisch durch die Anstalt putzt. Waltraud (Nadja Lenz-Fritzen) hat dagegen eine extreme Angst vor Mitmenschen entwickelt, während Marianne (Annemarie Becker) sich als penetrante Stalkerin gegenüber dem Schlagerstar Hardi Hammer (Ingo Köhler) entpuppt. Oberaufsicht über die bald zusammenwachsende Gruppe hat Frau Dr. Dr. Ilse Schanz (Jaqueline Lescher), was diese zumindest vermutet. Zu regelmäßigen Aktivabenden tritt die deutlich unterbelichtete Therapeutin Luna (Julie Williams) auf den Plan. Und um das bevorstehende Chaos zu vervollständigen, verirrt sich Tupper-Tussi Herta (Stephie Erdmann) für eine Tupper-Party in die Klappse. Dabei wird sie nach einem unsanften Zusammenstoß mit der Eingangstür unbeabsichtigtes Unfallopfer von Waltraud und zunächst für tot gehalten. Die vermutete Leiche erfährt in der Folge eine wahre Odyssee bezüglich ihrer Unterbringung, was zusätzlich für chaotische Kurzweil sorgt. Die erreicht Spitzenformat als Hotelchefin und Mutter von Agnes, Cécile Adolon (Caroline Lauxen), ihrer Tochter einen Besuch abstattet. Unwissend darüber, dass sie sich in einer psychiatrischen Anstalt befindet, vermutet sie im Anwesen ihrer Tochter zu residieren. Die diesbezüglich zuvor eingenordeten und mit einem jeweiligen Auftrag versehenen WG-Mitglieder, stellt ihr Tochter Agnes als Hausbedienstete vor. Eine verabreichte Zwangsjacke in Verbindung mit einer unfreiwilligen Nacht in der Gummizelle folgen. Eine aufklärende Erlebniserinnerung von Schlagerstar Hardi, in dessen Schlepptau sich die hyperaktive Reporterin Susi Stutzke (Ilse Lauxen) befindet, garantieren abschließend ein für alle Parteien versöhnliches Finale.

TE

Das Ensemble des Theatervereins Dohr präsentiert in diesem Jahr die turbulent-erotische Komödie „Neurosige Zeiten“.

Das Ensemble des Theatervereins Dohr präsentiert in diesem Jahr die turbulent-erotische Komödie „Neurosige Zeiten“.

Im Gemeinschaftsraum einer psychiatrischen Einrichtung erfreuen die Laienschauspieler mit dem amüsanten Dreiakter. Fotos: TE

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