Allgemeine Berichte | 29.10.2020, 14:22 Uhr

Nachwuchskünstler Mahdi Amiri zeigt seine Werke in der Caritas-Familienberatung

In der Kunst gibt es keine Grenzen

Virtueller Rundgang durch die Ausstellung im Internet möglich

Stolz präsentiert Mahdi Amiri eines seiner vielen Werke. Im Beisein einiger Gäste aus seinem direkten Umfeld feierte der 17-Jährige die Vernissage seiner ersten eigenen Ausstellung im Garten des Caritas-Zentrums in Montabaur. Zu den Lieblingskünstlern des jungen Afghanen gehört Pablo Picasso. Foto: privat
176

Montabaur. Schon als Kind hat Mahdi Amiri gerne gemalt. Dass er allerdings irgendwann einmal – weit weg von seinem eigentlichen Zuhause - eine eigene Ausstellung haben wird, daran hat der 17-Jährige damals mit Sicherheit nicht gedacht.

Selbst jetzt, wo seine Werke in den Räumlichkeiten der Familienberatung im Caritas-Zentrum in Montabaur hängen, ist es für Mahdi auf eine gewisse Art und Weise immer noch surreal. Schade ist vor allem, dass die Ausstellung aufgrund der Corona-Pandemie aktuell nicht die Aufmerksamkeit bekommen kann, die sie eigentlich verdient hätte.

Denn das, was Madhi Amiri da auf die Leinwand zaubert, kann sich durchaus sehen lassen. Daher war es dem Team der Caritas-Familienberatung auch wichtig, dem jungen Künstler einen gebührenden Rahmen zu bieten und seine Ausstellung mit einer entsprechenden Vernissage zu eröffnen. Wenn auch nur im kleinen Klein – und mit dem entsprechenden Abstand. Der Titel der Ausstellung lautet „In der Kunst gibt es keine Grenzen“.

Über den Künstler

Mahdi ist Afghane, wurde allerdings im Iran geboren und ist dort aufgewachsen. Als er seine Heimat verlassen musste, strandete er zunächst in Schweden, wo er drei Jahre lebte. Im Januar 2019 kam der 17-Jährige schließlich nach Deutschland, wo er in der Jugendhilfeeinrichtung des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn in Hübingen ein neues Zuhause fand. Hier fing Mahdi dann auch an, sich neben der Schule intensiv mit Künstlern der Moderne zu beschäftigen. Seine neue Lebenssituation im Westerwald nutze er als Chance, mit verschiedenen Maltechniken zu experimentieren und Zugänge zu einer eigenen Kunstform zu finden. So entstanden in relativ kurzer Zeit viele eindrucksvolle Werke, von denen einige nun die Caritas- Familienberatung schmücken. „Genauso wie Beratung kann Kunst ein Vergrößerungsglas sein, durch das wir die Welt genauer betrachten können, unsere Umgebung, unsere Umwelt, unsere Mitmenschen aber auch uns selbst“, sagte Kerstin Braun-Dolle von der Familienberatung bei der Vernissage, die im Garten des Caritas-Zentrums stattfand. „Mahdis Bilder treffen genau den Nerv der Zeit, sie holen uns emotional ab, da sie ein Spiegel der menschlichen Gefühlswelt sind. Sie drücken Trauer, Verlust, Wut und Ohnmacht aus - genauso Freude, Glück, Liebe, Hoffnung und Sehnsucht. Nicht zu vergessen den Traum, der jedem einen Raum gibt, in Zeiten, in denen man die Realität nur schwer auszuhalten vermag“, beschrieb die Familientherapeutin die Werke.

Epochen der Moderne

Mahdi Amiri durchstreift in seinen Bildern unterschiedliche Epochen der Moderne. Mal erinnern die Bilder an frühe kubistische Werke, in denen die scheinbar realistische Welt aufgelöst wird und Porträts in satten Lila-, Blau-, Grün-, Gelb- und Rottönen strahlen. Ein anderes Mal schlüpfen die Bilder in die Tradition der Pop Art oder verzichten ganz auf die Darstellung des Gegenständlichen. Immer wieder aber kehren die Menschen auf die Leinwand zurück und man muss sich schon die Mühe machen die Vielzahl der Figuren zu entschlüsseln, unterschiedlichen Gesichtsformen folgen, Augen und Mündern begegnen, die starren, fragen, träumen, sehen. Mal sind die Bilder in zartbunten Farben gehalten, mal kommen archaische und ethnische Elemente dazu, die einen interessanten Kontrast bilden. Die neueren Werke greifen wiederum eine ganz andere Stilrichtung auf und zeigen Motive aus dem Symbolismus wie Sünde, Leidenschaft, Tod. Die dunklen Farben unterstreichen die sensibel-melancholische Grundstimmung. „Mit seinen Bildern hinterlässt Mahdi eindrucksvolle Spuren“, sagte Kerstin Braun-Dolle und betonte in Richtung des jungen Künstlers: „Wir sind uns sicher, dass dein künstlerischer Weg hier noch nicht zu Ende sein wird!“

Wer sich selbst ein Bild von Mahdis Werken machen möchte, kann einige der Arbeiten bei einem virtuellen Rundgang durch die Ausstellung unter www.caritas-www-rl.de bewundern.

Stolz präsentiert Mahdi Amiri eines seiner vielen Werke. Im Beisein einiger Gäste aus seinem direkten Umfeld feierte der 17-Jährige die Vernissage seiner ersten eigenen Ausstellung im Garten des Caritas-Zentrums in Montabaur. Zu den Lieblingskünstlern des jungen Afghanen gehört Pablo Picasso. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Mit Unterstützung der BUGA-Freunde Koblenz haben die Stadtgärtner drei Beete in Lützel und Stolzenfels mit den Staudenmischungen der Bundesgartenschau 2026 bepflanzt.
24

Die bevorstehende Bundesgartenschau 2029 wirft bereits ihre Schatten voraus, und in Koblenz zeigt sich der eigens für das Obere Mittelrheintal entwickelte BUGA-Staudenmix in ersten Pflanzungen. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen hat in den Stadtteilen Lützel und Stolzenfels drei Flächen neu gestaltet und dabei wertvolle Unterstützung vom Staudenteam der Freunde der Bundesgartenschau Koblenz e.

Weiterlesen

Brandneue XXL-Lebendfalle – liebevoll „lange Liesel“ genannt.
43

Nach 4 Wochen bangen Wartens und kilometerweiten Tagesdistanzen der Hündin konnte die clevere Dackelmischlingshündin Lotte nur 1 Woche nach dem Einschalten der Hundesuchhilfe Saving Paws Vulkaneifel, Südeifel und Umgebung von den Spezialisten gesichert werden. Der erste Einsatz für die neue, zusätzliche XXL-Lebendfalle endet mit einem emotionalen Happy End und einer ganz besonderen Überraschung. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Olivenbäume im Ahrtal.
63

Olivenbäume zwischen Weinbergen, auf landwirtschaftlichen Flächen und in privaten Gärten: Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist im Ahrtal längst keine reine Zukunftsvision mehr. Und dies dank des Oliven-Experten Oliver Heimermann. Seit mehr als 15 Jahren experimentiert er mit dem Anbau der mediterranen Pflanzen. Nun soll aus den bisherigen Erfahrungen eine gemeinsame Initiative entstehen. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag
Stellenanzeige Personalreferent
Traueranzeige Bernd Lehnert
Bratapfelsonntag
Haus- und Gartenparadies
125-jähriges Jubiläum - Aktionsanzeige
Weitere Artikel
Symbolbild
6161

A61 ab November mit Einschränkungen

Ab dem 09.11.: Einspurige A61 - Fahrzeit einplanen

Sinzig. Die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes plant umfangreiche Gehölzpflegearbeiten auf der A61 zwischen dem Autobahndreieck Sinzig und der Anschlussstelle Niederzissen in Richtung Koblenz/Ludwigshafen.

Weiterlesen