Allgemeine Berichte | 27.07.2021, 12:45 Uhr

Malteser-Einsatzkräfte Tag und Nacht für Flutgeschädigte im Einsatz

In einer Woche gut 2.500 Dienststunden geleistet

Eine Malterser-Einsatztruppe bei einer Dienstbesprechung. Foto: Archut/Malteser
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Region. Die Einsatzeinheit BRK 06 der Malteser im Rhein-Sieg-Kreis blickt auf die arbeitsreichste Woche seit ihrer Einrichtung vor über zehn Jahren zurück. Rund 100 Helferinnen und Helfer leisteten in den vergangenen Tagen fast 2.500 ehrenamtliche Dienststunden. Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Betreuung von Notunterkünften in Swisttal-Heimerzheim und Rheinbach. Fürs Wochenende bereiten sich die Malteser auf weitere Alarmierungen vor.

So etwas haben selbst altgediente Katastrophenschutz-Helfer in der Einsatzeinheit BRK 06 der Bezirksregierung Köln noch nicht erlebt: Seit vergangenen Mittwochabend waren die Malteser-Einsatzkräfte praktisch permanent gefordert. Immer wieder rückte die Einsatzeinheit aus, um verschiedene Einsatzaufträge im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis abzuarbeiten. Vier Vollalarme hintereinander, dazu weitere Alarmierung einzelner Komponenten der Einheit – das hatte es noch nicht gegeben seit der Gründung der Einheit, vor gut einem Jahrzehnt.

Jeweils mit rund 40 Kräften aus den Malteser-Gliederungen Bad Honnef, Meckenheim und Siegburg besetzt, rückte die Malteser in die von Überschwemmungen betroffenen Gebiete aus. In Swisttal-Heimerzheim und Rheinbach betrieben die Malteser in Abstimmung mit anderen Hilfsorganisationen Notunterkünfte für Menschen, die durch das Hochwasser ihre Wohnungen verloren hatten oder evakuiert werden mussten. Hier mussten Neuankömmlinge registriert, verpflegt und betreut werden. Später organisierten die Einsatzkräfte den Transport mehrerer Hundert Betroffener in Hotels in Köln und Troisdorf.

Eine echte Katastrophen-Lage

Gut die Hälfte der geleisteten Stunden trugen die Bad Honnefer Malteser bei, die die Einheit führen und die Sanitäts- und Transportkomponente sowie den Bereich Technik und Sicherheit („Tesi“) stellen. Mit großem persönlichem Einsatz führten Zugführer Max Kornfeld und seine beiden Zugtruppführer Tamara Raschka und Thomas Hoeft die engagierte Truppe, prüften immer wieder die Lage, vergaben Aufträge und kommunizierten mit dem Einsatzstäben der Kommunen. Erschwert wurde das durch ausgefallene Kommunikationsmittel.

Kornfeld sagt: „Wir sind inzwischen fast jedes Jahr mindestens ein bis zweimal im Einsatz, dann aber bei zeitlich und örtlich stark begrenzten Schadenslagen. In Swisttal haben wir es mit einer echten Katastrophen-Lage zu tun, die man nur mit einem längerfristigen Einsatz bewältigen kann.“ Dabei arbeiteten die Einsatzkräfte Hand in Hand – Malteser und Rotes Kreuz, Rheinländer und Westfalen.

Auch nach vier Vollalarmierungen endete der Katastropheneinsatz für die Rhein-Sieg-Kreis-weite Einheit nicht. Mit ihren Notfallkrankenwagen halfen die Honnefer Malteser bei der Rückführung von Senioren, die aus Wohneinrichtungen evakuiert worden waren. In Swisttal-Heimerzheim richtete die Einheit eine Unfallhilfsstelle ein. Auch verstärkte sie in der ersten Katastrophennacht die Kräfte des Regelrettungsdienstes. Abgeschlossen ist der Katastropheneinsatz indes noch nicht. Die nächste Alarmierung könnte schon am Wochenende kommen. Entsprechende Vorbereitungen sind bereits angelaufen.

Körperlich und psychisch alles gegeben

In einer Dankbotschaft an die Honnefer Einsatzkräfte wies Stadtbeauftragter Prof. Dr. Andreas Archut auch auf die Belastungen hin, die der Katastropheneinsatz mit sich bringt: „Als Helferin und Helfer im Katastrophenschutz sind wir für genau solche Situationen, wie sie vergangene Woche aufgetreten sind, ausgebildet und trainiert worden. Und dennoch stellt die „Jahrtausendflut“ eine so in unserer Generation noch nie dagewesene Herausforderung dar, die uns alle immer wieder auch die Grenzen der persönlichen und der organisationelen Leistungsfähigkeit vor Augen geführt hat.“ Viele Malteser hätten körperlich und psychisch alles gegeben. Darum bieten die Malteser ihren Aktiven Hilfe bei der Verarbeitung des Erlebten an. Stadtseelsorger Wolfgang Rick und einschlägig geschulte Fachleute stehen dafür bereit.

Bereitschaft für Not- und Katastrophenfälle

Die 6. Einsatzeinheit der Bezirksregierung Köln, kurz „BRK 06“, ist eine von zwei Einsatzeinheiten der Malteser im Rhein-Sieg-Kreis. Sie ist der Bezirksregierung direkt unterstellt. Jede Einheit umfasst rund 33 Einsatzkräfte, darunter auch ein Arzt. Alle sind ehrenamtlich tätig. Bad Honnef stellt neben dem Führungstrupp die Sanitätsgruppe und die Technikkomponente. Den betreuungsdienstlichen Anteil besetzen die Malteser aus Meckenheim und Siegburg.

Eine Malterser-Einsatztruppe bei einer Dienstbesprechung. Foto: Archut/Malteser

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