Humor-Entertainer gastierte im Cochemer Kapuzinerkloster
Ingolf Lück läuft erst spät zur Hochform auf
Cochem. Bestform ist anders, mag sich so mancher Kabarett- und Comedy-Freund im Kapuzinerkloster gedacht haben, als mit Ingolf Lück einer der bekanntesten deutschen Humor-Entertainer zumindest in der ersten Halbzeit seiner Bühnenshow eher mäßig agierte. Zwar betrat er mit betont schwungvollem Elan die Bühne, ließ diesen dann bei seinen Ausführungen in der Folge allerdings ein ums andere Mal vermissen. Hier konnte er zunächst lediglich mit seiner angeborenen Bielefelder Revolverschnauze punkten, die er bei seinen durchweg hektischen Verbalexplosionen in gekonnter Manier einsetzte. Inhaltlich offenbarten die sich aber oftmals als angestaubte Kalauer, die nur bei einigen wenigen Anwesenden auf Gegenliebe stießen bzw. diese zu einem Applaus animierten. Wenigstens blieb Lück hier seiner bekannt tollen Mimik und Gestik treu, was im ersten Durchgang seines Tour-Programms „Sehr erfreut“ den Großteil des Publikums dann doch einigermaßen versöhnlich stimmte. Trotzdem erscheint es auch für eine solche Unterhaltungsgröße wie Ingolf Lück in einer ländlich geprägten Gegend wie Cochem-Zell nicht ratsam, lästerlich über diese und ihre Bewohner herzuziehen. Solche seiner Versuche scheiterten dann meist kläglich und man wünschte sich als Zuhörer auch oftmals gerne mehr Aktualität in Lück´s Beiträgen, in denen er dann noch eher lustlos seine unspektakuläre Jugendzeit „Viertel vor halbstark“ thematisierte.
Dass er heute im Alter von 61 laut Kölner Redensart „Viertel vor Tod“ ist, riss dann auch niemanden vom Hocker, was bis auf einige wenige Spitzen dann zunächst auch so blieb. In der zweiten Programmhälfte schien Lück sich dann an seine leichte und lockere Art von früher zu erinnern und jetzt auch nachvollziehbare und pointierte Gags mit exzellenter Selbstironie und irrwitzigen Wortschöpfungen zu setzen. Ein ganz anderer Lück, der sein zuvor eher verkrampftes Auftreten jetzt gegen den Comedian eingetauscht hatte, der vor einigen Jahren noch zahlreiche deutsche Wohnzimmer vor dem Fernsehgerät füllte.
Jetzt kullerten auch oftmals Lachtränen bei der Zuhörerschaft und der anhaltende Applaus des Publikums waren ihm für seine humoristischen Ausführungen inklusive exzellenter Körpersprache mit urkomischen Verrenkungen im Minutentakt sicher. Jetzt performte Ingolf Lück in der Manier eines echten Könners, was den Abend und sein Unterhaltungsprogramm resümierend soeben noch rettete.
TE
