Wilhelm-Remy-Gymnasium Bendorf erhält Zertifizierung
Inklusiver Sportunterricht an der „Schule ohne Rassismus“
+Bendorf. Der Verein Aktion Courage e.V. hat 1995 die Kampagne „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ initiiert mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Mittlerweile ist dieses Projekt das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Ihm gehören über 2.000 Schulen an, die von rund einer Million Schülerinnen und Schülern besucht werden. Schulen, die sich dem Netzwerk anschließen, einigen sich in einer Selbstverpflichtung mehrheitlich darauf, aktiv gegen Rassismus vorzugehen.
„Seid wachsam - Rassismus kommt auf leisen Sohlen!“
In zahlreichen Projekten mit außerschulischen Partnern und Experten haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in Bendorf verschiedenste Aspekte der Themenbereiche Diskriminierung und Rassismus bearbeitet. Zum Abschluss der Aktionstage „Stark gegen Diskriminierung“ wurde am letzten Freitag das Wilhelm-Remy-Gymnasium Bendorf als 98. Schule in Rheinland-Pfalz für eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zertifiziert. Als Paten für die Zertifizierung konnten die Bendorfer Schüler gleich zwei prominente Politiker gewinnen: Dr. Anna Köbberling (MdL) und Josef Dötsch (MdL).
In einer kleinen Feierstunde stellte Schulleiter Johannes Arnold den Anwesenden in der vollbesetzten Sporthalle des Gymnasiums die vielen Aktionen der Schüler gegen Diskriminierung und Rassismus sowie die ausführenden Schülerteams vor, dabei lobte er das unermüdliche Engagement der Jugendlichen für diese Themen. Elternsprecherin Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour ergänzte: „Ich wünsche mir auch in Zukunft hier eine Schule ohne Rassismus, eine Schule mit Courage und so wachen Schülern und engagierten Lehrern wie jetzt.“
Nach einer musikalischen Untermalung durch Mitglieder des Schulorchesters ergriff die Patin Dr. Köbberling das Wort und appellierte in ihrem Redebeitrag an die Schüler: „Bitte seid auch in Zukunft wachsam, wenn jemand anfängt, Unterschiede zu betonen, die keine sind. Oft kommt der Rassismus auf leisen Sohlen daher und schleicht sich heimlich in unser Denken und Handeln. Ich freue mich schon auf die Projekttage im nächsten Jahr.“
Josef Dötsch fasste zusammen: „Es bleibt die Grundlage in allen Situationen, in denen sich die Menschen begegnen, dass dies in Respekt voreinander und unter Beachtung der Regeln eines friedlichen Zusammenlebens geschehen muss, diese Regeln sind bei uns im Grundgesetz verankert. Im Artikel eins heißt es: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ In unserem Grundgesetz haben Rassismus, Frauendiskriminierung, Diskriminierung insgesamt und Gewalt keinen Platz.“
Mit neuen Rollstühlen können alle gemeinsam Sport machen
Abschießend freute sich Manuela Spoo vom Förderkreis WRG, auch dank der Unterstützung des Schulelternbeirats und der PSD Bank in Koblenz, der Schule für körperlich beeinträchtigte Schüler zur Erprobung der neuen inklusiven Spielkonzepte im Sportunterricht 13 neue Sportrollstühle übergeben zu können. Ihr besonderer Dank galt dem anwesenden Vorstand der PSD Bank Bernd Schittler für die großzügige Spende der Bank von 12.000 Euro, von denen alleine neun Rollstühle angeschafft werden konnten. Bernd Schittler: „Wir unterstützen gerne die Aktionen gegen Diskriminierung, gegen Rassismus und für Inklusion. Wenn ich sehe, wie stark sich hier junge Menschen dafür engagieren, dann ist mir für die Zukunft nicht bange.“
Dr. Köbberling und Josef Dötsch konnten sich anschließend von der Wendigkeit der Sportrollstühle bei einem kleinen Wettbewerb mit körperlich beeinträchtigten Schülern überzeugen.
