Kreis Neuwied: Bis 2018 mit Höchstgeschwindigkeit durchs Netz
Innenminister Roger Lewentz überreichte 4,48 Mio. Zuwendungsbescheid
Der Landkreis Neuwied wird flächendeckend an die Datenautobahn angebunden. Landrat Rainer Kaul hatte in den Maximilian-zu-Wied Saal im Kreishaus eingeladen, um die Fraktionsvorsitzenden aus dem Kreistag, die Bürgermeister aus dem Kreisgebiet und Medienvertreter über den Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzes im Landkreis zu informieren. Anlass war der kurzfristige Anruf von Innenminister Roger Lewentz. Der Staatsekretär war nach Neuwied gekommen, um einen Zuwendungsbescheid des Landes über 4,48 Mio. Euro zu überreichen. Das sind 40 Prozent der veranschlagten 11,2 Mio. Euro. Den Löwenanteil von 50 Prozent übernimmt der Bund. Das restliche Geld bringen die Kommunen auf. Weil sich der flächendeckende Ausbau für die Netzbetreiber nicht lohnt, würden im Kreis Neuwied andernfalls rund 10.000 Haushalte und 1.000 Gewerbetreibende und Unternehmen vom schnellen Internet abgehängt. Damit das nicht passiert, übernimmt die öffentliche Hand die Investition. Die rund zweihundert sogenannten weißen Flecken werden demnächst verschwinden. Auch hier werden spätestens Ende 2018 Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s zur Verfügung stehen. Die Entscheidung, diese Geschwindigkeit auch zu nutzen, liegt allerdings beim Verbraucher. Mit dem Besuch des Ministers gehen die Vorbereitungen nun in die heiße Phase. Mitte bis Ende November soll der Spatenstich stattfinden. Das Kreisgebiet hat die Deutsche Telekom in sechs Baulose eingeteilt. Der Platzhirsch der Telekommunikationsbranche hatte sich in der Ausschreibungsphase gegen die anderen Netzbetreibern durchgesetzt. Zum ersten Los gehört das Stadtgebiet bis Waldbreitbach. Hier könnten die Bürger/innen bereits ab Juli 2017 in den Genuss der schnellen Verbindung kommen. Landrat Rainer Kaul dankte den Anwesenden Vertretern der Verbandsgemeinden. Weil alle am gleichen Strang zogen, sei man in Neuwied weit fortgeschritten. Im Juli 2015 hatte sich der Kreisausschuss für das Projekt ausgesprochen. Im Juli 2016 brachte der Kreistag einen entsprechenden Beschluss auf den Weg. Roger Lewentz schloss sich den Worten von Landrat Rainer Kaul an. Weil sich die Gemeinden auf Kreisebene zusammengeschlossen hätten, wurden die förderrechtlichen Voraussetzungen schnell geschaffen. Der Kreis Neuwied gehört deshalb zu den ersten Regionen in Rheinland-Pfalz, die in den Genuss des Breitbandausbaus kommen. Bis Ende 2018 sollen 95 Prozent der Haushalte mindestens 30 Mbit/s und 85 Prozent der Haushalte mindestens 50 Mbit/s haben. Dafür werden 154 Kilometer Tiefbauarbeiten ausgeführt. Frank Bothe, der Niederlassungsleiter Südwest der Deutschen Telekom, versicherte, dass man wo immer möglich, auf Leerrohre zurückgreifen werde, um die Belastungen möglichst niedrig zu halten. Innenminister Roger Lewentz bescheinigte dem Landkreis Neuwied einen Quantensprung. Bad Hönningens Bürgermeister Michael Mahlert verriet in seiner Funktion als Vorsitzender der Kreisgruppe, dass zwar lange diskutiert wurde, man sich aber schließlich für die Clusterbildung entschied. Über sechzig hauptamtliche und ehrenamtliche Bürgermeister seien involviert gewesen. „Gerade im ländlichen Raum sind wir auf die Datenautobahn angewiesen“, unterstrich Michael Mahlert. Das bestätigte Roger Lewentz. „Das Breitband ist zu einer wesentlichen Standortgröße geworden“. Egal ob bei Eigentümern einer Mietwohnung oder einer Gewerbeimmobilie. Die Frage, nach einem schnellen Internet gehöre zu den ersten Fragen potentieller Mieter. Frank Bothe erklärte, dass das Ende der Fahnenstange mit 50 Mbit/s noch lange nicht erreicht sei. 250 Mbit/s werden in Zukunft möglich sein. Mit dem Netzausbau in den nächsten zwei Jahren werden die Voraussetzungen dafür bereits jetzt geschaffen.
FF
Innenminister Roger Lewentz betonte, dass Neuwied als einer der ersten Kreise im Land gefördert wird.
Frank Bothe, Leter der Telekom Niederlassung Südwest, erklärt Landrat Rainer Kaul die Funktionsweise des Breitbandkabels.
